Gab es einen BND-CSU-Gladio-Arm, eine halbstaatliche rechte Stay behind-Terrororganisation? Teil 1

Karl-Heinz Hoffmann (Ex-WSG) ist der Meinung, dass zur Aufklärung des Oktoberfest-Attentates von 1980 die Rolle vom Chef des Bayerischen Verfassungsschutzes Hans Langemann (ein, wenn nicht sogar der massgebliche) Schlüssel sei.

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langemann

Quelle: http://www.karl-heinz-hoffmann.com/

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Das Video mit Daniele Ganser dazu etc ist hier:

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/10/23/hintergrundinfos-gesteuerter-terrorismus-in-deutschland-teil-3-rechter-terror/

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Tomas Lecorte (ein strammer Linker) hält die Verbindung WSG bzw. Karl-Heinz Hoffmann zur Oktoberfestbombe für nicht belegt und nicht wahrscheinlich:

Sein Dossier dazu auszugsweise und mit Link hier:

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/11/22/gesteuerter-terrorismus-oktoberfestbombe-teil-1/

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Ganz aktuelle linke Ignoranz: 25.12.2014

Die Umtriebe des Karl-Heinz Hoffmann

Was, den gibt es immer noch? Die Älteren werden sich erinnern: Karl-Heinz Hoffmann war in den 1970er Jahren “Chef” der Wehrsportgruppe Hoffmann, der größten rechtsradikalen Wehrsportgruppe in der damaligen Bundesrepublik. …

Über Hoffmann schwebt bis heute der Verdacht, er bzw. seine WSG sei in das Oktoberfest-Attentat in München am 26. September 1980 verwickelt gewesen1. …

Ob er nun zuletzt vom Verdacht wegen des Oktoberfest-Attentats entlastet wird oder nicht – als Gesprächspartner für Linke ist Hoffmann uninteressant.

http://www.lecorte.de/2014/12/karl-heinz-hoffmann-artikel-im-antifaschistischen-info-blatt-aib/

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Ignoranz ist Stärke, würde Orwell sagen 😉  Die Betriebsblindheitscheint scheint pathologisch, widerspricht selbst seinem eigenen Dossier, was ihn nicht gerade glaubwürdiger macht, auch die haarsträubenden Fehler bei Chaussy und v. Heymann hatte Lecorte umfangreich und schonungslos aufgedeckt.

http://www.lecorte.de/2013/01/errata-die-oktoberfestbombe-t-v-heymann-2008/

Das nützt allerdings letztlich wenig, wenn man letztlich doch seinem eigenen linken weltanschaulichem Verliess nicht entkommt…

Die Rolle Peter Naumanns ist, wenigstens da hat Heymann recht, wirklich ungeklärt, das zumindest legen dessen eigene Äusserungen nahe, er war entweder selbst V-Mann, oder wenigstes von V-Leuten umzingelt (NSU-Analogie).

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Interessant ist das bei Lecorte verlinkte Heinz Lembke Dossier:

http://www.lecorte.de/2014/04/heinz-lembke-1981-werwolf-oder-gladiator/

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TAZ-Märchen und Süddeutsche-Schwachsinn zur kürzlich erfolgten Wiederaufnahme der Ermittlungen findet sich hier:

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/12/13/warum-die-bundesanwaltschaft-nach-32-jahren-die-ermitttlungen-wieder-aufnimmt/

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Ein Racheakt für München, Olympia-Attentat 1972, wo ein dunkles Staatsgeheimnis seiner Aufdeckung harrt?

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Von verschwundenen Akten und wiedergekehrten Erinnerungen

Susanne Härpfer 11.05.2008

Der Film „1972“ enthüllt neue Informationen über das Olympia-Attentat in München

Die Sensation ist für jedermann zu sehen; doch niemand hat es bislang bemerkt. Der jetzt gedrehte Film „1972“ der international renommierten Künstlerin und Filmerin Sarah Morris konterkariert alles, was bislang veröffentlicht wurde über den gescheiterten Versuch, die israelischen Geiseln während der Olympischen Spiele zu befreien. Erstmals benennt nämlich der damalige Polizeipsychologe Georg Sieber, wer die wahren Verantwortlichen für das Scheitern und damit für den Tod der neun Geiseln und eines Polizisten gewesen seien: Sicherheitskräfte in Israel.

Sollten sich diese Angaben Georg Siebers bestätigen, wäre dies ein Skandal internationalen Ausmaßes. Der historische Sprengstoff kommt fast beiläufig daher in einem rund 60-minütigen Interview mit Sieber: „Die operative Leitung sollte in Israel sein. (…) Die ganze Geschichte wurde so gesteuert. als fände sie irgendwo an der israelisch-palästinensischen Grenze statt und nicht in München in einem olympischen Dorf mitten in einer olympischen Szenerie.“

Diese Aussagen stellen alles auf den Kopf, was bislang über die katastrophale Geiselbefreiung geschrieben wurde. Am 5. September 1972 waren palästinensische Terroristen in die Unterkunft der israelischen Mannschaft eingedrungen, hatten zwei Sportler getötet und neun als Geiseln genommen. Sie werden mit Hubschraubern zum Flughafen Fürstenfeldbruck geflogen. Das Desaster geht weiter. Denn auf acht Terroristen werden nur fünf Präzisionsschützen eingesetzt, ohne Helm und schusshemmende Westen. Sie werden auch noch von falsch aufgestellten Scheinwerfern geblendet – die Terroristen sprengen mit einer Handgranate sich und die Geiseln in die Luft.

Für die schief gelaufene Befreiungsaktion wurden stets die deutschen Polizeikräfte und Politiker im Krisenstab verantwortlich gemacht. Die Angehörigen der israelischen Opfer machten Schadensersatz geltend und verklagten die Bundesregierung, die bayrische Landesregierung und die Stadt München. Doch die Beweiskette gegen die Deutschen ließ sich nie schließen. Nach Angaben der Anwälte der Opfer verschwanden acht Leitz-Ordner Ermittlungsakten des Landeskriminalamts, drei Skizzen und fünf Fotomappen. Weitere Protokolle, Bandmitschriften und Dokumente sollen mit der höchsten Sperrfrist belegt sein, die sonst nur für Regierungsgeheimnisse gelten: 48 Jahre.

Bislang wurde dies als Beleg dafür gewertet, die Deutschen hätten etwas zu verbergen. Dies könnte aber natürlich auch ein Indiz für das genaue Gegenteil genommen werden, dass nämlich vertuscht werden soll, dass bei der Geiselbefreiung auf deutschem Boden gar nicht deutsche Politiker und Sicherheitskräfte das Sagen hatten, sondern die komplette Verantwortung in israelischen Händen gelegen habe, so Sieber. Gegenüber Telepolis antwortet Georg Sieber:

„Aufzeichnungen vom Tattag sind weder in Israel noch in Deutschland einsehbar. Mit Sicherheit gab/gibt jedoch es Mitschnitte, die von bilateralen Vorgängen dieser Größenordnung jedenfalls erstellt werden. Bis heute sind diese nicht zugänglich. “ Georg Sieber

Im Film sagt Sieber: „Die Deutschen waren richtig brave Empfänger von Befehlen, die sie dann irgendwie ausgeführt haben.“

Sollte sich dies bewahrheiten, wären das Nachrichten von Weltrang. Es wäre die Frage zu stellen, wie der tatsächliche Ablauf gewesen ist. Welche israelischen Politiker und welche Sicherheitskräfte haben was genau befohlen, und vor allem warum durften sie das? Auf Anfrage von Telepolis berichtet die Regisseurin des Films Sarah Morris: „Ich war baff erstaunt darüber, wie wenig die Frage nach der tatsächlichen Befehlskette und –struktur thematisiert wurde.“

Andererseits sei an das Buch „Operation Eva“ von Frank P. Heigl und Jürgen Saupe erinnert über die Affäre Langemann. Darin ist zu lesen, der

BND-Mann Hans Georg Langemann

sei zum Sicherheitsbeauftragten des Koordinierungsreferats Olympische Spiele ernannt worden, das offiziell dem Bayerischen Kultusministerium angegliedert war. In „Operation Eva“ heißt es auf Seite 167:

EVA-Sonderverbindung Dr. Ludwig Huber, erst Kultus- und dann Innenminister in Bayern, später dann Präsident der Bayerischen Landesbank, brachte eine weitere ehemalige BND-Mitarbeiterin in bayerischen Diensten unter: Dr. Erika von Bülow, die als von Cornely beim Marquese de Mistura zu Rom arbeitete, ehe sie mit Langemann zusammen zu den Olympischen Spielen in München ging. Mit extrem eingeschränkten Aussagegenehmigungen durch den Bundesnachrichtendienst wird verhindert, dass die volle Wahrheit über die Verquickung von BND und Olympischen Spielen bekannt wird.

Um nicht die Kooperation zwischen Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Mossad zu gefährden, sei Stillschweigen darüber vereinbart worden, wie weit der BND tatsächlich involviert war; heißt es in Israel. Immerhin fahndeten die Münchner Anwälte der Angehörigen vergebens nach Akten, die das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele betreffen – sie waren verschwunden. Nicht die einzigen Unterlagen, die verschwunden waren.

Wurden die Verantwortlichen für die missglückte Geiselbefreiung zum Staatsgeheimnis erklärt?

Die Filmemacherin Sarah Morris erlebte Ähnliches. Telepolis erzählt sie vom Dreh im Bayerischen Staatsarchiv. Eigentlich wollte sie nur den Überwachungsfilm des polizeilichen Videotrupps von den Trauerfeierlichkeiten. Ein entgeisterter Bibliothekar stammelte nur noch „Das gibt´s doch gar nicht.“ Denn die Filme waren verschwunden. Stattdessen lagen Bänder einer Demo in der Box. Am nächsten Tag habe Georg Sieber gesagt: „Sie glauben doch wohl nicht, dass dies ein Zufall war, oder?“

Auf Anfrage von Telepolis meint Sieber zur Frage, warum all die Jahre deutsche Politiker und Beamte geschwiegen und sich als Deppen vom Dienst hätten darstellen lassen: „Ich gehe davon aus, dass diese Verschwiegenheit zu diesbezüglichen diplomatischen Vereinbarungen mit der israelischen Regierung gehörte und noch immer gehört.“

Dann aber handelt es sich um ein Staatsgeheimnis, wer wirklich für das Debakel der missglückten Geiselbefreiung bei den Olympischen Spielen von 1972 verantwortlich war

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27904/1.html

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Wikipdia dazu:

Am 26. März 1982 wurde Langemann unter dem Verdacht festgenommen, er habe vertrauliche Informationen zur BND-Operation Eva an die Zeitschrift konkret weitergegeben. Nach deren Veröffentlichung kam es zu einem erheblichen Skandal, welche als Affäre Langemann in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einging. Am 9. November 1984 wurde er aufgrund dieser Vorwürfe zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Vor einem erwarteten höherem Strafmaß rettete ihn nur sein medizinisches Gutachten, das ihm bescheinigte, er leide unter starken Stimmungsschwankungen, Depressionen, Weinkrämpfen und Gedächtnislücken.

Da wurde Jemand geschont, offensichtlich. Volle Bezüge inklusive.

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Der Ex-Stay behind Mann Norbert Juretzko (BND) schrieb in seinem Buch „Bedingt dienstbereit. Im Herzen des BND“:

Es existierte im BND eine „Anti-Terror-Einheit“, die tatsächlich 1972 für einen Einsatz bereit gestanden hätte, aber auf lokalen bzw. föderalen Einspruch stiess.

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Der GSG 9-Gründer Ulrich Wegener (Held von Mogadischu 1977) widerspricht dem:

Es soll damals schon eine mit der GSG 9 vergleichbare Truppe des Bundesnachrichtendienstes (BND) ganz in der Nähe gegeben haben…

Wegener: Das stimmt natürlich nicht. Es gab lediglich Pläne beim Bundesnachrichtendienst für eine Stay-Behind-Einheit. Aber die waren natürlich für den Kampf gegen den Terrorismus überhaupt nicht ausgebildet, das ist keine Frage. Und die Einheit war auch noch nicht so weit. Es war mehr eine Planung als alles andere.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/interviews/Von-Sicherheit-konnte-ueberhaupt-keine-Rede-sein-article847535.html#plx1129425805

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Und dann gibt es noch die Serie von Riethmüller, 4 Teile:

War die deutsche Gladio ein Baphomet? Teil I

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Das Chaos scheint endlos zu sein… die Knoten unentwirrbar.

Probleme:

1. Ist die Personalie Langemann wichtig oder zufällig? Erst BND, dann Sicherheitsberater bei Olympia 72, dann seine äusserst dubiose Rolle als LfV-Verantwortlicher beim Oktoberfest-Attentat?

2. Stimmt es, was Lecorte schreibt, dass Heinz Lembke nicht Teil der BND Stay-behind Organisation war?

3. Riethmüller argumentiert ähnlich wie Lecorte: eine „Private Veranstaltung“ sei die Gruppe Lembke gewesen. Wessen?

4. Hat Israel ein Motiv für das Oktoberfest-Attentat gehabt, welches aus München 1972 herrührt?

5. Wurde eine „halbstaatliche CSU-BND-Organisation“ von einem anderen Geheimdienst unterwandert und für Terrorattentate benutzt? Übersteuert, wie wen man Tarnnamen fremder V-Leute unter Briefbombenattrappen 96/97 in Jena schreibt?

6. Ist die Verbindung Heinz Lembke-Heinrich Becker-Peter Naumann-Deutsche Aktionsgruppen des Manfred Röder-Münchner Bombe die Bessere, verglichen mit der linken Chaussy-These Hoffmanns WSG betreffend?

7. Gab es die behauptete Verbindung Raimund Hörnle-Sybille Vorderbrügge-Gundolf Köhler?

8. Ist der Hauptzeuge des Oktoberfest-Attentates Frank Lauterjung -wie jetzt erneut behauptet wird- ein V-Mann gewesen, und falls ja, wen observierte er? Köhler?

9. Ist es wahrscheinlich, dass der WSG Ausland das Oktoberfest-Attentat angehängt werden sollte? Operation Wandervogel soll das Kind gehiessen haben (Heymann), das ginge aus STASI-Akten hervor.

10. Die „Bekenntnisse von Stefan Wagner und V-Mann Ulrich Walter Behle“: Glaubwürdig?

11. Gibt es eine Verbindung zur Möllemann-Neonazi-Stasi-Ceska-Geschichte des Lothar Schulte?

12. Werden die neuen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zu München 1980 eine neue Legende weben, oder ist Substanzielles zu erwarten?

Okay okay, Nr. 12 ist eher rhetorisch gemeint 😉

Ende Teil 1

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6 Kommentare

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