Die Bomben aus dem Baumarkt – wie deutsche Sicherheitsbehörden von der realen Gefährdungslage abzulenken versuchen

von moh

Handelt es sich bei der Berichterstattung um die islamistischen Baumarkt-Bombenbastler um ein strategisches Lock- und Ablenkmanöver der Sicherheitsbehörden?

http://www.express.de/koeln/chemikalien-verkauf-so-erinnert-das-bka-die-baumarkt-mitarbeiter-an-ihre-verantwortung-23431802

27.01.16

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Das BKA schickte diese „Handreichung“ an alle deutschen Baumärkte. Der Flyer soll Kassierer und Mitarbeiter sensibilisieren und daran erinnern, Verdächtiges zu melden.

Wie lässt sich dieser Artikel des Express interpretieren?

Wichtige Information der Sicherheitsbehörden an alle Islamisten: Chemikalien zum Bombenbauen gibt es im Baumarkt!“

Wir machen hier keine Fortbildungsveranstaltung für Attentäter“, sagte NRW-Innenminister Jäger im November 2015, um eine öffentliche Diskussion des schlechten Ausrüstungsstandes der NRW-Polizei zu beenden.

http://www.derwesten.de/politik/nicht-genug-schutzwesten-streit-um-ausruestung-der-polizei-id11303712.html

22.11.2015

Ist die NRW-Polizei für Terror-Attacken ausreichend gewappnet? Nach den Anschlägen von Paris sieht sich Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) erneut einer Debatte über die Ausstattung seiner Beamten für besondere Einsatzlagen konfrontiert …

Nach den Pariser Anschlägen stieß der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, Arnold Plickert, in das gleiche Horn: Die NRW-Hundertschaften seien erst gar nicht mit Schutzwesten der „Kategorie 4“ ausgestattet, die allein den Beschuss durch großkalibrige Waffen aushalten können. Jäger verwahrte sich deutlich gegen eine öffentliche Debatte über den Ausrüstungsstand der NRW-Polizei. „Wir machen hier keine Fortbildungsveranstaltung für Attentäter“, sagte er im Landtag.
Es sei unverantwortlich, in der gegenwärtigen Stimmungslage über angebliche Defizite zu räsonieren. Der Ausstattungsstand sei „gut bis sehr gut“ und in der Breite besser als in den übrigen Bundesländern, so Jäger..

http://www.wz.de/home/politik/nrw/ueber-schutzwesten-mulmige-gefuehle-und-netzpropaganda-1.2063213

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Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) äußert sich am 18.11.2015 im Innenministerium in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) zu Sicherheitsmaßnahmen.

Bei Anschlägen mit großkalibrigen Waffen wie in Paris wäre die NRW-Polizei den Angriffen ohne ausreichende Schutzausrüstung ausgesetzt. Was könnten wir erwarten, wenn IS-Kämpfer in Nordrhein-Westfalen an einem öffentlichen Platz um sich schießen würden?

Würde das Resultat dasselbe sein wie bei den Übergriffen des Sex-Mobs in Köln, eine Polizei, die aus sicherer Entfernung verzweifelt zuschauen müsste, und diesmal wenn hunderte Menschen niedergeschossen würden?

Es gibt sie, die Schläfer des IS, und man wird sie sicherlich nicht unter den registrierten Bewohnern der Flüchtlingsunterkünfte entdecken. Sie rasieren sich den Bart und passen sich an. Sie verhalten sich höflich gegenüber Frauen, wollen Deutsch lernen und sich angeblich integrieren oder sie benehmen sich schlichtweg wie Kriminelle – ohne IS-Bekenntnis. Sie sind im Flüchtlingsstrom mit geschwommen, besitzen gefälschte oder überhaupt keine gültigen Papiere. Erst wenn die Bundesregierung irgendwann doch einmal notgedrungen die deutschen Grenzen schließen wird, wenn nach dem Einmarsch von 5 Millionen „Flüchtlingen“ in Sachen Unterbringung nichts mehr geht und die öffentliche Ordnung komplett zusammengebrochen ist, dann werden wir erfahren, wie viele IS-Kämpfer mit Sprengstoffgürteln sich unter den Flüchtlingsstrom gemischt haben und wie viele sich mit Kalaschnikows, geliefert über die offenen Grenzen, eingedeckt haben. Selbstmordattentate sind praktisch nicht zu verhindern, vor allem dann nicht, wenn die Anzahl an eingereisten Schläfern nicht abschätzbar und ihr Aufenthaltsort nicht lokalisierbar ist.

Das subjektive Sicherheitsgefühl der Deutschen ist seit den Sylvester-Übergriffen durch Flüchtlinge empfindlich gestört. Die Bevölkerung bewaffnet sich, Pfeffersprays, Gaspistolen und Waffenscheine werden zu begehrten Objekten, Bürgerwehren gründen sich. Die „abstrakte Gefahr“ ist nicht wegzudiskutieren.

Was kann die Regierung tun, um mögliche islamistische Attentäter präsentieren zu können, die von unseren Sicherheitsbehörden ach so erfolgreich aufgehalten wurden?

Wie kann das Vertrauen der Bevölkerung in die Schutzfunktion der Polizei wiederhergestellt werden?

Bezüglich des Ausrüstungsstandes der Polizei wünscht man keine „Fortbildungsveranstaltung für Attentäter“, was den Bombenbau betrifft, sieht das ganz anders aus.

Es wird dafür gesorgt, dass jeder noch so unfähige Möchte-gerne-Terrorist in den Glauben versetzt wird, mal eben mit Hilfe des nächstgelegenen Baumarkts und den per Google-Suche leicht auffindbaren Bombenbauanleitungen eine funktionsfähige Bombe bauen zu können.

Die durch Überwachung der Bombenbauanleitungs-Seiten und der Baumärkte ermittelten „Terroristen“ werden in hochstilisierten Showprozessen dann medienwirksam für ihre „Gedankenverbrechen“ abgeurteilt, wobei noch einmal mit Nachdruck betont wird, dass wirklich Jedermann heutzutage ein Bombenattentat verüben könne.

Da die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht über ausreichende Kenntnisse in Sachen Sprengstoffsynthesen verfügt, lassen sich durch Bekanntgabe chemischer Halbwahrheiten auf Laien überzeugend wirkende Bedrohungsszenarien konstruieren.

halil dBILD

Ein Beispiel für diese Taktik der gezielten Angstmache ist der Hype um den angeblich knapp vereitelten Anschlagsplan des Islamisten Halil D. Der Kauf von drei Litern knapp 20-prozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung in einem Baumarkt und die angeblichen Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf das Radrennen rund um Frankfurt führten am 1. Mai 2015 zur Absage des Rennens. Nur anhand der Ausflüge des Halil D. zur Rennstrecke wurde eine konkrete Bedrohungslage für das Großereignis hergeleitet. Solch eine Überreaktion hat mit umsichtigem verantwortungsvollem Handeln von Sicherheitsbehörden nichts mehr zu tun.

http://www.focus.de/politik/deutschland/vereitelter-terroranschlag-in-oberursel-bombenbastler-halil-d-verweigerte-an-der-uni-frauen-die-hand-zu-geben_id_4655078.html

Terroralarm in Oberursel Bombenbastler Halil D. studierte mit Al-Kaida-Helfer

Sonntag, 03.05.2015, 12:14

Der Terrorverdächtige Halil D. aus Oberursel hat nach Medieninformationen zusammen mit einem verurteilten Al-Kaida-Helfer studiert. An der Uni sei er strikt religiös aufgetreten, erzählt ein Ex-Kommilitone.…

Halil D. war nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) zuletzt Hartz-IV-Empfänger. Damals aber habe er Chemie in Frankfurt studiert.

In der Wohnung des Ehepaars, die SEK-Beamte am Donnerstag durchsucht hatten, sollen die Beamten neben einer funktionstüchtigen Rohrbombe und verschiedenen Chemikalien auch schriftliche Unterlagen zum Bau von Bomben gefunden haben…

Ein Spezialeinsatzkommando und Fahnder des LKA und der Polizei hatten das Ehepaar aus Oberursel in der Nacht zu Donnerstag festgenommen. Beiden werden verdächtigt, einen Anschlag vorbereitet zu haben. Ermittler fanden auf einem Computer des Ehepaars unter anderem Gewaltvideos. Da Mittäter noch nicht ausgeschlossen werden können, sagten die Behörden das traditionelle Radrennen am 1. Mai in Frankfurt am Main ab…

Ein gescheiterter Chemiestudent ist auf die „Ich baue eben mal eine Bombe“- Masche reingefallen, mit der unsere Sicherheitsbehörden seit der Sauerlandgruppe die Islamisten zu ködern versuchen.

https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/01/29/die-gescheiterten-bombenbauversuche-der-islamisten-zwischen-2006-und-2012/

Im Prozess vor dem Frankfurter Landgericht zeigt sich nun, dass bei Halil D. sicherlich ein Interesse am Bombenbau festzustellen war, Beweise für einen konkreten Anschlagsplan jedoch nicht vorlagen.

FAZ Rhein-Main / Frankfurter Allgemeine Zeitung – Rhein-Main-Zeitung, Di 26.01.2016

Seite 33

Rhein-Main-Zeitung

Wand besprüht oder Attentat vorbereitet?

hs. FRANKFURT/OBERURSEL.

Ob Halil D. einen Anschlag auf das Radrennen rund um Frankfurt plante und wie entschlossen er dazu war – diese Frage wird, wenn überhaupt, wohl erst am Ende eines mühsamen und langwierigen Indizienprozesses zu klären sein.

Gestern, am zweiten Tag der Verhandlung vor der Staatsschutzkammer des Frankfurter Landgerichts, präsentierte der Leiter der Ermittlungen im Landeskriminalamt (LKA) zwar eine Fülle von Erkenntnissen, ein zwingender einzelner Beweis war aber nicht darunter. Der 36 Jahre alte Deutsche türkischer Abstammung, der mit Frau und zwei kleinen Kindern in Oberursel unmittelbar an der Strecke des Radklassikers wohnte, ist der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat angeklagt.

Wie berichtet, halten ihn Oberlandesgericht und Landgericht für hinreichend verdächtig, das Attentat für den 1.Mai vorbereitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hielt die Beweise hingegen nicht für ausreichend, um einen solchen konkreten Tatplan nachzuweisen. In der Anklageschrift war daher nur von einem Angriff auf ein Großereignis die Rede. Das Rennen war gleichwohl am Vorabend abgesagt worden, nachdem die Polizei die Wohnung von D. durchsucht und ihn sowie seine Frau unter Terrorverdacht festgenommen hatte. Genug deutete in diesen Stunden darauf hin, dass die Gefahr groß sei: Im Keller des Hauses fand man eine Rohrbombe, Pistolen, Teile eines Sturmgewehres, Munition und Messer. Unklar war zudem, was mit den drei Litern Wasserstoffperoxid geschehen sollte, die der ehemalige Chemiestudent einen Monat zuvor unter falscher Identität in einem Baumarkt in Frankfurt gekauft hatte. Die Verkäuferin hatte die Polizei eingeschaltet. Das Pärchen, er mit Rauschebart nach Salafisten-Art, sie vollverschleiert, hatte ihren Argwohn erregt, zumal als Zweck des Kaufs die Bekämpfung von Schimmel angegeben wurde, die erworbene Menge des Desinfektionsmittels dafür aber ungewöhnlich hoch war. Mit Hilfe dieser Chemikalie einen Sprengsatz zu basteln ist dank des Internets inzwischen eher eine leichtere Übung; D. war auf der Seite „Der kleine Sprengmeister“ unterwegs. Ein Gutachter hat, wie der LKA-Beamte gestern vor Gericht sagte, festgestellt, dass die Konzentration von knapp 20 Prozent zum Bombenbau geeignet ist. Andererseits ergab die kriminaltechnische Analyse, dass tatsächlich eine feuchte Wand mit einem Desinfektionsmittel behandelt worden war. Und das, was von der Substanz fehlte, fand sich in einer Sprühflasche: „Ein für die Herbeiführung einer Explosion nicht gerade zielführendes Behältnis“, merkte der LKA-Beamte dazu an.

Eine womöglich harmlose Erklärung für die Rohrbombe, gefüllt mit Nägeln und Stahlkugeln, gibt es freilich bisher nicht. Laut Sachverständigem hätte sie gezündet werden können und wäre im Umkreis von mindestens neun Metern tödlich gewesen. Wann sie gebaut wurde, lässt sich freilich nicht mehr feststellen. Halil D. wurde vom 10. April an observiert; auch seine Telekommunikation wurde überwacht. Von einem Gespräch, einer E-Mail oder einem Tweet, in dem er einen Anschlagsplan preisgibt, ist nichts bekannt. Alarmierend für das LKA waren vielmehr Fahrten, die D. wenige Tage vor dem Rennen an neuralgische Punkte der Route führten, so etwa zu der bei Zuschauern beliebten „Applauskurve“ zwischen Oberursel und dem Sandplacken….

Die Verbindungen des Angeklagten zu salafistischen oder islamistischen Kreisen und das Betrachten von Gewaltvideos der Terrororganisation „Islamischer Staat“ wird die Verteidigung, wie sich schon gestern andeutete, als zumindest nicht strafbare Kontakte und Vorlieben darstellen.

halil d prozessHalil D. beim Prozess

Man sollte sich zunächst einmal die Frage stellen, ob aus dem gekauften Wasserstoffperoxid denn überhaupt irgendein Sprengstoff hätte hergestellt werden können.

Die Wasserstoffperoxid-Mehl-Bombe der Sauerlandgruppe kann jedenfalls mit 20 prozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung nicht gebaut werden. Ich denke nicht, dass ein Aufkonzentrieren auf 70 Prozent hier noch möglich wäre. Das ist selbst bei 30-prozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung schwierig. Natürlich kann mit der 20-prozentigen Lösung ein Explosivstoff hergestellt werden, wie beispielsweise der Initialsprengstoff HMTD. Dann hätte allerdings auch Hexamin und Zitronensäure gefunden werden müssen. Eine leichte Übung ist das jedoch ganz und gar nicht. Initialsprengstoffe wie HMTD eignen sich für den Zünder, aber nicht in größeren Mengen für eine Bombe. Der Sprengstoff HMTD ist wie Acetonperoxid äußerst reibungsempfindlich, außerdem kann es bei Berührung mit Metallen zur Explosion kommen.

Es ist typisch für diese Islamisten-Verfahren, dass aus einer gekauften Einzel-Chemikalie gleich mal eine funktionsfähige Bombe zusammengedichtet wird. Die bei Halil D. gefundene Rohrbombe soll ja funktionstauglich gewesen sein. Der Bau von Schwarzpulver-Rohrbomben ist mit Hilfe des Internets tatsächlich relativ leicht zu bewerkstelligen, dafür muss man kein Chemiker sein.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Halil D. etwas mehr Wasserstoffperoxid in dem Baumarkt besorgt hat mit dem Hintergedanken, daraus später einmal – nach dem Kauf weiterer erforderlicher Chemikalien – einen Sprengstoff herzustellen. Für den Bau von Zündern hätte jedoch ein Liter gereicht. Wie viel Wasserstoffperoxid für das Desinfizieren einer Wand benötigt werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Welche Gefahren von Halil D. wirklich ausgegangen sind, lässt sich so nicht sagen. Es ist ja nicht einmal klar, ob er die Rohrbombe selbst gebaut hat.

Es soll angeblich eine „eher leichtere Übung“ sein, mit 20-prozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung einen Sprengsatz zu basteln, weil man so gute Anleitungen im Internet dazu findet.

Welcher Explosivstoff soll denn daraus hergestellt und wie und womit soll dieser gezündet werden? Alles ganz leicht, man nehme eine Chemikalie, mixe sie mit einer Anleitung, und fertig ist das Bömbchen, zumindest für die Strafverfolgungsbehörden…

Gibt man bei Google „Der kleine Sprengmeister“ ein, so findet man unter anderem das Buch des ehemaligen Hobbysprengstoffchemikers Roland Ionas Bialke.

http://xplosives.net/filehost/Ebooks/Roland%20Bialke/Das_Lehrbuch_der_Sprengmeister.pdf

Auf S. 19 steht die Synthese von HMTD.

Chemikalien: 8g Hexamin 16g Zitronensäure 35ml Wasserstoffperoxid (20-35%)

Synthese: Zuerst gibt man 35ml kaltes Wasserstoffperoxid in ein Becherglas und löst darin 8g Hexamin unter ständigem Rühren. Wenn das Hexamin vollständig gelöst ist, werden 16g Zitronensäure hinzugegeben und unter ständigem rühren gelöst. Jetzt muss 3 Stunden lang alle 5-15min etwas gerührt werden. Nach 5-10 Stunden fällt das HMTD in Form von weißen Kristallen aus. Nun muss man es nur noch abfiltern, mit 2%iger NaCO3 Lösung neutralisieren und mit 700ml Wasser waschen. Ist dies getan, muss es nur noch getrocknet werden…

HMTD ist für Chemiker und geübte Hobbysprengstoffchemiker tatsächlich denkbar einfach herzustellen, wäre da nicht das Problem mit dem Hexamin, das seit einiger Zeit in Grillanzündern meist nicht mehr enthalten ist. Wer noch Vorräte hat möge sich melden 🙂

Und auf der Seite 69 findet man das Wasserstoffperoxid-Dynamit, ganz schrecklich einfach herzustellen und zu zünden, wäre nicht eine Konzentration von 80 % erforderlich, die leider weder käuflich erhältlich noch experimentell zu erzeugen ist…

Wasserstoffperoxid-Dynamit Andere Bezeichnung: H2O2 Materialien: Becherglas Rührstab (aus Glas) Chemikalien: Wasserstoffperoxid 80%ig Holzmehl Herstellung: 80%iges Wasserstoffperoxid wird mit im Holzmehl im Verhältnis 3:1 gemischt. Hinweis: Dieser Explosivstoff kann schon mit Funken gezündet werden. Allerdings wird Wasserstoff-Peroxid-Dynamit als Hauptladung verwendet

Die Sicherheitsbehörden versuchen den Islamisten über die Presse noch eine weitere überwachte Chemikalie schmackhaft zu machen: das Ammoniumnitrat.

Welche Sprengstoffe kann man mit Ammoniumnitrat denn beispielsweise relativ einfach herstellen, wenn man das Ammoniumnitrat denn getrocknet und in Reinform vorliegen hat?

S. 60 Ammonal

AMMONAL ist ein bewährter Sprengstoff auf Ammoniumnitratbasis, der schon seit ca. 1900 bekannt ist. Die Bezeichnung sagt im Grunde nur aus, dass der Sprengstoff als Nebenbestandteil Aluminium enthält. Der Aluminiumanteil kann jedoch stark variieren und wird an die jeweiligen Anforderungen der Sprengung angepasst. Durch das Aluminium wird die Detonationsfähigkeit des Sprengstoffs stark verbessert, außerdem entsteht viel mehr Hitze bei der Detonation. Das heißt aber nicht, dass AMMONAL leicht zu detonieren ist. Es bedarf schon einer starken Initialladung, um die Detonation einzuleiten, somit ist es auch ein sicherer Sprengstoff. Herstellung: Die klassische Zusammensetzung von 100g AMMONAL besteht aus 72g Ammoniumnitrat, 25g Aluminium und 3g Kohlepulver.

S. 62 ANFO (Ammonium Nitrate/Fuel Oil)

Chemikalien: 940g Ammoniumnitrat 60ml Diesel

Zur Zündung braucht man einen Booster, der je nach Größe der Hauptladung verschieden groß sein kann. Die kommerziellen Booster bestehen aus einer Mischung aus TNT/PETN und betragen zwischen 100g und 1,36 kg. Natürlich kann auch ein anderer Sprengstoff für den Booster verwendet werden. Denkbar sind außer TNT oder PETN auch ANNM, RDX und andere hochbrisante Stoffe. Bei kleineren Ladungen sind sogar Booster ab 20-30g anwendbar, jedoch muss das ANFO dann für eine Zündung gut verdichtet werden.

Das wäre alles recht einfach, wenn da nicht noch der Initialsprengstoff und gegeben falls auch noch der Booster benötigt würde, und die Fernzündung per Handy oder per Zeitschaltuhr, wenn man ein Selbstmordattentat auszuschließen wünscht.

Wegen des Kaufs oder versuchten Kaufs einiger Chemikalien, darunter des durch die Sicherheitsbehörden hervorgehobenen Ammoniumnitrats, wurde sogar nach einem Chemikalienkäufer in Köln öffentlich gefahndet. Auch wenn die Planung einer Sprengstoffsynthese im Nachhinein verneint wurde, so wurde die inszenierte Aufregung doch dafür genutzt, den potentiellen Bombenbauern die Vorgehensweise nochmal eingehend zu erläutern.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article151504752/Verdaechtiger-Chemikalien-Kaeufer-stellt-sich-Polizei.html

26.01.16

Die Polizei in Köln fahndete nach einem Unbekannten, der in einem Baumarkt Chemikalien gekauft hatte. Inzwischen hat sich der Mann gestellt und den Hintergrund des Kaufs offenbar aufgeklärt…

Laut Express (Link: http://www.express.de/koeln/terrorverdaechtiger-darum-hat-der-gesuchte-mann-so-viele-chemikalien-gekauft-23430598)hatte der 44-Jährige die Chemikalien im Kofferraum dabei. Diese seien von der Spurensicherung sichergestellt worden. Demzufolge habe der Mann die Chemikalien gekauft, um damit sein Motorrad zu beizen.

„Keinen Grund, Rosenmontagszug abzusagen“

Ein Mitarbeiter des Baumarktes in Pulheim bei Köln hatte die Polizei informiert, dass ein 45 bis 50 Jahre alter Mann am vergangenen Freitag Chemikalien gekauft hat, aus denen man eine Bombe herstellen könnte. Um welche es ging, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht sagen. Der Mix sei aber verdächtig…

Im Zusammenhang damit hatte es auch Gerüchte um eine mögliche Absage des Rosenmontagszuges gegeben…

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ein-bombenbauer-koelner-polizei-fahndet-nach-chemikalien-kaeufer-14035888.html

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Eine spitze Nase und hohe Geheimratsecken“: Mit diesem Bild sucht die Polizei den Chemikalien-Käufer.

Einen Tag später wird das „Ammoniumnitrat-Gerücht“ gestreut. Für eine Beizlösung würde jedoch eher Wasserstoffperoxid-Lösung benötigt.

http://www.web-hgh.de/index_jsm_moba.htm?http://www.web-hgh.de/p01_45224.htm

Wasserstoffperoxydhältige Beizlösungen

Wasserstoffperoxid:100 g
Schwefelsäure,konz.17 g
Ethanol (Ethylalkohol) 30 g
Tensid (Netzmittel) 2 g
in 1000 ml Wasser

Also angeblich wollte der Mann Ammoniumnitrat kaufen, wenn ich es richtig verstanden habe, und weil es das nicht gab, kaufte er die Chemikalien für eine Beiz-Lösung. Deswegen wird dann auch in den Medien – völlig nachvollziehbar – für jeden Interessierten ausführlich diskutiert, wieso denn das Ammoniumnitrat frei in Baumärkten verkauft werden darf, aber genau das besser nicht der Fall sein sollte…

http://www.express.de/koeln/fahndung-in-koeln-ammoniumnitrat–wieso-darf-das-jeder-kaufen–23430154

27.01.16, 08:58 Uhr

Köln –

Am Freitag (22. Januar) wollte ein Mann (45-50)  nach EXPRESS-Informationen in einem Baumarkt in Pulheim eine größere Menge Ammoniumnitrat kaufen. Das gab die Polizei am Dienstag bekannt.

Weil der Baumarkt zu dem Zeitpunkt die gewünschte Ware nicht mehr vorrätig hatte, ging der Kunde leer aus. Laut Polizei kaufte er aber andere Chemikalien, mit denen man ein explosionsfähiges Gemisch herstellen kann.

Dennoch stellen sich jetzt viele Nutzer in Bezug auf Ammoniumnitrat einige Fragen.

Was ist Ammoniumnitrat?

Ammoniumnitrat ist ein Salz. Es bildet sich aus Ammoniak und Salpetersäure. In erster Linie dient Ammoniumnitrat zur Produktion von Düngemitteln. Doch auch zur Herstellung von Sprengstoffen wird es häufig verwendet.

Wieso darf Ammoniumnitrat frei in Baumärkten verkauft werden?

In Reinform kann man Ammoniumnitrat im Baumarkt wegen seiner Explosionsgefahr nicht kaufen. Allerdings enthalten viele Düngersorten Anteile des Salzes. Der Verkauf dieser Düngermischungen ist durch die Düngemittelverordnung (Abschnitt 1.1.2) geregelt.

Gibt es keine harmlosere Dünger-Variante?

Wissenschaftler in den USA haben 2013 herausgefunden, dass das in Düngemitteln enthaltene Ammoniumnitrat dann ungefährlich wird, wenn Eisensulfat in die Düngermischungen hinzugegeben wird.

Das Problem: Dünger auf Basis von Ammoniumnitrat sind weltweit stark verbreitet. Der aktuelle Vorrat müsste erst verbraucht werden, bevor sich die veränderte Variante durchsetzen könnte.

Wie gefährlich ist Ammoniumnitrat?

Mit verschiedenen Verfahren kann Ammoniumnitrat aus Düngemitteln gefiltert werden. Bei Erhitzen kann es explodieren und in großer Menge eine erhebliche Sprengkraft entwickeln.

Beim Anschlag in Oklahoma City 1995 (168 Tote) oder dem Attentat durch Anders Breivik in Norwegen 2011 kamen große Mengen Ammoniumnitrat zum Einsatz. Auch bei der heftigen Explosion im vergangenen August in Tijanjin (China) waren 800 Tonnen Ammoniumnitrat vor Ort gelagert.

Es wird in dem Artikel betont, dass das Ammoniumnitrat aus dem Dünger erst herausgefiltert werden müsste. Das hört sich einfach an, ist es aber wieder einmal nicht.

http://www.chemieonline.de/forum/archive/index.php/t-163958.html

Ums am Anfang nochmals zu betonen: Ich will keinen Sprengstoff herstellen! Ich will das Ammoniumnitrat aus dem Dünger extrahieren, um damit eine Kältemischung herzustellen…
Bin dann natürlich gerade in den Baumarkt gefahren, und hab mir da nen Sack Ammonsalpeter gekauft…
Ich löse den Dünger so gut es geht in Wasser, und lasse das Ganze ein wenig stehen, das Ammoniak sollte sich als Salz ja vollständig im Wasser lösen.

Danach diese Lösung filtern (Kaffee-Filter) und im Backofen bei 150 Grad das Wasser verdunsten (oder einfach in die Sonne legen wenns dann mal wieder schön wird;))

Dann sollte ich doch einigermaßen reines Ammoniumnitrat erhalten oder? Natürlich wäre das noch mit anderen Mineralstoffen aus dem Wasser vermischt aber das ist ja nicht so schlimm?!..

Antwort:

Es löst sich dabei aber alles andere, was an Wasserlöslichem im Dünger ist, mit auf. In der Sonne trocknen geht nicht, denn Ammoniumnitrat ist extrem hygroskopisch.
Und das Trocknen im Backofen bereitet mir ein bisschen Bauchschmerzen…

Eine Anleitung für Profis findet man hier:

http://illumina-chemie.de/kaliumnitrat-t1732.html

Durchführung:

Je nach Konzentration des Ammoniumnitrates im Dünger löst man so viel Dünger in heißem Wasser, dass als Produkt 100 g Ammoniumnitrat vorliegen. In diesem Falle (75% Ammoniumnitrat) löst man 134 g Dünger unter kräftigem Rühren in 100 ml lauwarmem Wasser. Durch die endotherme Auflösung des Düngers im Wasser erreicht das Gemisch schnell Zimmertemperatur. Im Wasser sind nun Ammoniumnitrat gelöst und Kalk aufgeschlämmt. Nun lässt man das Glas mehrere Stunden, am besten über Nacht, stehen, damit sich der Kalk am Boden absetzt. Danach filtriert man die Lösung vorsichtig, um nicht wieder zu viel Kalk aufzuwirbeln, da durch diesen das Filterpapier extrem schnell verstopft. Da man nicht genau weiß, wie viel Ammoniumnitrat sich genau in der Lösung befindet (Ungenauigkeiten im Dünger) engt man diese vorsichtig ein (Zersetzung ab 170°C) und trocknet das Ammoniumnitrat im Vakuum über Calciumchlorid.

Erforderliches Baumarkt-Produkt:

4

Die ausführliche öffentliche Diskussion der Eignung bestimmter Baumarkt-Chemikalien für den Bombenbau und die Hinweise auf passende Internet-Seiten sind eindeutig dazu geeignet, radikalisierte Islamisten in die gut zu überwachenden Baumärkte und auf die einschlägigen Internetseiten zu locken.

Fischen die Sicherheitsbehörden mit dieser Methode potentielle islamistische Attentäter ab, die die Sicherheit in unserem Land tatsächlich gefährden?

Dieser Effekt wäre wünschenswert, wird jedoch ausbleiben. Bis auf die Terror-Dilettanten werden sie niemanden aus dem Verkehr ziehen.


Ein Dilettant tut, was er kann, ohne es zu können.

© Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck

(*1929), deutscher Immunbiologe und Aphoristiker

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