Geflutete Marschner Akte war nie „weg“, sondern im Sachsen Ausschuss

Die Sau durch das Dorf gejagt, und dabei war diese Akte immer vorhanden:

mdr

Vernehmung von V-Mann Marschner in Band drei

Der sächsische Landtagsabgeordnete hat sich die vorliegenden Akten nach eigenen Worten angesehen und festgestellt, dass dem Ausschuss in dem Ermittlungsverfahren mit dem Aktenzeichen 700 Js 44805/99 insgesamt 15 Bände Ermittlungsakten vorliegen. Lippmann zufolge befindet sich in Band drei eine Zeugenvernehmung von Ralf Marschner, die am 13. Oktober 1999 durchgeführt wurde. Genau diese Zeugenvernehmung des ehemaligen V-Mannes galt bislang als verschollen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Chemnitz wurde die Akte vom Hochwasser 2010 vernichtet.

Damit ist die Frage beantwortet:

Renner weiss, was in verschwundenen Akten steht?

Woher weiss die Renner, was in einer der verschwundenen Marschner-Akten steht?

Sie wusste es -wie Pumuckl auch- von der sächsischen Linksfraktion. Die hatte eine Polizeikopie dieser Akte.

akteEs gibt keine „verschwundenen Akten“, es taucht alles irgendwann wieder auf, vor allem dann, wenn es zur Entlastung benötigt wird. Der Rest wird „rekonstruiert“, und passt dann ebenfalls. Belastendes bleibt verschollen.

komNette Kommentare beim MDR…

17.05.2016 18:16 Ata 4

so ein ausgemachter Schmarn. Wer soll den das glauben? Erst versunken in den Fluten, dann taucht sie aus den Tiefen des Nichts wieder auf. Jetzt könnte man folgendes denken: Eine Akte, die angefordert wird, aber nicht freigegeben werden kann, weil es die Behörde belasten kann. Dann wird sie als verschollen gemeldet, damit man das belastende Material entsorgen kann, um dann, oh Wunder, eine gefällige Kopie zu presentieren. Was für ein schlechtes Drehbuch. Ich könnte kotzen.

Das ist eine Verschwörungstheorie 😉 Aber wie man anhand des Falles „Tarif“ sehen kann, gar keine schlechte. Angepasste Akten für Untersuchungsausschüsse, da war doch auch was beim NSA/BND-PUA.

Zufallsfund, verursacht von #nsu statt #nsa:

Es soll ja Leser geben, die meinen immer noch, Akten würden nicht gefälscht.

Das ist auch nicht auf Geheimdienste beschränkt, das machen auch LKAs und das BKA.

http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/03/06/der-nsa-untersuchungsausschuss-wirft-dem-bnd-totalfalschung-von-akten-vor/

.

„Heimatschutz“ legt ebenfalls nach in Sachen Marschner: Susann Eminger, Marschner und Kumpels feierten zusammen Hitlers Geburtstag, und veranstalteten „ein wenig Randale“:

welt

Ralf „Manole“ Marschner, der zehn Jahre als V-Mann „Primus“ für das Bundesamt für Verfassungsschutz gespitzelt hat, war offenbar noch enger in das Umfeld des NSU eingebunden als bislang bekannt. Recherchen der „Welt“ belegen, dass Marschner im Jahr 2001 gemeinsam mit einer der engsten Vertrauten von Beate Zschäpe, Susann Eminger, in einem Körperverletzungsverfahren angeklagt war.

Am 21. April 2001 hatten Marschner und die damals 19-jährige Susann Eminger eine Kneipenschlägerei in Zwickau angezettelt. Susann Eminger hieß damals noch H., war aber bereits mit André Eminger liiert. André Eminger ist in München vor dem Oberlandesgericht als mutmaßlicher Unterstützer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angeklagt und seit 2005 mit Susann verheiratet.

Laut den Strafakten, die der „Welt“ vorliegen, schilderte die Wirtin der Kneipe „Big Twin“ den Vorfall der Polizei so: Plötzlich seien in ihrer Gaststätte „vier Glatzen“ erschienen. Die hatten bereits bei anderer Gelegenheit in der Kneipe Ärger gemacht. Als die Wirtin einen der Skinheads aufforderte, „keinen Stunk“ zu machen, begann der, die Wirtin als „Nutte“ zu beschimpfen. Die Wirtin wollte den Mann rausschmeißen, das verbat sich aber der Anführer der Skinheads.

Wie wir schrieben: Die kennen sich alle. Und das schon „ewig“. Eminger verweigert jegliche Aussage, Marschner will man nicht vorladen, sondern nur seine V-Mann-Führer. Mord-Alibis und anderes Ungemach (erfundene Triowohnung Polenzstrasse) drohen…

Dass ausgerechnet Susann Eminger, die sich bis zur Selbstenttarnung des NSU im November 2011 regelmäßig mit Beate Zschäpe traf, gemeinsam mit dem V-Mann Marschner derart auffällig geworden ist, wirft abermals ein Schlaglicht auf die Ermittlungsmethoden des Bundeskriminalamts (BKA) und der Bundesanwaltschaft.

Denn das Verfahren von Eminger und Marschner wurde nicht in den Münchener Prozess eingeführt, sondern wird als Teil des sogenannten Strukturermittlungsverfahrens von der Bundesanwaltschaft unter Verschluss gehalten. Dass Susann Eminger schon 2001 so eng mit einem V-Mann bekannt war und dass man gemeinsam eine Kneipe überfiel, sind allerdings wichtige Informationen, um das Unterstützergeflecht des NSU in Zwickau einordnen zu können.

Der „Schutz“ der Emingers in den NSU-Ermittlungen ist seit 2014 hier im Blog Thema, und den gab es wohl auch bereits 2003:

Im April 2003, zwei Jahre nach der Kneipenüberfall, wurde Marschner und Eminger gemeinsam der Prozess vor dem Amtsgericht in Zwickau gemacht. Das Verfahren gegen Susann Eminger wurde gegen die Auflage ausgesetzt, dass sie 20 Stunden Sozialarbeit ableistet. Auch das Verfahren gegen Marschner wurde „vorläufig eingestellt“. Die Staatsanwaltschaft verwies lapidar darauf, dass er erst jüngst bereits in einer anderer Sache verurteilt worden war. Das war offenbar Strafe genug.

So ähnlich schonte man in den 1990ern auch Tino Brandt…

Zudem fällt abermals auf, dass V-Mann Marschner von der Justiz äußerst zuvorkommend behandelt worden ist. Mehrere Dutzend Verfahren hatte die sächsische Justiz seit 1990 gegen ihn geführt, zu einer Haftstrafe wurde der V-Mann nie verurteilt. Sogar wegen Totschlags wurde gegen Marschner zeitweise ermittelt.

Der Staat schützt die Seinen, vor allem wenn sie „Zschäpe“ am 4.11.2011 in Zwickau „vertraten“?

antje h-phantom

Was Aust und Laabs wollen: Marschner soll beim OLG-Prozess aussagen. Und in Berlin. Das ist löblich.

Aber…

Muss Marschner nun doch als Zeuge in München aussagen?

So wurde er 1999 von einem anonymen Anrufer beschuldigt, einen 17-Jährigen am Tag der Deutschen Einheit in der Nähe von Zwickau erschlagen zu haben. Was an der Spur dran war, kann heute nicht mehr überprüft werden: Die Akten zu diesen Mordermittlungen sind vom Hochwasser 2010 in Sachsen vernichtet worden, wie letzte Woche bekannt wurde.

Dass den Verfahrensbeteiligten des NSU-Prozesses in München die Akten des Kneipenüberfalls nicht zur Verfügung gestellt wurden, wird dort abermals für Ärger sorgen. Gerade erst hatte der Vorsitzende Richter ein Antrag abgelehnt, Marschner als Zeugen zu hören.

Der Fall Marschner, angestoßen durch Recherchen der „Welt“, wird im Juni den NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags beschäftigen.

Die Akte Patrick Thürmer ist ja „ersatzaufgetaucht“ im sächsischen PUA… und die wichtigen Fragen fehlen -wie immer-  bei den „Heimatschützern“, die eigentlich Staatsschützer sind.

  • wird Marschner-Fahrer Jens G“. aus der Polenzstrasse gefragt werden, ob ihm gegenüber ein TRIO wohnte?
  • Jens G. war Fahrer der „Mord-Busse“ der Döhnermorde 2 und 4, wo waren diese Busse eingesetzt an den Mordtagen? Wer sass drin? Wo waren die Uwes? Ganz woanders, oder in diesen Bussen? Gar allein in diesen Bussen unterwegs, oder war alles ganz anders?
  • Wo war „Marschner-Mitarbeiter Mundlos-Burkhardt“ am Tag des Mordes an Tasköprü in Hamburg im Sommer 2001? Da droht durch die Mitarbeiter/Kollegen ein weiteres Mordalibi.

Wird sich zeigen, ob mehr als nur „Gedöns“ veranstaltet werden wird. Vor den wichtigen Fragen ist bislang noch jeder NSU-Ausschuss zurückgeschreckt, Heimatschutz stellt sie gar nicht erst in den Raum, das hat quasi Tradition in diesem Bananenstaat.

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