HEILBRONN: TATORT THERESIENWIESE? DIE KT-ANTRÄGE UND ERGEBNISSE, TEIL 5

In Teil 4 hatten wir festgestellt, dass man die Kleidung der Opfer erst nach 2,5 Jahren auf DNA-Spuren untersuchte, und so erst Anfang 2010 die Ermittlungen in eine andere Richtung liefen, nämlich:

– welche Kollegen-DNA wurde gefunden?

– welche Kollegen waren dort im Einsatz? wer war in der Nähe und kam hinzu?

– welche Kollegen-DNA wurde gefunden, auf den Opfern, obwohl diese Leute gar nicht dort sein sollten?

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In den Ordnern mit den Vernehmungen von Polizisten erfolgte eine Zäsur, die klar ablesbar ist: Nach dem Mord 2007 nur „Larifari“, aber dann nach 3 bis 4 Jahren, also 2010 und 2011 die ersten „richtigen“ Vernehmungen, der Personenkreis wurde dann mit den Verweisen auf weitere Kollegen immer grösser, und füllte letztlich 4 Ordner. Auch die Familie Kiesewetter wurde erst ab 2010 intensiv und zielgerichtet auf die Polizisten-Kollegen befragt. Onkel Mike, Opa Wenzel etc pp.

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Im März 2011 hatte man 4 Kollegen-DNA identifiziert:

– Matthias Stein, M.S. 1981, am Unterziehgürtel von Michele K.. Fingerabdruckliste Mai 2007: Dak.15

– Daniel Seyboth, D.S. 1982, am Unterziehgürtel von Martin A., Fingerabdruckliste Mai 2007: Dak.21

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– Stefan Klumpp

– Rainer Belser

klumpp belser

Das hätte man 2007 ermitteln müssen, nicht erst 2010/2011.

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Bericht vom 27.7.2011, Auszüge:

Untersuchungen an den Unterziehgürteln und Koppeln der beiden Opfer

Bei einer weitereren Untersuchung an den Unterziehgürteln (Koppel, Gürtelhalter) der Opfer (Asservat MK.12_642_1/MK.18.1 2 und MA.7_642_1 und MA.7_642_2) konnten neben der Analyse der beiden Geschädigten im Einzelnen a) am Unterziehgürtel aus Diensthose von M. Kiesewetter der Berechtigte M.S.1981 analysiert werden. Dabei handelt es sich um Matthias STEIN (damaliger Angehöriger BFE 523) und b) DNA am Unterziehgürtel aus Diensthose von M. Arnold der Berechtigte D.S.1982 analysiert werden. Dabei handelt es sich um Daniel SEYBOTH (damaliger Angehöriger der BFE 523).

Lt. Gutachten handelt es sich jedoch um minimale DNA-Spurenbeimengungen. 7

Im Fall von Matthias STEIN wurde diese in einer Mischspur beider Opfer-DNA am Gürtel von M. Kiesewetter (Spur 32008/Ass. MK.12_642_1 ) und im Fall von D. SEYBOTH in einer Mischspur beider Opfer-DNA am Gürtel von M. Arnold (Spur 034002/MA.7_642_1 ) festgestellt

Laut Einheitslisten der BePo Böblingen aus 2007 sind die Kollegen SEYBOTH und M. STEIN am 25.04.2007 bei keinem Einsatz eingeteilt gewesen. Sie sind sie am Tattag nicht nach Heilbronn entsandt worden.

Dies korrespondiert mit den bisherigen Feststellungen der Soko Parkplatz, wonach bei der BFE 523 in der Kalenderwoche des 25.04.2007 eine sog. „Urlaubswoche“ angesetzt war und somit keinerlei Einsätze unter Federführung der BFE 523 gebucht wurden. Es waren lediglich einzelne Einsatzbeamte der BFE 523 freiwillig und unterstützend für andere Einheiten im Einsatz, so auch die Kollegen Kiesewetter und Arnold am 25.04.2007

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POK Stefan KLUMPP, geb. 27.04.1957 in Stuttgart
Angehöriger des TEE 521 (Gruppenführer), BPD Böblingen

Koll. Klumpp wurde im Zuge der Maßnahme 321 (Personengruppe 1) am 07.10.201 0 von den Koll. Widmer und Haubs bei der PD Böblingen vernommen

Koll. Klumpp war bei Großeinsätzen im Einsatz, bei denen auch Michele Kiesewetter eingesetzt war, z.B. am 09.02.2007 in Tübingen (Besuch ital. Staatspräsident), am 13.02.2007 in Aulendorf (Demo rechts) und am 23.02.2007 in Pforzheim (Jahrestag Bombardierung). Er gibt hierzu an, dass es zu keinem Kontakt mit Michele Kiesewetter kam. Ergänzend zu gemeinsamen Einsätzen mit Michele Kiesewetter gibt er an, sich an eine Razzia in der Disko „Luna“ zu erinnern, wo er auf der Clearingstelle eingesetzt war, er aber nicht mehr wisse, ob er Michele Kiesewetter dort gesehen hat

Kollege Klumpp war It. Einsatzlisten der BePo am 25.04.2007 ab 13:00 Uhr bis 22:30 Uhr beim Objektschutz in Stuttgart eingesetzt, was von ihm auf die Frage nach seinem Aufenthalt am 25.04.2007 so bestätigt wurde. Zu seinem Streifenpartner wurde er nicht explizit befragt.

PHM Rainer BELSER, geb. 13.07.1980 in Entringen,
Angehöriger der TEE 521 (Einsatzbeamter), BPD Böblingen

Koll. BELSER wurde ebenfalls am 07.01.201 0 bei der PD Böblingen von Kollegin Hemme vernommen.

(Hemme war anwesend, als Beate Zschäpe am 8.11.2011 in Zwickau vernommen wurde)

Koll. BELSER gibt zum 25.04.2007 an, dass er mit Koll. Fautz zusammen bei den Patch Barracks in Stuttgart zum Objektschutz eingesetzt war. Es sei ihnen schlecht gegangen, weil sie lieber in Heilbronn unterstützt hätten, der Einsatz in Stuttgart sei bis ca 21.1 5 Uhr gegangen

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Das Einsatzbuch:

os25-4

Die in der Tabelle aufgeführten Kollegen HELLSTERN, MAIER, WIEDMANN wurden im Zuge der ersten Vernehmungswelle (Personengruppe 1) bei der PD Böblingen ebenfalls vernommen. Ihre Angaben zur Opferfahrzeugnutzung und zum Ablauf des 25.04.2007 decken im Wesentlichen mit den Angaben der Kollegen POK KLUMPP und PHM BELSER.

Konkrete Fragen zum Alibi der Koll. Klumpp und Belser wurden damals allerdings nicht gestellt.

Der Streifenpartner von Koll. KLUMPP kann demnach nur Koll. HELLSTERN gewesen sein. Bei Objektschutzeinsätzen in Stuttgart werden It. Angaben auch anderer hier tätig gewesenen Kollegen in der Regel drei Kasernen von je zwei Beamten bestreift. Demnach ist es wahrscheinlich, dass die Kollegen KLUMPP und HELLSTERN bei dem dritten Objekt, den „Kelly-Kasernen“, ihren Dienst verrichteten. Die Kollegen KLUMPP und HELLSTERN wurden hierzu nicht explizit befragt.

PHM BELSER und POK KLUMPP wurden noch nicht mit den Spurentreffern
konfrontiert!

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Detail zu den Unterziehgürteln:

Asservat MK.12_642_1/MK.18.1 2 und MA.7_642_1 und MA.7_642_2

ma7

ma7-nicht

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ma7-3

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Warum wurden die Gürtelhalter nicht untersucht, warum wurde veranlasst, sie noch im November 2010 von der Untersuchung auszunehmen?

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Im August 2014 bereits veröffentlicht:

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/08/27/mysterium-polizistenmord-kollegen-als-mordergeleitschutz/

d100

Laut Einheitslisten der BePo Böblingen aus 2007 sind die Kollegen SEYBOTH und M. STEIN am 25.04.2007 bei keinem Einsatz eingeteilt gewesen. Sie sind sie am Tattag nicht nach Heilbronn entsandt worden.

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Warum konnte Seyboth (in Uniform?) am 25.4.2007 bereits um 14:45 Uhr, also 30 Minuten nach Eintreffen der ersten Polizisten am Tatort, dort Leute kontrollieren?

Wie kam der dort hin?

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Ende Teil 5

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6 Kommentare

  1. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die osmanischen Gekopfschussten einem System unterlegen sind, welches leichter durch „Sühnezahlungen“ weiter werken kann und die Heilbronner Geschichte der Kern der Ereignisse darstellt.

    Wer wird sich schon in der BRD trauen, diesen Fall in den Fokus zu rücken, wenn auf der anderen Seite „rassistische; menschenverachtende; türkenfeindliche u.s.w.“ Anschläge von statten gingen….

    Klar hat „A“ von „B“ eine Ahnung … ,
    aber bei dem Hintergrund: „Wer stellt dann noch Fragen?“.

    Die Rechnung wird nicht aufgehen^^

    Gefällt 1 Person

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