Die ungeklärte Rolle der Geheimdienste 5: Agent provocateur

Beim rechten Extremismus war es der Waffenanbieter und Bombenbauanleitungsverteiler Piatto aus Westberlin, der wahrscheinlich bis zu seiner Übernahme als V-Mann in das Brandenburgische LfV ein Schutzobjekt des Generalbundesanwaltes war, und sehr wahrscheinlich für die CIA bzw. für das Westberliner LfV den Ku Klux Klan in Deutschland unterwanderte.

Auch sehr interessant:

Noch mehr „Skandale“ aus Brandenburg rund um Piatto von vor 20 Jahren

Wir zitieren uns mal selbst:

Es geht immer noch um die Frage, wann Piatto angeworben wurde. 1991 (wie er selbst aussagte 2014 im OLG München), 1992, wie es in „Heimatschutz“ vermutet wurde, oder 1994, wie es die „offizielle Wahrheit“ ist…

Das ist von hier:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2018/01/13/piatto-festspiele-im-nsu-ausschuss-potsdam-alles-lug-und-betrug/

und setzt sich fort mit dem CDU-Sprössling in den USA, der irgendwie in den Anschlag vom Timothy McVeigh verstrickt sein könnte:

Piatto, der KKK, das FBI und Andy the German beim Oklahoma Bombing

Auf der linken Seite gab es ähnliche Spitzel, Peter Urbach ist sicher der bekannteste, aber Angela Lutter war wohl auch so eine, berichtet Kraushaar:

Die im Hamburger Villenvorort Blankenese aufgewachsene Angela
Luther gerät im Mai 1 972 unter Verdacht, in den Bombenanschlag der
RAF auf das US-Hauptquartier der US-Landstreitkräfte in Europa
verwickelt zu sein, bei dem in Heidelberg drei Menschen den Tod finden. Sie verschwindet danach spurlos. Bis heute ist unklar, ob sie tot
oder irgendwo untergetaucht ist. Über Luther heißt es in einer Akte
des Ministeriums für Staatssicherheit, HA XXII, sie stehe im Verdacht, »evtl. Kontakte zu gegnerischen Geheimdiensten« zu unterhalten.29 Als Luther einer Sympathisantin eine Pistole angeboten habe, heißt es weiter, sei diese misstrauisch geworden und habe den Kontakt abgebrochen.

In einer anderen Meldung, diesmal vom Auslandsgeheimdienst der
DDR, der Hauptverwaltung Aufklärung, Abteilung X/4, heißt es am
1 9. März 1975:
»Unsere Quelle hatte vor ca. 4 bis 5 Jahren engen persönlichen
Kontakt zu Mitgliedern des 2. Juni. Sie berichtet, dass seinerzeit die
Luther von einigen Linken als Sicherheitsrisiko eingeschätzt wurde.
Es habe im Verhalten der Luther einige Momente gegeben, die den
Verdacht, sie arbeite für den Verfassungsschutz, aufkommen ließen,
es handle sich um folgende Dinge: schnelle Freilassung; nie Geldsorgen; Weitergabe einer Pistole. Unsere Quelle hat sich in langen
Jahren der Zusammenarbeit als sehr zuverlässig erwiesen.«30

So ähnlich lief das auch bei Veren Becker…

Bommi Baumann erzählte der Stasi:

Wiki schreibt, Luther sei bei einer versehentlichen Explosion umgekommen und verscharrt worden:

In einer „Kurzauskunft“ zu Verena Becker hielt das MfS fest, es bestehe der Verdacht, dass deren engste Vertraute, die Terroristin Angela Luther, „Verbindungen bzw. Kontakte zum BfV“ unterhalte.[8]

Urbach hatte seine Bomben vom LfV Westberlin, während die Waffen für die Baader-Befreiung aus der Wolfsschanze kamen, einer Nazikneipe in Westberlin, betrieben von Ex-DDRlern, Freigekauften wohl. Mahler war die Spinne im Netz, bei dem alle Fäden zusammenliefen… sehr wahrscheinlich ein Mann der CIA.

Baumann verdächtigt Barz in seinen 1 973 gegenüber der Stasi gemachten umfassenden Aussagen, dass sie seinem Eindruck nach ein »Spitzel des LfV«, also des Berliner Landesamtes für Verfassungsschutz, gewesen sei.38 Einer Aussage des ehemaligen RAF-Mitglieds Gerhard Müller zufolge soll sie von Andreas Baader erschossen worden sein. Dieser habe angeblich befürchtet, dass sie den Behörden gegenüber auspacken würde. Barz, so Müller, sei wochenlang in Frankfurt festgehalten und dann am linken Rheinufer bei Stromkilometer 3 1 7 erschossen und dort vergraben worden. Die Suche nach ihrem
Leichnam ist allerdings vergeblich verlaufen. Das BKA hat angeblich
1 975 in der Nähe des im Landkreis Germersheim gelegenen Dörfchens Jockgrim sogar ein 400 Quadratmeter umfassendes Gelände durchwühlen lassen.39 Barz blieb für immer verschwunden. Vielleicht ist sie und nicht erst zwei Jahre später Ulrich Schmücker das erste Opfer eines Fememords im bundesdeutschen Terrorismus gewesen.

Kraushaar ist letztlich ein Linker, denn er folgert:

Hier also könnte es eine erste Verbindung zum Inlands-Geheimdienst
der Bundesrepublik gegeben haben. Falls der Bericht des IM zutreffend gewesen sein sollte, dann könnte mit Angela Luther bereits die erste wichtige Kontaktperson Verena Beckers in der Szene für den
Verfassungsschutz gearbeitet haben.

Das ist eine falsche Fährte, denn alle Spuren führen zur Stasi und zur CIA-Aussenstelle LfV Westberlin. Und neue Identitäten für verbrannte V-Leute kennen wir schon vom Fall Piatto, von Peter Urbach, Leben in den USA, und Luther und Barz könnten weitere Fälle gewesen sein. So sie denn nicht aufflogen und als Verräter erschossen wurden.

siehe Bommi Baumann 2012:

(Die Teile zum NSU sind überholt, aber was Baumann zu den V-Leuten in der RAF sagt, das ist höchst interessant)

.

Kraushaar weist darauf hin, dass Verena Becker wohl schon vor 1975 gerichtlich geschont wurde:

Als Erstes ist am 25. März die Postnebenstelle in Gatow an der
Reihe. Der Vorschlag stammt von Becker, die sich in dem Stadtteil besonders gut auskennt

Der Überfall misslingt, weil die Kassiererin einen Alarmknopf betätigt.

Es ist unklar, ob der Überfall von drei oder nur von zwei Tätern
verübt worden ist. Baumann, der nicht selbst dabei war, aber das Geschehen in seiner Aussage gegenüber der Stasi ausführlich schildert,
geht davon aus, dass – wie abgesprochen – alle drei daran beteiligt gewesen sind. In einem späteren Gerichtsurteil, in dem auf den gescheiterten Geldraub Bezug genommen wird, fehlt Becker auf einmal. Es heißt dort, sie sei zwar an der Vorbereitung beteiligt gewesen, habe aber an der Durchführung selbst nicht teilgenommen. Angeblich habe sie, so heißt es, sich an dem Tag »nicht wohl<< gefühlt und sei deshalb zu Hause geblieben.48 Merkwürdig. Sollte hier bereits eine Tatbeteiligungverschleiert worden sein, um das Strafmaß bei ihrer späteren Verurteilung abzumildern?

Das ist so ähnlich wie 1977, als Becker trotz Verhaftung mit der Tatwaffe des Buback-3-fach-Mordes verhaftet wurde, aber nie deshalb angeklagt wurde.

Die Agent provocateures des Westberliner LfV aka CIA-Aussenstelle… von Ende der 1960er Jahre bis zum Mauerfall aktiv gewesen?

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