NSU Hessen: Der Verfassungsschutz war kooperativ?

Warum sagten Staatsanwalt Dr. Wied und Soko-Chef Hoffmann Gestern aus, das HLfV sei grundsätzlich kooperativ gewesen?

focus quellen

http://www.focus.de/regional/wiesbaden/landtag-nsu-ausschuss-keine-hinweise-am-tatort-auf-rechten-hintergrund_id_5105368.html

Wer es im Detail nachlesen will: Ab Seite 82, gut 50 Seiten:

»Protokoll Nr. 21«: 28. Juni 2012, 10.00 Uhr

Tagesordnung

Vernehmung von Zeugen, im Einzelnen:

  • Präsident des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke
  • Leitender Kriminaldirektor beim Polizeipräsidium Nordhessen Gerald Hoffmann

Genauer als im Wortprotokoll des stenographischen Dienstes des Bundestags geht es nicht.

Gestern wurde uns bei Twitter klar, dass auch der SPD-Mann Tobias Eckert den Ablauf der geplanten Quellenvernehmungen nicht fehlerfrei auf die Reihe bekommt. siehe:  http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/11/24/nsu-hessen-aktiver-staatsschutz-durch-den-ausschuss/

Daher kurz eine kleine Nachhilfe, alles was man dazu braucht ist das Bundestagsprotokoll, Eingangsstatement des Zeugen Gerald Hoffmann, Chef der Soko Cafe: Seite 85/86 des Dokuments.

ho1 ho2

Hier liegt das Problem in der dargestellten Tatsache, dass um 17:19 Uhr ein V-Mann von Temme angerufen wurde. aber warum hatte der eine Geheimnummer?

V-Leute sind geschwaerzt, aber die Halter der SIM sind feststellbar. Weisse Felder: Nicht feststellbar. Steht auch dort, siehe 17:19:53 Uhr:

Der Inhaber der Nummer 015203… (steht ja da!) war nicht feststellbar. Also eine Geheimnummer.

Da aber niemand die Akten liest… und auch den Blog nicht studiert… passiert halt auch nichts… schon Hoffmann erzaehlte 2012 Märchen?… die man immer wieder abschreibt?

Bouffier lehnte also im Oktober 2006 die direkte und die indirekte Befragung der islamischen V-Leute ab. Dann ging aber doch noch was: NACH der Ablehnung!

ho3So isses.

wi20 wi21 wi22 wi23Sehr konfus. Da müssen ein paar Leute dringend das 3 Jahre alte Bundestagsprotokoll nachlesen.

Kurzfassung: LfV-Präsident Lutz Irrgang hatte das Gespräch am 25.4.2006 abgesagt, er wolle nicht mit Hoffmann und Dr. Wied reden, sondern nur mit dem zuständigen Kasseler Polizeipräsidenten. Er schickte dann seinen Geheimschutzbeauftragten Hess zum Termin. Der fand am 30.6.2006 in Kassel statt. Irrgang selbst sprach später mit dem Kasseler Polizeipräsidenten, der von der Bundesanwaltschaft stammt.

Soko-Chef Hoffmann wollte damals nicht etwa Gärtner vernehmen, den kannte man ja bereits, sondern es ging um Temmes Alibi für den Dortmunder Mord an Kubasik am 4.4.2006, also 2 Tage zuvor. VM 6623 laut Temmes Tagebuch. Sehr kooperativ heisst: Man bekam nicht nur das Tagebuch Temmes, sondern auch das Fahrtenbuch etc.

Siehe: http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/02/26/bouffier-temme-yozgat-gp-389-vm-6623-klarstellungen-zur-desinformationskampagne/

und:

Temme telefonierte 20 Minuten nach dem Mord Yozgat mit 0152/03957141, aber war das VM 6623 ?

Unsere Aktenanalyse ergibt: Nein. Das war eine Geheimnummer, nicht VM 6623. Oder VM 6623 hatte diese Geheimnummer. Aber warum? Und von wem bekommen?

Warum klaerte man das nie? Weder 2006 noch Gestern. Man stellt einfach dar, es sei Gärtner gewesen… totaler Quatsch! Staatsschutz auch durch den HR…

LfV Geheimschutzmann Hess bot am 25.4.2006 Hilfe an, um Temmes Alibi (VM 6623 am 4.4.2006 durch die Gegend gefahren) an:

Und dann war Temme raus. Kein Tatverdacht mehr, und das HLfV wollte ihn im Juni 2006 aus der Beurlaubung heraus reaktivieren. „bester Mann“…

Hoffmann hat schon den Bundestags-Ausschuss getäuscht, 2012:

Es war auch für uns die Überlegung im Raum, dass möglicherweise nicht Halit Yozgat Ziel der Tötung gewesen sein sollte,sondern möglicherweise sein Vater. Denn wenn die Dinge normal gelaufen wären, hätte der Vater, Ismail Yozgat, seinen Sohn etwakurz vor fünf im Internetcafé abgelöst, sodass wir auch da den Blick drauf wenden mussten.

Kann nicht sein, wenn doch die Schüsse nach 15:30 Uhr, aber vor 16:30 Uhr abgegeben wurden! Auffindung ca. um 17 Uhr.

Warum hat man dieses Gutachten schon 2006 einfach so kommentarlos abgeheftet? Wen hat man damit geschuetzt?

Hoffmann 2012:

Im Ergebnis sieht es so aus, dass wir -ich habe es immer so auf den Punkt gebracht-in den Ermittlungen bis zum 04.11.2011 nichteinen Millimeter weiter waren als zum Zeitpunkt der Tat.

Und das wohl mit Absicht…

Erklärt auch, warum die Soko die V-Leute nicht einfach befragte, worueber sich Binninger so aufregte. Bundestag, Seiten 97/98:

ho4Es geht also um das Telefonat 20 Minuten nach dem Mord. Nach dem Auffinden ist richtig!

Jetzt schwingt sich Binninger zum obersten Staatsschützer auf:

ho5Binninger lenkt auf Gärtner, GP 389,  weg von VM 6623. Das ist echter Staatsschutz.

Hoffmann spielt mit:

ho6

Welch peinliches NSU-Staatsräsontheater… erbärmlich. Es geht doch um die Geheimnummer 01520… und um VM 6623. Das ist aber ein Muslim, und nicht GP 389 Gärtner… ebenso wie VM 650, den Temme anrief am 6.4.2006.

Dazu wechseln wir das Bundestagsprotokoll:

»Protokoll Nr. 27«: 11. September 2012, 10.00 Uhr
Tagesordnung
Vernehmung von Zeugen:

  • Oberst a. D. Dieter H.
  • Andreas T.
  • Direktor a. D. des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen, Lutz Irrgang

Seite 67:

irr1

Weiss das der Ausschuss alles nicht?

Auf dem kleinen Dienstweg, ganz ohne Bouffier, wurden die muslimischen V-Leute Temmes bereits im April 2006 befragt. Wahrscheinlich wegen des Alibis vom Temme der Moslem VM 6623 (4.4.2006, Mord Dortmund) und wegen des Anrufes am 6.4.2006 VM 650.

GP 389 Benjamin Gärtner war voellig uninteressant. Zunächst.

Seite 73:

irr2Warum weiss das Niemand, und es liest auch Niemand nach?

Weil das der NSU-Pappdrachen der staatshörigen Journaille ist.

Man wollte dann Gärtner vernehmen, weil es eine neue Profiler-Analyse gab. Von Alexander Horn, LKA Bayern. Einzeltäter bzw. Serientäter-These. Parallel oder alternativ zur Organisationstheorie. „Düstere Parallelwelt“…

Und, was sagte das LfV Hessen dazu?

Seite 74:

irr3

Null Problemo, vernehmt ihn!

Der HR hat sich korrigiert. Heute.

Wann korrigiert sich Staatsschuetzer Binninger?

wi-sorry.

Alles was danach kam ist staatliche und journalistische Desinformation. Insbesondere die unheilvolle Allianz zwischen Staatsschuetzern wie Clemens Binninger und Staatsschuetzern der Antifa sorgt dafuer, dass man seit Jahren nicht weiter kommt.

Und so schuetzt man den Tiefen Staat. Gemeinschaftsaufgabe Staatsschutz, und alle spielen mit.

23.11.2015 NSU-UNA: Ermittler hätten V-Leute vernehmen können

Okay, manche Regierungsparteien übertreiben es ein wenig. Hätten sie nicht, nur den „NSU-Helfer“ Benjamin Gärtner, Altlast des HLfV.

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Ein Kommentar

  1. Langsam dürfte klar sein aus welcher Ecke der Nummerinhaber stammt.
    Gleichgültig wie „Top-secret“ der 01520-Anschluß war, A.T.´s war es nicht – folglich wäre es interessant zu wissen, ob und wann die Nummer noch gewählt wurde(Erweiterung: von wem sonst)… .
    Auch denkbar wäre das Verfolgen der Logdaten(ISMI etc.).

    Deutlich zu erkennen ist, dass die Mittel und Möglichkeiten nicht genutzt werden, bzw. das Scheitern der Bemühungen nicht dokumentiert wird-geschweige denn mit Nachdruck daran gearbeitet wird, jemanden(Alle oder Einen) Sanktionen auszusetzen, um „brutalstmögliche“ Aufklärung zu Betreiben.

    Versagt die Planung, dann muß angepackt werden(Handwerker; Bestatterpraktikanten).

    So könnte man doch denken, das Informanten unter dem Halbmond gefährlich und kurz leben – und die ultrabösen Nationalen einen V-Mann*innen nach dem anderen serviert bekommen – ohne dass ein relevanter Schutz von Nöten wäre.

    Dumm gelaufen Antifa.

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