NSU: das hessische Elend in einer Kurzmitteilung

Pitt von Bebenburg, Hessen-Korrespondent der Frankfurter Rundschau, neugierig, informiert und meinungsstark, wie es auf seiner Zwitscherseite heißt, hat das Elend der hessischen NSU-Aufklärung in wenigen Worten zusammengefaßt.

NSU-Ausschuss: Alle Motive von PKK bis Glücksspiel abgeklärt, heißt es in Polizeivermerk. Kein Wort von Fremdenfeindlichkeit

Die Polizei hat alle Motive abgeklärt und nichts gefunden. Da gab es also nichts, was auf rechte Nazis hinwies. Wenn sie trotz fünfmaligem Kehrens unterm Teppich nichts gefunden haben, dann war da auch nichts zu finden bzw. sollte nichts gefunden werden.

Dann hilft auch der innige Herzenswunsch linker Träumer nicht weiter, es möge doch bitte bitte eine Nazi als Täter gefunden werden. Die werden keinen finden, wenn es keinen gab, es sei denn, einen Ersatztäter, dem sie die Tat einreden oder in die Schuhe schieben können.

Das Elend der NSU-Aufklärer besteht darin, daß sie Polizisten als Tölpel darstellt, wo sie höchstselbst die Tölpel sind. Aus der Sicht eines Deppen sind immer die anderen deppert. Das ist eine sehr bequeme Lebenshaltung, weil man so die eigene Defizite anstrengungsfrei an andere delegiert. Von Bebenburg ist zwar meinungsstark, wie man der Screenschote entnehmen kann. Informiert und neugierig jedoch, das ist er nicht, denn wenn es so wäre, hätte er sich mit den Fakten aus Akten beschäftigt.

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3 Kommentare

  1. Ersatztäter ist ein schönes Stichwort, wo es doch beinahe Alltag ist Unschuldige einzukerkern.

    Die bekanntesten Ersätztäter sind die Jungs bzw. Kinder beim angeblichen Brandanschlag von Solingen.

    Dann gibt es massenhaft solchen Ersatztäter, wie Matthias Frey:
    matthiasfrey.blogspot.de/p/blog-page.html
    und passend dazu aus dem Kommentarbereich:
    de.wikimannia.org/Horst_Arnold
    de.wikimannia.org/Harry_Wörz
    de.wikimannia.org/Ralf_Witte
    de.wikimannia.org/Fall_Gustl_Mollath

    Bei den Uwes war man schon schlauer, die hat man gleich ausgeschaltet. Die können sich garantiert nicht mehr wehren…

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  2. 3sat.online – Mediathek: Das getäuschte Gedächtnis
    https://pressetreff.3sat.de/startseite/programm/programmhinweise/artikel/das-getaeuschte-gedaechtnis/

    Nicht alles, woran wir uns erinnern, ist wahr. Manche Erinnerungen gaukeln uns Ereignisse vor, die anders oder gar nicht stattgefunden haben. Und das kann gerade vor Gericht fatale Folgen haben. Falsche Erinnerungen lassen Augenzeugen Verdächtige identifizieren, die sie nie getroffen haben. Sie schaffen Opfer sexueller Gewalt, wo es gar kein Verbrechen gab. Die Dokumentation „Das getäuschte Gedächtnis“ von Klaus Neumann und Hendrik Löbbert ergründet, unter welchen Bedingungen falsche Erinnerungen entstehen. Entlang realer Fälle zeigt der Film, wie folgenschwer diese Scheinerinnerungen vor Gericht sein können – für Angeklagte und Kläger.

    Unser Rechtsystem kennt nur eine Wahrheit. Nur eine Version der Realität bleibt nach dem Richterspruch bestehen. Welche Version das ist, wird oft durch Erinnerungen bestimmt. Dabei stößt das Gedächtnis auf eine ganze Reihe von Hindernissen, die einzelne Erinnerungen verändern oder komplett neu entstehen lassen können. Die Zeit, die zwischen Verbrechen und Verhandlung verstreicht, der Druck der Ermittler auf einen Zeugen oder die Kraft des kollektiven Gedächtnisses einer ganzen Gesellschaft – das alles entfaltet seine jeweils eigene Wirkung. Diesen Einflüssen kann jeder ausgesetzt sein – auch jenseits des Gerichtssaals. Wie aber können unsere Gerichte falsche Erinnerungen erkennen? Und wie lässt sich die Entstehung von Scheinerinnerungen am besten vermeiden? Der Zuschauer erfährt in mehreren Experimenten auch am eigenen Leib, wie leicht falsche Erinnerungen entstehen können.

    Zu Wort kommen führende Gedächtnisforscher, Neurologen und Rechtspsychologen wie Elizabeth Loftus, Max Steller und Julia Shaw. Elizabeth Loftus ist eine der bedeutendsten Psychologinnen des 20. Jahrhunderts. Sie hat die Forschung zum menschlichen Gedächtnis geprägt und war in über 250 Gerichtsverfahren Gutachterin zur Glaubwürdigkeit von Zeugenerinnerungen. Max Steller gilt als einer der einflussreichsten Rechtspsychologen Deutschlands. Vor allem sein Gutachten bei den Wormser Prozessen in den 1990er Jahren sorgte für großen Wirbel. Julia Shaw gilt als der Shootingstar der Erinnerungsforschung. Sie hat es geschafft, Probanden die Erinnerung an Straftaten einzupflanzen, die sie nie begangen haben.

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    1. Das ist richtig gut. Es zeigt, dass Zeugenaussagen in der Regel wertlos sind.

      Als mal so ein berühmter Holo-Zeuge der Lüge ertappt wurde, meinte der sinngemäß: „Ich habe nicht gelogen. In meiner Vorstellung war es so.“

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