Daimagüler: Komparse in einem Staatsschauspiel

Ein Mehmet Daimagüler von der Opferanwaltsmafia stellte sich eine Frage:

„Ich habe mich im Prozess gefragt, ob ich nur Komparse bin.“

Nun, was glaubt der eigentlich, wer er ist? Hauptdarsteller? Das sicher. In einem Schmierenstück.
Seit der Gründung der Illusionsfabrik Hollywood ist eines unumstößliches Gesetz. Der Schurke ist immer der Gute und Held. Da führt kein Weg dran vorbei.

Auch kein Springer. Selbst die titelten einst:

Der Teufel hat sich schick gemacht

und kaprizierten in den Anfängen des Schauspiels auf Bluse, Haarschnitt, Tönung und Lidschatten sowie Halskette. Das war wichtiger als die Horrorvorstellung, die der Besprechung des modischen Erscheinungsbildes folgte.

Am OLG-Stadl zu München wird eines der kommerziell erfolgreichsten Stücke nach Brechts Mutter Courage gegeben, Ein Schauprozeß, wie es der Szenekundige Theaterkritiker Tino Brandt einst zusammenfaßte, ein Staatschauspiel, das zwar nicht den höheren Künsten zuzurechnen ist, aber seit Jahren eine kleine Fangemeinde in den Bann zieht, die immer wieder kommt und sich Folge für Folge reinzieht. Es bedarf keiner künstlerischen Tiefe, das verwirrt nur. Es muß Konflikte auf die Bühne bringen und die Zuschauer in Erregung versetzen. Mehr darf, muß aber nicht. Und genau das wird geliefert. Der Schauprozeß ist somit ein erfolgreiches Stück alltäglicher Gebrauchskunst.

Was glaubt also Daimagüler, wer er ist? Natürlich Komparse. Das war nie eine Frage.

Dramaturgie und Regie der Aufführung verantworten ganz andere, jene, die in keinem Programmheft stehen und ihre Ideen und Dienstleistungen für den Erfolg vons Janze stillschweigend einbringen.


Zauberstab, Zylinderhut helfen Antifanten gut.
Es muß nur fester Glaube sein, wir brauchen keinen Aktenschrein.


Kräutersud und Hexenbrei schafft Mundlos‘ Akte flugs herbei.
Hexenbesen, wirres Haar, auch Böhnhardts Akte ist nun da.

Daimagüler, der alles genau weiß und ein konkretes Mandat hat, kann man nur einen Rat mit auf den Weg geben, wenn er denn unbedingt auf den Olymp der Künste will. Er soll die Akte Böhnhardt und Mundlos herbeizaubern, in der niedergeschrieben wurde, wie Ziercke, der beste deutsche Detektiv aller Zeiten (SPON-Diehl), den beiden Schlingeln auf die Schliche gekommen ist. Wenn Daimagüler das bringt, nur dann ist er Künstler ersten Ranges, ansonsten eben Komparse. Oder Hochstapler. Je nachdem, in welches Fach der Lebenskunst man ihn einordnet.

Allen Lesern einen schönen arbeitsfreien Montag.

3 Kommentare

  1. Ich habe Herrn Daimagüler am Rande einer Veranstaltung mal gefragt, sinngemäß: Hören Sie mal, bei dem „Döner-Mord“ in Kassel, da war doch der eine Typ vom Verfassungsschutz quasi schon überführt… wie können Sie sich da noch auf die Täterschaft der beiden Uwes im Prozess konzentrieren? Und er sinngemäß: „Das würde der Verfassungsschutz ja nieeeeeeee machen“ in ironischem Ton. Danach war er ziemlich schnell weg. Daimagüler weiß also, dass die Sache zum Himmel stinkt, ist aber scharf auf die Kohle, die Anteilig für ihn rausspringt, wenn er das Schauspiel in Abstimmung mit dem Staat über die Bühne bringt und es dann Geld für die Hinterbliebenen vom Staat regnet. Um Aufklärung gehts da nicht.

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    1. Nunja, erstmal eine gute Frage und es ist gut, dass Sie sie gestellt haben. Man möchte ja später noch zum EGMR, da wird sicher Platz dafür sein. Er würde seine Zulassung und sein Glaubwürdigkeit verlieren, wenn er so offen sprechen würde. Er war ja offen wie Sie sagen, bloß versteckt. Die Herren dort brauchen unsere Unterstützung um mehr Licht ins Dunkle zu bringen.

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