Der Kasperles-Ausschuss Ländle hat fertig. 1000 Seiten Gedöns

Chuzpe muss man haben, und Chuzpe hatten sie. So wie der NSU-Ausschuss Ländle gestartet war, endete er auch: Ignorant und unwillig, irgendwas aufzuklären.

Rückblende, Januar 2015:

Kasperles NSU-Ausschuss Ländle: „Ausdruck von Bequemlichkeit und Hilflosigkeit“

Das stammt vom Zeugen Patzelt, Wissenschaftler aus Dresden:

Für den Dresdner Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt ist die Entscheidung, Journalisten und Autoren als Zeugen zu laden, allerdings „ein Ausdruck von Bequemlichkeit und Hilflosigkeit“. Patzelt sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Journalisten danach zu befragen, was sie herausgefunden haben, läuft auf Lesefaulheit heraus.“ Was diese recherchiert hätten, hätten sie ja publiziert.

Sehr richtig. Damals wie heute.

Es gibt einen sehr ausfürchlichen Forenstrang mit Vollzitaten der wichtigen Zeitungsartikel. Dort finden sich auch unendlich viele Links.

Was Patzelt Anfang 2015 attestierte, nämlich Faulheit und Bequemlichkeit, das liest man jetzt wieder:

Der Heilbronner Polizistenmord 2007 sei mit höchster Wahrscheinlichkeit von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos vom Nationalsozialistischen Untergrund begangen worden. Hinweise auf Helfer habe es nicht gegeben – auch nicht darauf, dass Michèle Kiesewetter oder ihr schwerverletzter Kollege gezielt ausgesucht worden sei. Das erklären die vier Fraktionen einhellig. Damit seien alle Verschwörungstheorien aufgelöst, sagt Matthias Pröfrock (CDU). SPD-Obmann Nikolaos Sakellariou spricht vom Ende der Mythen. Jürgen Filius (Grüne) sieht aber noch offene Punkte. Er redet lieber von Zwischen- als von Abschlussbericht.

Staatsschutz. Nichts kapiert, weil nichts kapiert werden sollte.

Manche Fragen dürften offen bleiben, meint Ulrich Goll (FDP). Dennoch gebe es eine Indizienkette, die für die Täterschaft der NSU-Männer spreche – „weil für andere Theorien keine Hinweise bestehen“. Allerdings ist das nicht die Meinung aller Beteiligten im Ausschuss. Die Kritiker äußern sich nur hinter vorgehaltener Hand. So fehlten im Abschlussbericht weitere Hinweise auch deshalb, weil Zeugen oftmals wegen mangelnder Aktenkenntnisse nicht ausreichend befragt worden seien.

So ist es. Ein Ausschuss ohne Aktenkenntnis, der sich vorführen liess. Und das allzu gern.

Ich muss -zum ersten Mal- den Thumilan von der SWP loben. Klasse Artikel!

swp gut

Woran ist die Aufklärung des Mord-Verdachtsfalls Florian Heilig gescheitert?

An der Familie Heilig selbst. Nicht an der Polizei, aber sehr wohl am OSTA Stefan Biehl (heute Bundesanwalt).

An der Familie Heilig, die das Nachfinden des 1,5 Jahre lang vermissten Autoschlüssels im Zusammenspiel mit Prof. Hajo Funke zuliess, den sie, die Familie, haette finden muessen. 1,5 Jahre lang.

Da war es zu Ende, genau in diesem Moment.

49 Sekunden:

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Gescheitert ist die Aufklärung auch wegen NSU-Luftpistolenbetrügern wie Wolf Wetzel, die aus einer Paintballwaffe eine Dienstpistole aus Heilbronn machen wollten.

Siehe auch:

Wolf Wetzel – ein Propagandaverbrecher

Denn:

1,5 Jahre später findet man (wer genau ist „man“? Funke und Tatjana Heilig und wer noch?) in diesem Wrack eine Machete, und eine Umarex-Luftpistole, die man prompt als Dienst-Waffe vorgeführt bekommt, was sie nicht ist.

Die Familie Heilig selber hat 1,5 Jahre lang einen Pappdrachen aufgebaut, dem man nur allzu bereitwillig folgte.

Auch behauptete der Vater 2013, es habe keine Benzinkannisterreste gegeben, aber 2015 war plötzlich ein verschmorter Rest davon im Auto.

Der Abschlussbericht zum Fall Florian Heilig ist wertlos. Florian Heilig wusste angeblich, wer die NSU-Mörder waren, nämlich Alex, Matze, Nelly und Franchic, und nicht die Uwes. Auch das wird bis heute vertuscht, diese Aussage des Vaters vor dem Ausschuss. Weil es Krokus ist, also aus Irland stammt.

Moser vertuscht es, die Kontextwochenzeitung ebenso, die Leitmedien sowieso.

Ausnahme: Die FAZ. Dickes Lob!

FAZ 02.03.2015

Florian H. soll mehrfach Andeutungen gemacht haben, die Hintergründe dieser Tat zu kennen. „So lange Alexander, Matze, Nelly und Franschyk nicht auf der Anklagebank sitzen, ist die Aufklärung der NSU-Morde eine Farce“, zitierte Gerhard H., sichtlich traumatisiert eine Aussage seines Sohnes über die angebliche Beteiligung früherer Gesinnungsgenossen an der Tat.

florian-krokus-www-faz-net.pdf (sowas wird in ca. 20-30 Jahren wieder gebraucht)

Ein riesiger Pappdrache Florian Heilig wurde konstruiert und ausgeschlachtet. Kann man das irgendwo ausserhalb dieses Blogs lesen? Natürlich nicht…

Was den Pappdrachen-Konstrukteuren vorzuwerfen ist: Durch Vertuschung haben sie dazu beigetragen, dass die sowieso knappe Zeit weiter verplempert wurde.

Sie tragen dadurch eine Mitschuld an der Nichtaufklärung des Polizistenmordes von Heilbronn.

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Der Mythos „Kiesewetter orten, um sie umzubringen“ ist nichts Anderes als Verdummung:

31 Sekunden:

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Es waren mit Sicherheit nicht 8 ominöse SMS, es war das Funkgerät, dessen Gespräche gar nicht aufgezeichnet wurden. So dumm, eine Ortung mittels registrierter SMS durchzuführen waren die Täter ganz sicher nicht.

August 2014:

Die Rolle von Ermittlungsbehörden und Politik war und ist dubios. Handfunkgeräte wurden vertuscht, deren Funk gar nicht aufgezeichnet wurde. Überwachungsbänder verschwanden.

September 2014:

Plärrendes Funkgerät in der Beifahrertür, DNA-frei, ohne Fingerabdrücke

cd4a8-funk2bis2bnich

Sowas gibt es nicht. DNA etc findet man immer, und zwar von Demjenigen, der die Funkgeräte dort reingelegt hat. Dasselbe Drama beim Diensthandy. Nichts dran. Geht nicht.

All das war nie Thema in diesem Ausschuss.

Jetzt kommt das Beste: Im Womo deponierte Dienstwaffe wurde schon Ende 2007 von den Uwes fotografiert: Mythen-Debunker ohne Hirn in Hochform!

40 Sekunden:

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Ich hab schallend gelacht, denn das LKA Stuttgart hat 2011 eiskalt die Nummer der Pistole Arnold „erkannt“, während die NSU-Beweisfestplatte EDV 11 Hochauflösende Fotos der Pistole Kiesewetter beinhaltete. Auswertung dieser Festplatte beim BKA, bzw. bei einer externen Firma. Wenn die mal nicht zum BND gehörte… LOL.

Auf deutsch: Keine Waffennummer im noch im November 2011 geänderten Video erkennbar.

Der Clown in den Audiofiles, heisst der Sakellariou, SPD?

Der muss eine Talkshow bekommen! Super Typ. Dschungelcamp-Kandidat deluxe.

Die Faulheit und die totale Ignoranz triumphieren wie vorher gesagt zu Beginn. Bravo, Prof. Patzelt. Und dabei sind solche „Kleinigkeiten“ wie die Zwickauer Blutjogginghose (unbeschädigt in total ausgebranntem Katzenzimmer gefunden) noch gar nicht in ihrer DNA-Losigkeit erfasst. Macht aber fast nix, da das Blut eine Sekundärspur war, der Träger also nicht einer der Schützen war.

Der Kasperles Ausschuss Ländle hat die in ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt. Weil es keine Erwartungen gab. Jedenfalls nicht seitens des AK NSU. Hessen wird ganz genauso laufen, NRW sowieso.

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Schönen Sonntag!

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