Ein veroeffentlichtes und dann wieder verschwundenes NSU-watch-Protokoll

Kleine Knobelaufgabe fuer Mitdenker:

219 fehlthttp://www.nsu-watch.info/2013/05/sitzungstermine/ (von heute)

Wie man sieht, fehlt u.a. auch der Tag 219.

Hier ist das -erst veroeffentlichte, dann wieder geloeschte- Protokoll:

219-nsu watch.pdf

Aus dem Google Cashe gefischt, web 2 pdf-Erweiterung genutzt.

Dort liest man mehrere interessante Aussagen des Zeugen Kay Steinicke:

  • Mundlos erwartete Sprengstoff von Kameraden aus den alten Bundeslaendern
  • Zschaepe wollte sich damals schon vom Boehnhardt trennen

Die offizielle Geschichte geht vollkommen anders:

  • Sprengstoff kam vom Thomas Starke, der ihn von Giso Tschirner und von Joerg Winter, siehe Bild, und zwar aus Sachsen hatte. Leider ohne Zuender…

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/08/11/untergetaucht-und-dann-was-war-nach-der-razzia-98/

  • Zschaepe lebte mit Uwe Mundlos bis zu dessen Tod am 4.11.2011 zusammen.

Geloeschtes Protokoll:

Vorhalt: Die Beziehung zu Uwe Böhnhardt war irgendwann zu Ende. Ich habe mit Beate vielleicht Ende 1997 gesprochen und hatte den Eindruck, dass sie auch selbst da raus wollte.

Was damit gemeint sei, will Götzl wissen.

St.: „Ich würde sagen, es gab gravierende soziale Probleme, es wurde massiv gegen Beate gehetzt von den beiden Uwes, es ging um die Familie von Beate.“ Er sei der Meinung, dass Zschäpe sich da „abseilen“ wollte. Für die beiden Uwes sei die Familie von Zschäpe „Assis“ gewesen. Das hätten sie auch kundgetan und sie spüren lassen, erläutert St. weiter.

Dasselbe hat auch Mundlos Jugendfreund ausgesagt, selbst ein Halbbulgare. Mischlingsbastarde mochte Boehnhardt nicht… und Zschaepe war einer.

Und nun? 

Auch die Tage 217 und 218 fehlen immer noch, darunter die sehr wichtige Aussage des BKA, demnach die Paulchen-Videos auf Andre Emingers Brenner hergestellt worden seien.

zob 3Die Freie Presse hatte das berichtet, das ZOB hatte energisch widersprochen. Eine Schiedsrichterrolle hat NSU-watch natuerlich nicht, dazu sind diese Staatsantifas viel zu subjektiv, aber gelesen haetten wir schon gern mal, wie es dort so dargestellt wird.

Wer genehmigt die NSU-watch-Protokolle, und warum klemmt es so gewaltig seit Monaten schon? Sitzt man da etwas in der Klemme? Bei der Aufsichtsbehoerde?

Das waere aber sehr bedauerlich…;)

Gibt es weitere Merkwuerdigkeiten in diesem Protokoll?

3 Kommentare

  1. Tage 217 und 218 sind – rudimentär – beim Tagesspiegel:

    NSU-Prozess – der 217. Tag
    Mysteriöse Aussage – hat Beate Zschäpe ein Kind?
    14.07.2015 18:50 UhrVon Frank Jansen

    Eine Zeugin bringt die Hauptangeklagte Beate Zschäpe mit einem kleinen Mädchen in Verbindung. Es soll dabei gewesen, als mutmaßlich Zschäpe und Böhnhardt ein Wohnmobil bei einem Verleih abholten. Das Kind habe „Mama“ zu der Frau gesagt, berichtete eine Angestellte des Verleihs der Polizei.
    Die Geschichte klingt mysteriös. Mutmaßlich Beate Zschäpe und der NSU-Mörder Uwe Böhnhardt haben im Oktober 2011 das bei einem Verleih gebuchte Wohnmobil für den letzten Raubüberfall der Terrorzelle abgeholt – gemeinsam mit einem Kind, angeblich ein Mädchen. Es habe zu der Frau „Mama“ gesagt, erinnerte sich die Angestellte der Verleihfirma bei der Vernehmung durch die Polizei im November 2011. Das war kurz nach dem dramatischen Ende des NSU, als Böhnhardt und sein Komplize Uwe Mundlos sich in Eisenach in dem Wohnmobil erschossen hatten. Sollte Beate Zschäpe, die angeblich seit einer Operation keine Kinder bekommen kann, etwa doch Mutter eines Mädchens sein? Oder ein Kind zumindest bemuttert haben?

    Die Angestellte des Unternehmens aus dem sächsischen Ort Schreiersgrün konnte sich am Dienstag im NSU-Prozess am Oberlandesgericht München nur noch an wenig erinnern. Sie wusste lediglich, dass die Frau, die sie bei der Polizei anhand von Lichtbildern als Zschäpe identifiziert hatte, sich mit einem Kind unterhalten habe. Dem Bundeskriminalamt hatte die Zeugin jedoch auch bei weiteren Vernehmungen 2011 und 2012 von einem Kind berichtet. Es sei ein etwa vier- oder fünfjähriges Mädchen gewesen, mit längeren blonden Haaren, wohl auch mit Zöpfen. Das Kind sei in der Firma in die Spielecke gegangen. Zu der Frau habe das Mädchen ein engeres Verhältnis gehabt, „ich glaube, es hat ,Mama’ gesagt“, sagte die Zeugin dem BKA.

    Aber wer soll das Kind gewesen sein? Oder hat die Zeugin in ihrer Erinnerung ein Kundenpaar mit Nachwuchs schlicht verwechselt? Bislang hat keiner der ehemaligen Nachbarn Zschäpes von einem Kind der Angeklagten gesprochen.

    Böhnhardt und Zschäpe seien beim Wohnwagen-Verleih „durch ein bislang nicht identifiziertes Kind“ begleitet worden, heißt es in der Anklage. Die Bundesanwaltschaft nennt Zschäpe allerdings auch „kinderlos“. War also der Nachwuchs eines Mitangeklagten bei der Abholung des Wohnmobils dabei? Die Kinder von André E., der in Zwickau mit seiner Familie offenbar bis zuletzt Kontakt zu Zschäpe, Böhnhardt und Uwe Mundlos hatte, scheinen erstmal nicht in Frage zu kommen: es sind zwei Söhne. Da sie aber vermutlich die einzigen Kinder waren, zu denen die drei Untergetauchten im Jahr 2011 in Sachsen engeren Kontakt hatten, ist doch nicht auszuschließen, dass der jüngere Sohn von E., 2006 geboren, im Wohnwagen-Verleih dabei war.

    Zweifel an der Geschichte

    Die Kinder des mitangeklagten Ex-NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben kommen allenfalls theoretisch in Frage. Wohlleben ist Vater von zwei kleinen Töchtern, doch er soll zu den drei Untergetauchten 2011 schon lange keinen Kontakt mehr unterhalten haben. Die Angeklagten Carsten S. – er ist schwul – und Holger G. haben keine Kinder. Die der Freundin von Holger G. leben bei deren Ex-Mann. Holger G. ist allerdings in die Geschichte des Wohnmobils verstrickt.

    Er hatte Böhnhardt einen Pass verschafft, mit dem der NSU-Mörder sich bei dem Verleih ausweisen konnte. Das Dokument enthält den Namen von Holger G., auch das Foto ist von ihm. Er sah Böhnhardt ähnlich, Mundlos hatte zudem G. die Haare so kurz geschoren, dass bei einem flüchtigen Blick auf das Foto der fast kahl rasierte Böhnhardt von Holger G. kaum zu unterscheiden war. Die Angestellte der Verleihfirma hatte bei der Polizei denn auch auf einem Foto Holger G. als den Kunden vom Oktober 2011 genannt. Doch vermutlich war es Böhnhardt. Es gibt zudem keine Hinweise, Holger G. könnte Böhnhardt und Zschäpe ein Kind mitgegeben haben für den Auftritt beim Wohnmobil-Verleih.

    Zschäpes Verteidiger bezweifeln, dass die Mandantin überhaupt in der Firma war. Die Zeugin sagte, die Frau sei mit dem Kind in einem Auto weggefahren. Zschäpe habe jedoch keine Fahrerlaubnis, sagte Verteidiger Wolfgang Stahl nach der Einvernahme der Angestellten. Und er sieht in ihrer Aussage auch eine „Diskrepanz“ zu einem zentralen Vorwurf der Bundesanwaltschaft. In der Anklage wird Zschäpe als Finanzchefin des NSU dargestellt. Doch die Angestellte sagte, Miete und Kaution für das Wohnmobil habe der Mann bezahlt, nicht die Frau mit dem Kind.

    Erstaunlich an der Erklärung Stahls war allerdings auch, dass sie von ihm kam. Zschäpe brüskierte am Dienstag wieder Stahl und die Co-Verteidiger Anja Sturm und Wolfgang Heer. Die Hauptangeklagte setzte sich so neben ihren neuen, erst kürzlich beigeordneten vierten Pflichtverteidiger, den Münchner Anwalt Mathias Grasel, dass er sie zumindest optisch wie ein Bollwerk gegen Heer, Stahl und Sturm abschirmte. Zschäpe sprach auch fast nur mit Grasel. Doch der junge Anwalt, der einen gewaltigen Prozessstoff aufzuarbeiten hat, stellte am Dienstag lediglich eine Frage. Er wollte von der Angestellten der Verleihfirma wissen, ob der Mann oder die Frau bar gezahlt hätten, die Zeugin nannte den Mann.

    Ob Zschäpe mit dem Auftritt Grasels zufrieden war, blieb offen. Sie redete ab und zu auf ihn ein, sagte aber in der Verhandlung nicht aus. Doch sie wirkte deutlich zufriedener als in den vergangenen Wochen, in denen ihr Streit mit Heer, Stahl und Sturm eskaliert war. In einem Schreiben an den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl hatte sie im Juni betont, sie denke durchaus daran, etwas zu sagen. Doch erst nach einem Bruch mit Heer, Stahl und Sturm. Götzl ordnete dann Grasel der Angeklagten bei. Für Zschäpe ist nun der bislang angeblich versperrte Weg zur Aussage frei.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/nsu-prozess-der-217-tag-mysterioese-aussage-hat-beate-zschaepe-ein-kind/12056332.html
    —————————–

    218. Tag im NSU-Prozess
    Wilde Partys in der Chemnitzer Wohnung
    15.07.2015 18:10 UhrVon Frank Jansen

    Update
    Obwohl sie im Untergrund lebten, verhielten sie sich nicht leise: Ein Zeuge berichtet im NSU-Prozess von wüsten Partys der Mitglieder der Terrorzelle in ihrer Chemnitzer Wohnung. Doch dann versucht ein zynischer Rechtsextremist, Zschäpe zu entlasten.

    Die mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle NSU haben sich nach dem Gang in den Untergrund offenbar erstaunlich unvorsichtig verhalten. Ein Zeuge berichtete am Mittwoch im NSU-Prozess am Oberlandesgericht München von wüsten Partys, die Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in einer Wohnung in Chemnitz gefeiert haben sollen. Seine Mutter habe im Sommer 2000 darüber geklagt, auf dem Balkon über ihr hätten Männer laut gegrölt und „Bier runtergeschüttet“, sagte der Zeuge. Die Mutter war Mieterin in dem Haus Wolgograder Allee 76, in dem Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe laut Anklage von April 1999 bis Juli oder August 2000 gelebt haben. Die Wohnung unter dem Dach soll der mitangeklagte Rechtsextremist André E. gemietet haben.

    Der Zeuge schilderte auch „Zusammenstöße“ zwischen seiner Mutter und Zschäpe. Als sich die Mutter über den Krawall beschwerte, sei sie von Zschäpe „abgekanzelt“ und beschimpft worden. Zschäpe soll der alten Frau gesagt haben, sie solle sich „um ihr eigenes Zeug kümmern“. Der Zeuge, der in einem anderen Haus lebte, intervenierte aber nicht, obwohl er nach eigener Erinnerung Zschäpe einige Male im Treppenhaus begegnet sein will, als er seine Mutter besuchte.

    Die alte Frau verzichtete offenbar darauf, die Polizei zu rufen. Hätte die Mutter es getan, wären Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe womöglich in eine heikle Situation geraten und hätten auffliegen können. Dass sie trotz dieser Gefahr wüst gefeiert haben sollen, zeigt offenbar, wie sicher sich die drei im Sommer 2000 in Chemnitz gefühlt haben.

    Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe hatten sich im Januar 1998 aus Jena abgesetzt, als die Polizei in einer von Zschäpe gemieteten Garage halbfertige Bomben entdeckte. Die drei konnten sich mit Hilfe von Rechtsextremisten in Chemnitz verstecken, dort wechselten sie mehrere Male die Unterkunft. In der sächsischen Stadt begannen Mundlos und Böhnhardt zudem im Dezember 1998 mit der Serie von Raubüberfällen. Im Sommer 2000 zogen die drei dann aus ungeklärten Gründen nach Zwickau um. Dort verhielten sich Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe nach Angaben ehemaliger Nachbarn ruhig und fielen nicht auf.

    Zschäpe folgte der Aussage des Zeugen zeitweise mit halboffenem Mund. Mehrmals redete sie auf ihren neuen Pflichtverteidiger ein, den Münchner Anwalt Mathias Grasel. Der junge, spröde wirkende Jurist antwortete nur kurz, in der Mittagspause beriet er sich dann mit Zschäpe. Die anderen drei Verteidiger wurden von der Hauptangeklagten weitgehend ignoriert.
    Rechtsextremer Zeuge provoziert Gericht

    Am Nachmittag provozierte ein rechtsextremer Zeuge mit einer Arroganz, die kaum zu übertreffen sein dürfte. Schon auf die Frage nach seinen Personalien gab Mario B. in herablassendem Ton nur unvollständige Antworten. Als der Vorsitzende Richter Manfred Götzl ihn ermahnte, kam die höhnische Antwort „beruhigen Sie sich mal“. Götzl wies den Zeugen in scharfem Ton zurecht, doch Mario B. schraubte seine Überheblichkeit nicht zurück. Und der szeneuntypisch wie ein Geschäftsmann im dunkelblauen Anzug und mit Krawatte auftretende Zeuge präsentierte ungeniert seine krude Gesinnung. In der selbst die NPD als zu lasch gilt.

    Die Partei habe „das Wort ,demokratisch’ im Namen, das war für uns nicht zielführend für eine bessere Welt“, schwadronierte Mario B. Er war in den 1990er Jahren eine Art Vizechef der Neonazi-Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz (THS)“ und hielt nichts davon, sich in der NPD zu engagieren. Diese Einstellung teilte er offenbar mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe. Sie waren über die „Kameradschaft Jena“ mit dem THS verbunden. Im Gericht schilderte Mario B. nun häppchenweise seine Bekanntschaft mit den dreien – und versuchte, Zschäpe zu entlasten.

    Sie habe vermutlich nicht gewusst, was in der zur Bombenwerkstatt umfunktionierten Garage in Jena „drin war“, meinte der Zeuge. Das Vertrauensverhältnis, das Mundlos und Böhnhardt zueinander hatten, „war stärker als das zu Beate“. Mario B. meinte sich zu erinnern, überrascht gewesen zu sein, als er 1998 mitbekam, dass Mundlos und Böhnhardt gemeinsam mit Zschäpe untergetaucht waren.

    Die Aussage passt, womöglich von Mario B. auch so beabsichtigt, zu einem Punkt im Geständnis, das der Angeklagte Carsten S. im Juni 2013 kurz nach Beginn des Prozesses abgelegt hatte. Carsten S. schilderte, wie er die Pistole Ceska 83 zu Mundlos und Böhnhardt nach Chemnitz gebracht hatte und dass die beiden Männer ihm dort von einem Sprengstoffanschlag mit einer präparierten Taschenlampe in Nürnberg erzählten. Als Zschäpe sich näherte, hätten Mundlos und Böhnhardt „psscht gesagt, damit die das nicht mitbekommt“, berichtete Carsten S. Dass er versucht haben könnte, gezielt Zschäpe zu entlasten, gilt angesichts seiner kompletten, auch ihn selbst und den Mitangeklagten Ralf Wohlleben stark belastenden Aussage als wenig wahrscheinlich. Offen bleibt allerdings, ob nun Mario B. in seiner zynischen Art an die Tendenz der Aussage von Carsten S. anknüpfte, um Zschäpe zu helfen – oder ob die Angeklagte in der Anfangsphase des NSU tatsächlich nicht in jedes Verbrechen von Mundlos und Böhnhardt eingeweiht war.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/218-tag-im-nsu-prozess-wilde-partys-in-der-chemnitzer-wohnung/12060466.html

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