NSU: DNA-sequentiere auch du!

Das ist der Grimmepreis des zweiten Jahrzehnts schlechthin. Amtshilfe aus Bayern rettet sächsischen Ministern den Arsch. Wie bekommt man das Desaster um den Flughafensprenger Al-Bakr am schnellsten aus dem Gedächtnis der deutschen Völker getilgt? Indem man eine propagandistische Atombombe zündet.

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Die lautet ungeachtet aller Korrekturen selbst einen Tag später noch so, wie sie Klöckner auf Heise publiziert.

DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt am Skelett von Peggy gefunden

Jetzt ist völlig wurscht, was noch folgt. Mit dieser Aussage ist jeder Kriminalschriftsteller jeden Formats befugt, seine Version der Geschichte in Kurzform zu gießen und unabhängig von Fakten als geschehen wie gelesen ins Volk zu verklappen.

Für normal veranlagte Bürger sollte so eine Meldung genügend Stoff zum Nachdenken liefern. Bei jenen, denen es an der stofflichen Substanz für das Nachdenken mangelt, tritt der gegenteilige Effekt ein. Ihr Darmverschluß löst sich in Wohlgefallen auf und plautzt alles auf einmal raus, was sich so im Darm angesammelt hatte.

Unter Auslassung von Steinhagen und anderer Leute geistiger Dünnschiß seien in der Grienschote die Folgen königlichen Durchfalls dargestellt.

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Es interessiert überhaupt nicht, daß selbst der Speichel noch gestern Abend nach der gefühlt 17. Korrektur seines Artikels sachlich schrieb:

Der Bayreuther Oberstaatsanwalt Herbert Potzel dementierte gegenüber dem SPIEGEL, dass die DNA am Skelett des Mädchens gefunden worden sei. Die Spur sei auf einem Gegenstand festgestellt worden, der am Fundort der sterblichen Überreste lag. Nach Informationen des SPIEGEL handelt es sich um ein Stück Stoffdecke

Auch eine Verunreinigung der DNA-Probe sei theoretisch denkbar, wie der SPIEGEL aus Ermittlerkreisen erfuhr: Das Skelett von Peggy und die Leiche Böhnhardts seien im gleichen rechtsmedizinischen Institut untersucht worden.

Wo die DNA-Spur entstanden ist und ob sie in Verbindung mit dem Tod von Peggy K. stehe, müsse noch ermittelt werden, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth mit.

Auch das ist völlig wurscht. Entscheidend ist wie so oft, was nicht geschrieben wird.

Wieviel DNA wurde in welcher Qualität gefunden und steht für die Analyse zur Verfügung? Und wie kam sie an den Fundort? So wie das Schnoddertuch von Moundlos in eine ansonsten DNA-freie Jogginghose in der Frühlingsstraße?

Waren es die fehlenden 2 Pfund Hirnmasse, die in Stregda mit dem Brandschutt in eine Decke gekehrt wurden, um sie im Thüringer Wald zu entsorgen? Dann ist genug DNA für alle Kriminalschriftsteller der Welt vorhanden. War es eine Laborkontamination? Dann sind die Könige der Literatur gefragt.

Die Frage, die gänzlich außerhalb des Denkhorizontes der besten deutschen Erreger liegt, lautet:

Wessen DNA wurde denn noch so an den Asservaten gefunden? In welcher Menge und Qualität?

Pflug: Es wird in aller Regel schwieriger, geeignete DNA zu finden. Das ist zum Beispiel auch so, wenn ein Täter seine Waffe in den Fluss wirft. Eine DNA-Spur kann unter guten Bedingungen aber auch Jahrzehnte oder länger haltbar sein, allerdings nur, wenn sie nicht feucht wird oder keine intensive Sonneneinstrahlung hat. Nur so konnten wir viele zurückliegende Tötungsdelikte untersuchen und neu aufrollen. Bei einem Mordfall aus dem Bereich Konstanz haben wir noch nach 34 Jahren zur Aufklärung beigetragen – das ist schon enorm.

Im Forum des AK NSU wurde schon vor über einem Jahr das Thema Kinderlieferservice Tino Brandt diskutiert. Welche Rolle spielte Landesvater Vogel dabei, bzw. bei dessen Deckelung? Daß Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe als Observationsteam kongenial in dieses Szenario passen, steht außer Frage. Daß die Dienste sehr gerne Kurzfilme über die Kunden des Brandtschen Kinderlieferservice aufkauften, das versteht sich von selbst.

Wie gesagt, es handelt sich um ein diskutierenswertes Szenario für das es exakt Null Belege gibt. Und wenn die fehlen, dann hört der Disput im Forum auch schnell wieder auf.

Auch das ist noch nicht das Problem. Das Problem heißt Junk Science. Königliche Hirne sind damit überfordert.

Offenbar hat das FBI zu geringe Standards für DNA-Vergleiche. Eine Labormitarbeiterin hat jetzt mal nach ähnlichen Proben geguckt und dabei überraschend viele Treffer gefunden — also unterschiedliche Leute, deren DNA nahe genug aneinander ist, dass sie nach offiziellen FBI-Standards ein Match gewesen wären.

Sowas ähnlich gab es auch mal bei den Fingerabdrücken. Die erste Fingerabdruck-Datenbank von Scotland Yard, wenn ich mich Recht entsinne, hatte nicht genug Minutiae, um alle Bürger Englands voneinander unterscheiden zu können.

Was für ein Geschrei, was für Scheiße, die binnen 12 Stunden in Kübeln über’s lesende Volk gegossen wurde, was für Personal, das das Wasser nicht halten kann. Und nun das. Nix, Jena und Mall-Institut. Die Fälscherwerkstatt beim LKA Bayern war am Werkeln.

Nach BR-Informationen wurden die Proben nicht im selben rechtsmedizinischen Institut untersucht. Die DNA von Uwe Böhnhardt haben Rechtsmediziner des Landeskriminalamts in München untersucht. Entgegen anders lautender Medienberichte waren die Rechtsmediziner in Jena nur im Fall der gefundenen Leiche von Peggy involviert und nicht bei der jetzt gefundenen Spur von Uwe Böhnhardt. Dennoch können die Ermittler eine DNA-Verunreinigung derzeit noch nicht ausschließen. Das sei Aufgabe der laufenden Ermittlungen, sagte der Leitende Bayreuther Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Grundsätzlich gebe es verschiedene Möglichkeiten, wie es zu einer DNA-Verunreinigung kommen kann. Mehr wollte Potzel dazu im Moment nicht sagen.

Leiser Abgang durch den Hinterausgang. Nachdem die propagandistische Atombombe einen irreversiblen Schaden in den Hirnen der deutschen Michels angerichtet hat. Ziel erreicht. Weitermachen.

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10 Kommentare

  1. Hier im Forum wurde doch öfters schon die Frage gestellt, warum sich BMZ nicht gestellt haben, nachdem die gegen sie erhobenen Vorwürfe verjährt waren. Wäre es nicht auch denkbar, dass sie in eine Art rechte V-Zelle zur „Frontbewährung“ gesteckt wurden? Ich weiss, es klingt etwas absurd, aber mittlerweile klingt einfach alles absurd. Falls es eine „propagandistische Atombombe“ war, spielen deren Autoren mit immer höherem Einsatz.
    Wenn man die Kommentare in den Foren liest, sinkt das Vertrauen in die staatlichen Institutionen und Personen rapide. Vielleicht ist die Story, die hinter der ganzen NSU-Geschichte steht, so krass, dass das mittlerweile in Kauf genommen wird.

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  2. wenn die diese dickliche König so lese oder auch diese superschlaue Renner, wurde die DNA Spur doch an den Knochen (eine Leiche gab es nicht) von Peggy gefunden. Frau König, Frau Renner, also doch war dieser Uwe ein Menschenfresser, der hat an den Knochen genagt. Denn das muss ja tief im Knochen drin sein, sonst hätte Regen und Sonne das unbrauchbar gemacht in 15 Jahren im Wald

    Gestern schon hatte ich gelesen, dass an der 5000 Jahre alten Gletschermumie die DNA von 19 noch lebenden Tirolern gefunden wurde. Also haben die 19 noch lebenden Tiroler vor 5000 Jahren die Gletschermumie (als sie noch lebte) ermordet !! Ich wusste doch es gibt das ewige Leben

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  3. 15. Oktober 2016, 11:44 Uhr
    Peggy und NSU
    Folgenschwere Irrtümer eines Ermittlers

    Wolfgang Geier war der zweite Chefermittler im Fall der 2001 verschwunden Peggy Knobloch – und bracht Ulvi K. hinter Gitter.
    Später übernahm er die Soko „Bosporus“, die eine Mordserie in Nürnberg aufklären sollte – und ging von Mafiastrukturen unter Migranten aus.
    Später stellten sich beide Ermittlungsergebnisse als Irrtümer heraus.

    Von Olaf Przybilla, Nürnberg

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/peggy-und-nsu-fatale-irrtuemer-eines-ermittlers-1.3205742

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  4. Suche nach: nsu dna Skelett

    https:// webcache. googleusercontent.com/search?q=cache:nLglGX8HWgYJ:https:// www. welt. de/politik/deutschland/article158748595/DNA-von-NSU-Terrorist-an-Peggys-Skelett-gefunden.html
    DNA von NSU-Terrorist an Peggys Skelett gefunden

    Am Narrativ wurde und wird noch gearbeitet!

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  5. die neue Datei
    https:// www. welt. de/politik/deutschland/article158748595/DNA-von-NSU-Terrorist-an-Fundort-von-Peggys-Skelett-gefunden.html
    DNA von NSU-Terrorist an Fundort von Peggys Skelett gefunden

    Langversion mit Mailadresse galt immer als Spam

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  6. Schade! Ich hätte gerne die Schlagzeilen zum Prozess gegen den verhinderten Bomber gelesen… Das wäre dann wohl im „Superwahljahr“ 2017 gewesen… BILD passend zur Bundestagswahl: „JETZT SPRICHT DER TERRORFLÜCHTLING!!“
    Und nun ist er einfach tot! Scheiße! Dann noch schnell die Böhni-Ereigniskarte zur Ablenkung gezogen.
    So durchschaubar….für Viele!

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  7. Schade, dass es wieder mal keine auffinde fotos gibt.

    Nach den bisherigen veröffentlichungen haben wahlweise tiere das opfer ausgegraben oder teile wurden nachträglich nachlässig vergraben. Die informationen sind spärlich und der dna fund hat schon ganz schön lange gedauert, oder gab es so viele asservate die untersucht werden mussten?

    warten wir also auf den nächsten leak? oder war es tatsächlich nur eine bombe? alles ist leider möglich! 😉

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