Gastbeiträge

Kettenreaktion (by Parlograph)

Veröffentlicht am 

.

Für die Kalten Krieger, die sie förderten, waren diese Bilder ein Zeichen, eine Signatur für ihre Kultur und ihr System, das sie überall da zeigen wollten, wo es darauf ankam. Sie waren erfolgreich.“
Frances Stonor Saunders, Modern art was CIA ‚weapon‘

Where is the beef?“
Aus einer Leserzuschrift

Die nüchterne Wahrheit ist: Andy Warhols Bilder zeigen Anfang der 60er den Sieg von Technik, Werbeindustrie und Kapital über die Kunst, obwohl er uns das Gegenteil weismachen will. Aber jedem sollte klar sein: Kopien machen das Original groß und töten es dann. Das läßt sich nicht verhindern, auch nicht mit künstlerischer Aneignung von Reproduzierbarkeit.

Mit der Niederlage der Kunst war es mit aller geistigen Freiheit vorbei. Endgültig. Die Klügeren merkten das sofort. Den meisten von uns dämmert diese Erkenntnis fünfzig Jahre später, auf der Couch, während irgendeiner Staffel von „The Walking Dead“. Den Rest erledigt die Zensur.

Eine furchtbare Situation für sensible Menschen. Warhols Ausweg: Man kann Kunst bunt anmalen, damit spekulieren und ihren Kadaver ins Museum hängen. Das hat er getan. Die herrschende Klasse liebte ihn dafür. Joseph Beuys, die sozialistische Antwort auf die Krise, erfand in der Not das deutsche Recyclingsystem, den Grünen Punkt.

Durch endloses Vervielfältigen verschwindet Kunst nicht nur, ästhetische Form wird zum politisch Formlosen, das alles okkupiert, meint Baudrillard. Auf Deutsch: Das Unechte erzeugt Unechtes. Vor der Konsequenz kneift er zuletzt doch, der Franzose kehrt zurück zum Barrikadenkampf: Er glaubt nicht nur den 11. September, er glaubt auch den Bildern.1) Aber dann liegt er bei Afghanistan wieder sehr gut, Anfang 2002, als das Imperium über die Taliban triumphiert.

Persische Transgenderkatzen

In Nischen überleben Kunst und Künstler irgendwie und die einst kämpferische Avantgarde meldet sich aus einer vergessenen Welt manchmal zu Wort: Die Dresdner Malerin Angela Hampel hat einen „Offenen Brief“ an die Kanzlerin geschrieben wegen des absurden Theaters um Skripal und Nowitschok.2)

Offene Briefe wecken Erinnerungen an eine Zeit vor Social Media und hyperaktiven PR-Agenten. In ihnen drängt es kritische Geister, die sich für wichtig genug halten, sich Gehör zu verschaffen, wachzurütteln und Orientierung zu geben in schwieriger Lage. Der Adressat reagiert meist höflich bis gar nicht.

Anders scheint das in der Politik zu sein: Wer die Macht hat, muß nichts beweisen. Ein paar Behauptungen, zurechtgezimmert und zu Pseudo-Beweisen stilisiert, reichen, um die Massenmedien und über diese einen großen Teil des Volkes zu überzeugen, dass Strafmaßnahmen legitim sind. […]

Da nützte es nicht, mit einer Machtgeste oder medialem Rummel zu operieren. Es waren stringente Beweise gefordert. […]

Anders scheint das in der Politik zu sein: Wer die Macht hat, muß nichts beweisen. Ein paar Behauptungen, zurechtgezimmert und zu Pseudo-Beweisen stilisiert, reichen, um die Massenmedien und über diese einen großen Teil des Volkes zu überzeugen, dass Strafmaßnahmen legitim sind. […]

Die Wahrheit ist die Waffe der Macht- bzw. Mittellosen. Die Lüge ist das Werkzeug der Machthaber, denn sie läßt sich mühelos erfinden und durch den, der über die Mittel verfügt, auch leicht verbreiten. Ein Politiker, der von der Seite der Macht her argumentiert, verliert irgendwann die Wahrheit aus den Augen, gewöhnt sich daran, Beweise mit Behauptungen zu verwechseln und nimmt auch eine Lüge in Kauf, wenn sie seinem System nützt. […]

Angela Hampel hat natürlich vollkommen recht mit allem, was sie schreibt. Auch wenn es naiv scheint und sie Warhols Suppendose nicht versteht, aber sie ist, wie sie selbst sagt, ein emotionaler Mensch und das geht in Ordnung.

Die Sache ist nur: Hätten Theresa Mays Weißhelme in Salisbury den IS aufgespürt, statt Putin, oder einen veganen Terrortransgender, der um sich schießt;3) die Dresdner Malerin würde Unbehagen weniger stark empfinden, sie hätte andere Märchen geglaubt – mit oder ohne Beweis.


 

Denn nach dem „Sebnitzer Kindermord“ oder als der Bundestag am 22. November 2011 in einer Resolution die NSU-Morde beschloß,4) während laufender Ermittlungen, die fragwürdig waren bei schweren Dissonanzen, da war Schweigen im Lande Sachsen, trotz Medienhatz auf Beate Zschäpe und kein Aufschrei aus Dresdens Künstlervierteln forderte die Unschuldsvermutung ein.

Der Vorwurf richtet sich also weniger gegen die Terrorsimulation der Herrschenden, gegen ein System der Lüge und Täuschung, sondern: May und Merkel haben die Falschen  verdächtigt und beweislos angeklagt. Aber hätte es ein gefundener russischer Agentenausweis wirklich erträglicher gemacht? Gewiss nicht.

Da hilft auch Hampels Hoaxcode Gleiwitz nichts, der mag die Russen beeindrucken,5) weil er so schön Nazi ist, aber Mutti und Theresa ödet er an wie „9/11“ und „Bataclan“.

Boreout im Amt

Als Kunst und Freiheit verendeten, war das wie Ruhrpott; Schicht im Schacht. Ein toxisches Gemisch: Wohlstand, Müßiggang und Schöngeister. Eine Akademikerschwemme drängte ins System, Strukturwandel also. Auch in die Dienste, wo sie seither die Zeit totschlagen und Rache nehmen für eine nutzlose Existenz.6) Die werden der Malerin Hampel ihr Elysion niemals verzeihen.

„Jeder Mensch ist ein Künstler“, sagt Joseph Beuys. Das stimmt. Eine Art Amateurkunst sind der fabrizierte NSU und das zur Collage zusammengefrickelte Bekennervideo auch. Sächsische Totalitarismusdoktrin und Paulchen Panther, das könnte heute, wenn’s drauf ankommt, sogar ein ambitionierter Jurist mit PC und malerischem Blick auf die Elbe.7)

Und auch in England tut sich was. Dem Vernehmen nach geht es Tochter Skripal besser. Opfer sind trotzdem zu beklagen; es sind immer die Haustiere: Nash van Drake, die Perserkatze wurde eingeschläfert, weil sie Streßsymptome zeigte. Zwei Meerschweinchen starben im Haus. Allerdings nicht durch Nowitschok. Sie waren verdurstet. Die Tiere wurden unverzüglich eingeäschert.8) Etwas mehr Glück hatten da Heidi und Lilly, die Katzen vom NSU.

 

Fußnoten und Anmerkungen:

Eingangszitat aus:
https://www.independent.co.uk/news/world/modern-art-was-cia-weapon-1578808.html
Der ebenfalls sehr erfolgreiche US-amerikanische abstrakte Expressionismus dominierte vor Andy Warhols Popart.

1) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/jean-baudrillard-das-ist-der-vierte-weltkrieg-a-177013.html

2) https://de.sputniknews.com/politik/20180404320190432-brief-merkel-beweise/

3)  Nasim Aghdam, eine 39jährige Perserkatze, hat bei YouTube um sich geschossen und mehrere Menschen verletzt. Anschließend tötete sie sich nach Medienberichten selbst. Das Motiv: Hass auf YouTube wegen sinkender Klickzahlen.
http://www.dailymail.co.uk/news/article-5576345/The-bizarre-online-life-YouTube-shooter-Nasim-Aghdam.html
https://www.waz.de/panorama/was-man-ueber-die-youtube-amoklaeuferin-nasim-aghdam-weiss-id213922465.html

4) http://www.sueddeutsche.de/politik/bundestag-zum-rechtsextremismus-die-gemeinsame-resolution-der-parteien-im-wortlaut-1.1196497

5) https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20180405320203403-merkel-offener-brief-russland-beziehungen/

6) https://www.welt.de/politik/deutschland/article174944754/NSU-Verfahren-um-Akten-Vernichtung-nach-Geldauflage-eingestellt.html

7) http://www.fr.de/politik/nsu-mysterioeser-pc-nutzer-in-der-staatskanzlei-a-816109
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/ua/5_Drs_10484_-1_1_5_.pdf

8) https://www.mirror.co.uk/news/politics/sergey-skripals-cat-guinea-pigs-12311861

Bildnachweise:

Andy Warhol, Campbell’s Soup Cans, 1962 (Ausschnitt)
https://en.wikipedia.org/wiki/Campbell%27s_Soup_Cans

Simulation eines kryptojüdischen Persers mit esoterischen Accessoires, der auf eine geschlechtsangleichende Operation wartet
http://www.dailymail.co.uk/news/article-5576345/The-bizarre-online-life-YouTube-shooter-Nasim-Aghdam.html

Julia Skripal, darstellende Künstlerin mit Perser in einer Terrorsimulation; die Echtheit der Katze wird im nächsten Tatort Münster aufgeklärt
https://www.mirror.co.uk/news/world-news/yulia-skripal-refusing-meet-russian-12312966

Advertisements

Wo dein Platz ist (by Parlograph)

Veröffentlicht am 

.

Kerngeschäft der Antifa ist heute die Buchführung, Nazipornographie ihre Leidenschaft. Beides verbindet sich in homoerotischen Phantasien über Kennverhältnisse von Zielpersonen. Antifablätter und Verfassungsschutzberichte gleichen sich deshalb wie ein Ei dem andern, der Verdacht liegt nahe, daß man voneinander abschreibt, sich gegenseitig Nazi-Pinups schickt oder Bekenner-Videos und so Arbeitsplätze erhält.

Inzwischen spitzelt die „Neue Rechte“, vor allem Identitäre, ebenso eifrig, Nationalisten kopieren den Dresscode der Antifa und freiheitliche Patrioten, deren Großväter sich einst gegen jüdischen Nihilismus wehrten, üben sich unter Aufsicht in Rabulistik bei PI und Achgut.com. Käme die konservative Wende, blieben uns Denunziantentum und Unterwürfigkeit erhalten. Verfassungsschützer wissen das, daher ihre Melancholie.

Alles Gerede von der kontrollierten Opposition ist also irreführend; sie kontrolliert sich selbst und gegenseitig. Es reichen sogenannte Anstupser, etwas Medienschelte, gekaufte Anführer und ein paar Provokateure. Der Rest ist Eitelkeit und Versagen seit Fred Feuerstein.

Ob der Zwickauer Peter Klose nun IM Fuchs war oder V-Mann,1) ist deshalb für uns ohne Belang, nicht nur wegen aller Vergeblichkeit, sondern weil in derselben nationaldemokratischen Brust Angst und Mut, Verrat und Treue und Gier und Verzicht nebeneinander wohnen können.

Schauen wir uns nach Lektüre von Antifaschriften Klose „live“ an,2) sind wir enttäuscht, wir erleben im NSU-Jahr 2011 kein demagogisches Nazimonster, sondern ein Opfer, einen traurigen Clown, der um Aufmerksamkeit buhlt. Biedermänner amüsieren sich und Bürgermeisterin Findeiß wird spielend fertig mit ihm. Selbst sein Führerfetisch, abgegriffene Masturbationsvorlage für die Antifa, erscheint plötzlich als harmlose Schrulle.

Wenn es menschelt

Interessant bleibt für uns die Frage nach der Beschaffenheit jenes Zufalls, der aus Peter Klose bei Facebook Paul Panther machte inklusive des rosa Konterfeis, lange bevor der Spiegel das Bekennervideo publizierte, exklusiv und gekauft von der Antifa. Ein Rätsel und Mysterium bis heute. Wobei „lange bevor“ relativ ist, Näheres haben die Welt, die Süddeutsche und der AK NSU, der Kloses früheren Mitarbeiter Bärthel zitiert. Springers Heitkamp spricht von „vergangenen Wochen“,3) Kathrin Haimerl in der SZ von „Anfang Oktober“,4) Christian Bärthel von „ca. acht Wochen“.5)

In summa: Auf der NSU-Zeitachse taucht Kloses rosa Alter Ego etwa auf, als Kripomann Leucht gerade auf die Wiederkunft des Bankräuberphantoms aus Sachsen hofft. Ein besonders enges Verhältnis zur Trickfilmfigur macht allerdings schon der Hinweis auf Fix und Foxi zweifelhaft.6)

Paul Panther wird ein Paukenschlag: die Presse springt geschlossen darauf an, aber als Klose beteuert, alles sei Zufall, ist sie schnell zufrieden und läßt von ihm ab. Sei es, weil sie instinktiv weiß; einzige Alternative wäre ein Vorwissen, zu gefährlich für den schönen NSU, sei es, daß Kloses rätselhafter Coup neben größeren Skandalen rund um das Trio verblasst.

Immerhin: Im ersten Ansturm der Medien verweist Klose auf einen Zwickauer Videojournalisten, Heiko Richter, den Filmer des brennenden Terrornestes, dem er vertraut. Warum? Ist das der eigentliche Hinweis für uns oder menschelt es einfach in Zwickau mehr als anderswo?

Weil man sich in Zwickau bisweilen über den Weg laufe und sich gegenseitig kenne, halte er seine „schützende Hand“ über Klose, erklärt Richter im Gespräch mit sueddeutsche.de, und betont: „Paulchen Panther ist Zufall. Er kannte die Terrortruppe nicht.“

Bei Facebook ist Klose weiterhin sehr aktiv. Mit etwas eigenwilliger Grammatik verkündete er in einer Statusmeldung: „hei kameraden sollte ich mal nicht erreichbar sein ich bin im facebookuntergrund hi hi hi“7)

Die schützende Hand

Ein weiterer Grund für Richters Eingreifen: Er sieht seinen Schützling als Informanten. Seine Hilfe ist also auch geschäftlicher Natur; Geben und Nehmen. Es scheint, daß die schützende Hand, sonst gern verwendetes Synonym für den Tiefen Staat, in Zwickau eine Art Nachbarschaftshilfe ist. Gibt es Gegenleistungen auch für andere Informanten? Die Polizei? Hat Richter für sie den Pink Panther vermittelt und kam die unbekannte Medienmaus von ihm?

Ein Zeit-Artikel macht dem Helfer indes besonders schwer zu schaffen:8)

In obigen Artikel werde ich, Heiko Richter, namentlich erwähnt und als Pressesprecher von Herrn Peter Klose benannt.

Ich möchte dazu feststellen, dass mein Kontakt zu Herrn Peter Klose rein beruflicher (journalistischer) Natur ist.

Im Zusammenhang mit den derzeitigen Ereignissen plante ich ein exklusives TV-Interview mit Herrn Klose. Ich bat ihn daher mit keinen andern Medien zusammenzuarbeiten, keine Auskünfte zu geben und alle Kollegen an mich zu verweisen. Darauf haben sich auch mehrere Kollegen bei mir gemeldet und nach meiner Erklärung meinen Wunsch zur Zurückhaltung respektiert.“

Im Kommentarbereich beschwert er sich, daß die Journaille einen Rechten aus ihm macht und klagt später über wirtschaftliche Folgen. Eine schützende Hand rettet ihn nicht oder sie versagt, weil der NSU inzwischen alles mitreißt. Heiko Richter ist kein Anwalt, kein Angestellter Kloses, er ist selbständiger Journalist, der ein Exklusivrecht an Kloses Story behauptet, die nie erscheint. Ist dem Medienprofi wirklich nicht klar, was auf ihn zukommt, wenn er in diesen Tagen einen Zwickauer Hitleristen schützt?

Unnötigerweise übrigens, wenn man es genau nimmt, denn Klose einen Medienanwalt zu vermitteln, hätte es auch getan. Oder wollte er über Klose an Kontakte zu kommen und verkalkulierte sich brutal?

Damenbesuch

Wie wahrscheinlich ist es, daß sich Peter Klose von einer unbekannten Frau den Panther ins Facebookprofil drücken läßt ohne nachzudenken trotz aller Lust an der Provokation, ohne überlegte Zustimmung und Bereitschaft, sich mit dem rosa „Staatsfeind“ zu identifizieren? Daß gar Beate Zschäpe in sein Büro spaziert. Einfach so?

Zum Timing gehört, daß Klose am 20. April 2011 die NPD verlassen hat, eine zu ihm gelegte Spur kann die NPD nicht mehr belasten. Was genau meint sein Mitarbeiter Bärthel dazu?9)

Wer die Frau war, die Peter ca. 8 Wochen vor der Ermordung der beiden Uwes das Facebookprofil Paul Panther mit dem entsprechenden Bild erstellt hat, wollte er nicht sagen. Als ich ihn darauf ansprach, ob es die zu dem Zeitpunkt durch die Medien bekannte Beate Z. war, verneinte er dies.

Meine Vermutung ist, es war eine Geheimdienstaktion für Plan B, falls Plan A scheitert. Zufall ist hier eher unwahrscheinlich. Das Problem war nur: Peter war bereits im April aus der NPD ausgetreten, da brauchte man dann offenbar die inszenierte Querverbindung nicht mehr.“

Ja, das ist ein Problem. Nur: Ohne Klose gäbe es diese Querverbindung gar nicht. Er inszeniert sie aktiv mit und zwar erst nach seinem NPD-Austritt, erst da wird er bei Facebook zu Paul Panther, ganz freiwillig. Als der Zwickauer Staatsschutz oder sonstwer die Trugspur von Marschners „Staatsfeind-Shirt“ zu ihm zieht, in der „heißen Phase“, durch eine Mata Hari vielleicht, die ihm schöne Augen macht und seinen Webauftritt mit dem rosaroten Kerlchen verjüngt, wird da Klose der Fuchs schwach?

Oder spielt er mit, um zu sehen, wohin das führt? Setzt er Puzzleteile zusammen, Gerüchte, Beobachtungen, Informationsschnipsel aus dem Stadtrat, der Verwaltung und seiner eigenen Klientel? Setzt er zuletzt noch einen drauf, als es ihm klar wird, was passiert, um das System vorzuführen, als Vermächtnis und für 15 Minuten Ruhm? Will auch er ein Stück vom NSU-Kuchen?

einmal döner mit viel nsu ihr fotzen

Vollends konfus wird die Geschichte durch zwei Umstände: Klose erhält selbst ein Paulchenvideo,10) als einzige Einzelperson, was ihn quasi zum Opfer macht oder zumindest so aussehen läßt. Und BfV-Chef Fromm, bis Sommer 2012 im Dienst, erhält persönlich Kenntnis über diese Zustellung vom BAO-Chef Soukup nach einem Gespräch Fromms mit BKA-Präsident Ziercke. Ein Vorgang auf höchster Ebene des Sicherheitsapparates also wegen einer vergleichsweise läppischen Sache.

Was hat das zu bedeuten? Denn ginge es um einen V-Mann Klose, müßte sich nicht Fromm selbst damit befassen. Gibt es dafür sonst irgendeine plausible Erklärung? Die einfachste: Fromm weiß im Dezember 2011 noch immer nicht, was eigentlich gespielt wird. Er mißtraut seinen Leuten und kann sich keinen Reim darauf machen, daß die NPD quasi entlastet wird. Aber wenn Fromm im Dunkeln tappt, dann weiß vermutlich sein zweiter Mann Bescheid und das ist 2011 Herr Eisvogel. Daß Ceska-Verkünder Ziercke ebenso ahnungslos gehalten wird, ist unwahrscheinlich, ausgeschlossen gewiss nicht.

Und Peter Klose? Soll die Legende so gehen, daß es aussieht, als habe er sich selbst ein Bekennervideo geschickt, um von sich abzulenken und sich eben dadurch verdächtig gemacht? Sein Facebookauftritt mit Paulchen Panther bewahrt ihn vor solchen Intrigen, denn daß er mit Täterwissen vorab an die Öffentlichkeit geht, ist 2011 noch undenkbar.

Heute würde ihn das nicht mehr retten; inzwischen gilt die aberwitzigste These als die vernünftigste; auch das ist eine der Folgen des NSU-Schwindels.

Und ist Klose denn damals Hellseher wie Leucht und Menzel? Vielleicht ist es viel simpler: Zwickau hat nicht mal 100.000 Einwohner. Peter Klose wäre kein „ostdeutscher Patriarch“,11) wenn er nicht wüßte, was in seinem Städtchen vor sich geht. Allein ist er mit seiner Skepsis und seinem Hohn gegenüber dem NSU-Phantom ohnehin nicht.12) Aber Peter Klose ist der erste, der den Pink Panther für die NSU-Leugner kapert und damit schneller als Apabiz und Spiegel. Genützt hat es ihm am Ende freilich nichts.

Fußnoten und Anmerkungen

1) https://www.facebook.com/pgensing/posts/128074540713124

2) http://www.chilloutzone.net/video/anfrage-im-stadtrat-zwickau.html
http://www.hornoxe.com/neulich-im-stadtrat-zwickau/

3) https://www.welt.de/politik/deutschland/article13722532/Rechter-Zwickauer-Stadtrat-nannte-sich-Paul-Panther.html

4) http://www.sueddeutsche.de/politik/ehemaliger-npd-politiker-irritiert-im-internet-paul-panther-im-facebook-untergrund-1.1192074

5) http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/06/30/nachtrag-aus-dem-spam-kommentar-von-christian-barthel-angestellter-bei-peter-klose-in-zwickau/

6) http://www.spiegel.de/panorama/justiz/zwickauer-terrorzelle-auf-den-spuren-des-rosaroten-panthers-a-798289.html

7) http://www.sueddeutsche.de/politik/ehemaliger-npd-politiker-irritiert-im-internet-paul-panther-im-facebook-untergrund-1.1192074

8) „Wir doch nicht – Ausgerechnet Zwickau: Keiner der Mörder kam von hier.
Aber die Stadt ist auch nicht unschuldig an ihrem Schicksal“,
Martin Machowecz
http://www.zeit.de/2011/48/S-Reportage-Zwickau

Richters Kommentare zusammengefaßt mit Erläuterungen:
https://hittveu.wordpress.com/2011/11/26/heiko-richter-antworten-zum-artikel-von-martin-machowecz-in-die-zeit-vom-25-11-2012/

9) http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/06/30/nachtrag-aus-dem-spam-kommentar-von-christian-barthel-angestellter-bei-peter-klose-in-zwickau/

10) https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/12/18/als-der-nsu-den-nurnberger-anschlag-von-1999-im-bekennervideo-vergass/

11) http://zwickau.blogsport.de/2008/02/20/peter-andreas-klose-npd-kreisvorsitzender-zwickau/

12) „Wie mehrere Fans versicherten, wurde während des Spiels „Terrorzelle Zwickau – olé, olé, olé“ und „NSU“ gerufen. Beides sind Anspielungen auf die inzwischen bundesweit bekannte Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU).“, 28. November 2011 
http://zwickau.blogsport.de/2011/11/29/nazi-sprueche-beim-fsv-zwickau/

„[…] worauf der Zwickauer Michael Sch. zurück schrieb „einmal döner mit viel nsu ihr fotzen“.
https://www.antifainfoblatt.de/artikel/das-nsu-unterst%C3%BCtzerinnenumfeld-zwischen-chemnitz-und-zwickau

Bildnachweise:
Bibliotheque Nationale De France; Museum of Friesland Collection, Leeuwarden;
Erik and Petra Hesmerg

Peter Klose, Screenshot Facebook
http://www.sueddeutsche.de/politik/ehemaliger-npd-politiker-irritiert-im-internet-paul-panther-im-facebook-untergrund-1.1192074

 

Raunen (by Parlograph)

Das Vereinigte Königreich hat seinen Partnern gegenüber im Detail dargelegt, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für diesen Anschlag trägt. Wir teilen die Einschätzung des Vereinigten Königreichs, dass es keine plausible alternative Erklärung gibt, und stellen fest, dass Russlands Weigerung, auf die berechtigten Fragen der Regierung des Vereinigten Königreichs einzugehen, einen zusätzlichen Anhaltspunkt für seine Verantwortlichkeit ergibt.

Aus einem Hypothesenpapier von Hobbyermittlern

Es war ein langer und schwerer Kampf, aber es hat sich gelohnt: Verschwörungstheorien sind geil. Seit Putins Anschlag auf einen Ex-Agenten in Südengland tun es alle: May, Macron und Merkel, der drollige Boris Johnson, Amerika und die liebe Presse sowieso.

Die Regeln des neuen Gesellschaftsspiels sind einfach: Man nimmt ein gestelltes oder echtes Verbrechen, einigt sich auf einen Verdächtigen, macht die Hundemeute scharf und auf geht’s. Eine moderne Version jener lustigen Fuchsjagd also, die ein mißgünstiger Pöbel vor Jahren auf der Insel verbieten ließ. Das Ergebnis waren armselige Simulationen und noch mehr tote Füchse.

Verschwörungstheoretiker der upper class haben natürlich mehr Stil als Klein-VT’ler: es kümmert sie nicht, wer sich warum verschwor, ja ihnen ist die Verschwörung selbst Nebensache, der Drahtzieher steht fest und ist überführt ohne Herumstochern in Widersprüchen und Cuibono-Kaffeesatz. Daher die Leichtigkeit, das fröhliche Pathos der Entrüstung, die Dynamik des Moments. Wer weiß, wie ein verschwörungstheoretischer Shitstorm funktioniert, der kann ihn auch machen und aus dem Flügelschlag einer Schmeißfliege wird ein Fäkalienorkan.

Und ist diese Jagd auf Putin selbst eine Verschwörung? Absolut irrelevant! Denn wer die schöneren Namen vergibt, dem gehört die Wahrheit. Besorgte Demokraten machen die Welt zu einem besseren Ort und tun, was nötig ist. Wie immer.

Jetzt hat die Sonnenkanzlerin also den Beweis durch Behauptung auch offiziell bei uns eingeführt. Aber Praxis ist das ja beim NSU schon seit 2011. Und da wir nun die volle verschwörungstheoretische Freiheit haben, machen wir uns umso energischer ans sächsische NSU-Projekt.

Mutti hat’s erlaubt

Die Aufgabe ist klar: Der getriebene Freistaat verlangt 2011 seine Unschuld zurück, er will wieder Musterknabe sein und sich nicht zwischen unverschämten Nationaldemokraten, Wutbürgern und linksgrünen Hetzern zermahlen lassen.1) Sachsen braucht einen 11. September. Und zwar von allen am dringendsten. Es ist selbstverständlich, daß die Sachsen den größten Brocken stemmen müssen.

Nun wird auch der frömmste Polizeipräsident von sich aus keine „Maßnahmen ergreifen“, er benötigt Weisungen, Anstupser und vor allem verlässliche Mitstreiter, die seine Überzeugungen teilen. Je mehr von ihnen die Last der gemeinsamen Verantwortung tragen, desto leichter wird sie für den Einzelnen und desto kleiner sein Risiko.

Und da setzen wir an: Auf wen können wir bei so einer Verschwörung zählen und wie gehen wir vor? Zuerst blasen wir die Sache noch weiter auf, wir tragen sie nach oben, in den Bund, wir jammern ein bißchen, nehmen die einfältigen Thüringer dazu und die cleveren Schwaben, die Preußen und Hinz und Kunz und jeder darf sein Scherflein beitragen, bis sie „too big to fail“ ist und wir sind fein raus. Denn für das Staatswohl, die Demokratie und gegen Rechtsextremismus stehen wir zusammen oder wir gehen gemeinsam unter.

Der GBA soll zuständig sein, also schaffen wir eine fiktive Terrorzelle und schreiben ihr eine hübsche Legende, besorgen uns ein paar alte Morde, zwei Bühnen, ausreichend Geld, Requisiten und eine Tatwaffe. Die ist für uns das Wichtigste. Klug wäre, diese Ceska, denn so eine soll es sein, direkt aus Dresden zum BKA zu fliegen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Wer weiß schon, ob ein Polizeischüler sie nicht im Zwickauer Terrorschutt übersieht oder zu früh findet oder zu spät.

Kriminalist Swen Philipp wird den „Eimer-vollmachen-und-abgeben“-Einsatz der Azubis damit begründen, daß richtige Kriminaltechniker sechs Monate bräuchten.2) So viel Zeit haben wir nicht und das wäre eine Katastrophe für den NSU. Auch ein paar herrenlose Schrottwaffen tuen es. Und vorerst müssen wir andere Probleme lösen.

Die Sache mit den Bankräubern

Ein inszenierter Banküberfall ist keine Petitesse. Aber ohne Banküberfall keine Serie, keine Knallgeräusche und keine suizidale Selbstenttarnung in Eisenach. Wie organisiert man so was? Wer soll das machen? Na, man stellt einen Kontakt nach Thüringen her und tut so, als wisse man, wer kürzlich den Bankraub in Arnstadt verübte, man behauptet, die Vorgehensweise zu kennen und gibt sich überzeugt, daß es die Bankräuber wieder tun und zwar in Menzels Revier.

Das macht man von Zwickau aus, sagen wir durch einen Kripobeamten Leucht.3) Zwickau? Ja, Zwickau ist nicht nur Wahlheimat des NSU-Phantoms, dort sitzt die Landespolizeidirektion Südwestsachsen und sorgt für Beates Sicherheit im tristen Untergrund.

Präsident der Behörde ist im Herbst 2011 Jürgen Georgie. Ein Mann der Tat, Führungskader seit Anfang der Neunziger, zwölf Jahre lang Abteilungsleiter im LKA.4)

Gut, dann wäre das geklärt, aber wen schicken wir zur Bank, wenn es die Thüringer nicht hinbekommen? Warum nicht Leute, die sich damit auskennen? Die so was trainieren, um im Ernstfall das Richtige zu tun? Warum nicht die Kollegen vom SEK? In Sachsen gehören die zum LKA und das hört auf Merbitz den Frommen.

LKA-Chef Michaelis, dem Beutesachsen aus dem Ländle, früher Staatsanwalt und Richter, sollten wir vertrauen können, er versteht, worum es geht. Er kennt Zwickau; im Spätsommer hat er dort zusammen mit Polizeichef Georgie für Demokratie und Toleranz gebadet, als die Wasseratten von der NPD Ulbigs Staatssekretär so richtig böse naßmachten. Ein weiterer Affront.5)

Nun ist unser inszenierter Bankraub zwingend logische Konsequenz aus „abgestellter Leichenfuhre“ und Vorwissen der Eisenacher Einsatzkräfte. Und das zieht eine weitere Maßnahme nach sich: Der Überfall auf die Sparkasse sollte mit Filialleitung und Trägerkommune abgesprochen sein, um Komplikationen zu vermeiden. Er wird damit zu einer Art Übung unter realen Bedingungen, im schlimmsten Fall zur vorgetäuschten Straftat, die rasch verjährt.

Völlig unmöglich? Vielleicht. Andererseits: Wie man einem Rechtsrahmen kreativ den Finger zeigt, beweist im Kleinen Volker Langes Waffenkoffer: Der Verfassungsschützer umging bei seiner Weitergabe einen unerlaubten Waffenbesitz durch ein kurzzeitiges „symbolisches“ Dienstverhältnis beim LKA. Und ist heute Leitender Kriminaldirektor in Dresden. Es geht also vieles, wenn man nur will.6)

Im Ringen um Beate Zschäpe

Hierarchisch gesehen ist Georgie das Pendant zu Gothas Polizeichef Menzel. Nur: Menzel eine zentrale Rolle beim Eisenacher NSU-Schwindel zuzuweisen, mit sehr guten Gründen, aber Georgie die Unschuld vom Lande abnehmen; geht das zusammen? Wenn sich Wertschätzung an erbrachter Leistung bemißt, dann war er in Zwickau der Beste am richtigen Platz; 2014 steigt er zum Landespolizeipräsidenten auf und ist seither Sachsens Erster Polizist. Vom März bis Juni 2011 führt Georgie kurzzeitig die Zentralen Dienste, der auch die Bombenräumer unterstehen, bevor er nach Zwickau geht. Aber darauf kommen wir noch.

Fakt ist: Georgies Behörde leitet nach Beates Selbstenttarnung bis zur Übergabe an das BKA die Ermittlungen in Zwickau und richtet dafür die EG „Frühling“ ein. Sie schickt Brandermittler Lenk zum Tatort, sichert den Bereich, befragt Zeugen und holt sich dank eines Haftbefehls Beate Zschäpe aus Jena; mit dabei: Hellseher Leucht7). Als Zschäpe in der Polizeidirektion vernommen wird, fällt die zuvor Aussagewillige in ihr berühmtes Schweigen.

Swen Philipp, frischgebackener Dezernatschef bei der Kripo, stellt außerdem klar:8)

Auf die Frage, ob sich jemand Zutritt zum Tatort verschaffen konnte, schränkt der Zeuge ein: »Vor Eintreffen der Einsatzkräfte, ja.« Er könne aber ausschließen, dass nach Eintreffen der Einsatzkräfte »Unberechtigte hineingelangt sind«.

An den Zwickauern kommt also niemand vorbei, sie sind Anlaufstelle für Beamte aus Stuttgart oder Rechtsanwalt Baumgart aus dem Dunstkreis Meyer-Plaths,9) der nicht nur Herbergsvater Dienelt vertritt, sondern angeblich auch Susann Eminger.10) Ist Baumgarts dubiose Betreuung eine Solidaritätsaktion des Brandenburger VS? Die Billigvariante von Sachsens „Deep-State“-Anwalt Butz Peters? Oder ist da mehr? Nur: warum sollten sich die Potsdamer unnötig mit „nassen Sachen“ belasten?

Bei Schwierigkeiten greift der Chef ein: Die Informationsblockade eines Verbindungsbeamten aus Thüringen löst Georgie im Vier-Augen-Gespräch.11) Am 11. November, dem Tag der Ceska-Präsentation, schauen sich Polizeipräsident Georgie, Landespolizeichef Merbitz und die Staatsanwälte Illing und Wiegner zusammen das „Bekennervideo“ an.12)

Zwei Tage später empfiehlt Georgie Zwickaus Oberbürgermeisterin Findeiß den Komplettabriß des Hauses in der Frühlingsstraße. Obligatorische Begründung: Keine Pilgerstätte! Und so wird es auch kommen; die Stadt kauft das Gebäude und Sachsen übernimmt den Löwenanteil der Abrißkosten.13)

Sprengen hält jung

Aber das Terrornest, was ist damit, wer jagt das in die Luft? Kann das nicht der Verfassungsschutz machen oder die Bundeswehr oder wenigstens der Mossad? Ja schon, aber warum das Ganze unnötig verkomplizieren?

Klar ist: Wenn Beate Zschäpe keine Benzinlunte legen soll, weil sie so etwas noch nie gemacht hat, das auch nicht will und es zu gefährlich ist und zu unberechenbar, müssen Profis ran. Das versteht jedes Kind. Und andererseits hat die sächsische Polizei selbst Kampfmittelbeseitiger; die gehören zu den Zentralen Diensten. Zwickaus Polizeichef Georgie war 2011 dort, wie wir wissen, für ein paar Monate; Zeit genug, um sich kennenzulernen.

Oberster Sprengmeister ist 2011 Thomas Lange, ein alter Hase, für den Sprengen besser ist als Anti-Aging-Creme.14) Er hat früher auch Häuser gesprengt, er weiß, wie man so etwas angeht, so viel steht fest. Ihn kann man ja mal beiläufig fragen, ob er für oder gegen den Frieden ist.

Zwickaus Polizei und Verwaltung hätten derweil alle Zeit der Welt, die Lage am Terrornest zu sondieren, Eigentumsverhältnisse zu klären, Beziehungen und Gewohnheiten der Anwohner in Erfahrung zu bringen. Sie könnten vor Ort Erkundigungen einholen, ohne Mißtrauen gegen Fremde zu erregen, bei ihnen würden die Hinweise neugieriger Nachbarn landen, wenn ein Teilabriß vorbereitet wird.

Eton Foot Beagles

Was noch? Zwei Wohnmobile; also Einsatzfahrzeug und Leichentransport. Das übernehmen wir Sachsen auch. Bleiben die Uwes selbst. Tja, großes Fragezeichen und eine unangenehme Sache, seien die armen Kerle nun Böhnhardt und Mundlos oder Drogenjunkies oder kriminelle Balten; freigegeben, überführt oder erworben und von niemandem vermißt. Wir sind schließlich nicht Gunther von Hagens!

Ende 2012, ein Jahr nach der Selbstenttarnung, jedenfalls ist die Asche von Mundlos noch immer nicht unter der Erde; Gemeinden wollen keine Pilgerstätte und ein anonymes Grab lehnen die Eltern ab.15) Paßt dieser unhaltbare Zustand zum resoluten Vater? Das mag der kleine Mann, der zu Fuß jagt, und nicht hoch zu Roß wie die Damen Merkel und May, für sich entscheiden.

Auf Mutti kann er dabei nicht zählen, denn die ist Wissenschaftlerin und Wissenschaft seit jeher unbestechlicher Feind aller faktenfreien Spekulation. Sie setzt eine unüberwindbare Grenze und trennt Wahrheit von Fiktion:16)

Manipulierte Tatorte fallen auf. Und zwar deshalb, weil diejenigen, die einen Tatort inszenieren, Fehler machen. Da passen dann die einzelnen Spuren nicht zusammen, da passen die einzelnen Befunde nicht zusammen und dieser Tatort Wohnmobil innen drin ist dermaßen komplex, und dermaßen komplex in sich stimmig, dass da kein Widerspruch zu finden ist.“

Amen.

Nach dem Verbot des fox huntings in Britannien legt der Jäger heute selbst eine Spur aus Fuchsurin. Diesem Fuchsphantom jagt die Hundemeute nach. Echte Rotpelze erlegt sie dann quasi nur nebenher. Die Meute bleibt in Form und dem Gesetz ist Genüge getan. Was immer das zu bedeuten hat. Aber solche kaltblütigen Morde wie der unheimliche Putin begehen die Sachsen eher nicht.

 

Fußnoten und Anmerkungen

Eingangszitat aus:
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2018/03/2018-03-15-gemeinsame-erklaerung.html
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2018/03/2018-03-15-gift-attacke.html

1) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79723290.html

2) http://sachsen.nsu-watch.info/index.php/2016/12/09/nachgereicht-bericht-13-sitzung-29-august-2016/

3) https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw15-pa-3ua-nsu/417920
https://www.thueringen24.de/thueringen/article208086277/Ermittler-im-NSU-Ausschuss-Muster-bei-Bankueberfaellen.html

4) http://www.sz-online.de/nachrichten/das-ging-ja-superschnell-georgie-neuer-polizeichef-862151.html
https://www.bdk.de/lv/sachsen/veranstaltungen/kripo-frk/wie-soll-die-zukunft-der-saechsischen-polizei-aussehen

5) http://www.rav.de/publikationen/infobriefe/infobrief-106-2011/ein-umgang-der-besonderen-art/?PHPSESSID=1436a639f3fdd1e478b9346c2b453005
https://www.zwickau.de/de/aktuelles/pressemitteilungen/2011/09/s010.php?lastpage=zur%20Ergebnisliste

6) http://sachsen.nsu-watch.info/index.php/2017/05/30/bericht-19-sitzung-15-mai-2017/

7) ebd.

8) http://sachsen.nsu-watch.info/index.php/2016/12/09/nachgereicht-bericht-13-sitzung-29-august-2016/

9) http://arbeitskreis-n.su/blog/2016/11/02/gdu-finanzen-aus-dem-staatshaushalt-teil-19/

10) http://sachsen.nsu-watch.info/index.php/2016/08/26/bericht-8-sitzung-1-februar-2016/

11) ebd.; Meint er Sven Wunderlich? Aber der ist kein Staasschutz.

12) http://sachsen.nsu-watch.info/index.php/2016/11/14/bericht-15-sitzung-7-november-2016/

13) http://sachsen.nsu-watch.info/index.php/2016/10/26/bericht-14-sitzung-26-september-2016/

14) http://www.dnn.de/Region/Mitteldeutschland/Bombenentschaerfer-Thomas-Lange-denkt-als-Rentner-nicht-an-Ruhestand

15) https://www.youtube.com/watch?v=y40JE5T_fbg
http://www.spiegel.de/panorama/uwe-mundlos-freunde-ueber-den-rechtsterroristen-des-nsu-a-865969.html

16) Zitat: Rechtsmediziner Prof. Dr. med. Michael Bohnert,
„War es wirklich Selbstmord? – NSU-Mythen im Fakten-Check“, MDR
https://www.mdr.de/investigativ/nsu-mythen-100.html
https://www.med.uni-wuerzburg.de/rechtsmedizin/das-institut/institutsleitung-und-verwaltung/

Bildnachweis:

Eton Foot Beagles,
aus: The hunting field with horse and hound in America, the British Isles and France, 1910
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_hunting_field_with_horse_and_hound_in_America,the_British_Isles_and_France(1910)_(14579051777).jpg

Totentanz (von parlograph)

Veröffentlicht am 

.

 

Ich bin davon überzeugt, daß die Umstellung auf den neuen Staat Leuten wie mir leichter fällt als den Menschen, die im Herbst die Revolution gemacht haben. Diese Menschen werden auch in der Zukunft nur Außenseiter bleiben.“

Ein sächsischer Polizist, der zu Gott fand

Die NSU-Omertà in Sachsen ist eine totale. An ihr beteiligen sich alle: die NPD, die Deutschalternativen und auch Kerstin Köditz mit ihrem nervtötenden „Was wußte der Verfassungsschutz?“. Na, im Wesentlichen vermutlich dasselbe wie sie heute auch, es sei denn, Köditz glaubt nach all den Jahren immer noch, daß Böhnhardt und Mundlos NSU-Morde begingen.

Aber die prosaische Wahrheit ist uninteressant, wenn sie von Rechten instrumentalisiert werden kann. Deshalb ist es gleichgültig, welche Geschichten Smartterror-Chef Volker Lange ihr erzählt.1) Sachsens Schweigekartell spielt das „Wasch mich, aber mach mich nicht naß“ der stalinesken Wuchtbrumme so gut es geht mit.

Denn Köditz zuerst würde tief traurig sein, wenn herauskäme, daß sich Lange seine Ceska nur ausdachte, als Reserve-Ceska für München. Sie könnte es andererseits auch nicht ertragen, gäbe es die Ceska wirklich, aber erst für den Zwickauer Terrorschutt. So sind Frauen eben. Und klar hat bei Terzett niemand versagt, weil niemand je die Absicht hatte, die Jenaer Bombenbastler hochgehen zu lassen, aber Lange deckte da auch kein Killerkommando, sondern einen Honigtopf, der unberührt blieb. Ein Flop also das Ganze.

Nur wie sonst sollte die wehrhafte Demokratie etwas über Mobilisierungspotentiale eines ausgedachten Rechtsterrors erfahren, also das, was auch Köditz am meisten umtreibt? Man belügt die königlich-sächsische Opposition, um sie vor der Wirklichkeit zu beschützen. Das ist Politik und das versteht sogar ein Sparlicht wie Verfassungsschützer Meyer-Plath.

Eben erst hat die gescholtene sächsische Justiz einige zur „Gruppe Freital“ hochgejazzte „Ronnys“ für ein paar Böller auf viele Jahre in den Bau geschickt, ganz ohne Ceskamorde.2) Na bitte, da hat Köditz ihre Gesinnungsjustiz gegen rechts und ihre Rechtsterroristen, und sogar lebend. Und Sachsen seine Strafandrohung für die Antifa. Viel mehr kann der Freistaat nicht tun. Wird die Linke jetzt Ruhe geben? Natürlich nicht. Und da politische Korruption nun mal Geben und Nehmen ist, sonst könnte man sich keine Demokratie leisten, schweigt sie immerhin an anderer Stelle. Gezwungenermaßen.

In Klausur

So funkioniert die oberste Schicht des Schweigens, die es in ähnlicher Weise überall gibt. Aber da ist noch etwas anderes: Um zu verstehen, was darunter passiert, muß man in dieses Schweigen hineinsinken, eins werden mit dem sächsischen Apparat, der rastlos wuselt, um ein mißtrauisches und leicht erregbares Völkchen im Zaume zu halten. Man muß eine Art NSU-Mentalist sein, denken und fühlen wie ein leitender Polizeibeamter unter einem verhuschten Minister Ulbig.

Und man spürt diesen unerklärlichen Druck in Sachsen, schon 2011: Sarrazin, die NPD, der 13. Februar, gestürzte Landesväter, CDU-Filz, Sachsensumpf, der erbitterte Brückenstreit, die ewigen Vorwürfe, Sachsen habe ein Demokratieproblem, all das Hässliche, all die sinnlosen Konflikte vor barocker Kulisse. Ein Gären und Brodeln der trägen Elbe, dessen Ursache niemand kennt oder sich eingestehen will. Dabei könnte alles so schön sein.

Und dann entscheidest du selbst, wie weit du gehen würdest, um diese Sache da in Zwickau und bei den Hinterwäldlern in Thüringen zum Abschluß zu bringen.

Verrückte Ideen haben viele, vor allem die Klugscheißer von drüben, aber wenn es ernst wird, sind entschlossene Macher gefragt. Und das bist du, weil du genau weißt, was geht und was dieses hilflose Ulbig-Männchen braucht. Und du bist bereit, daß man sich da auch die Hände schmutzig macht, wenn es sein muß, nicht die eigenen natürlich; es ist für das Land, für die Demokratie, für den neuen Staat und das ist nun mal deine Aufgabe, die Menschen zu schützen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Dafür mußt du manchmal unkonventionelle Wege gehen, aber gesetzeskonform sollte es sein oder wenigstens so aussehen, damit nicht irgendwann alles an dir kleben bleibt. Was nützen dir Zusicherungen, wenn niemand weiß, ob es nicht eines Tages wieder Demonstrationen gibt in Leipzig und Dresden und vielleicht sogar eine Wende, wohin auch immer. Und auch wenn dann die großen Abrechnungen ausbleiben, wird im Dreck gewühlt. Und da möchtest du nicht zuletzt noch an den Hammelbeinen gepackt werden, sondern als Pensionär auf der Aida in die Sonne blinzeln.

Das ist deine Ausgangslage und irgendwo sitzt da noch der Stachel selbst im geschmeidigsten Gewissen. Was also trägst du mit, sächsischer Polizist, und an welchem Punkt steigst du aus?

Tote zum Leben erwecken für einen bizarren Totentanz und ein paar Knallgeräusche? Ein ausgeliehenes Wohnmobil mit zwei armen Revisionsseelen und Waffenschrott nach Thüringen schaffen in ein Eisenacher Wohngebiet? Eine Zwickauer Doppelhaushälfte in die Luft jagen? Einer alten Frau das Zuhause nehmen? Einen Bankraub anregen und koordinieren? Tatorte und Beweise manipulieren? Eine barbarische Leichenschändung oder gar einen ungesühnten Doppelmord decken?

Wo ist deine Grenze? Was ist wirklich geschehen, das die sächsische Omertà möglich machte?

1) http://www.lvz.de/Region/Mitteldeutschland/Raetselraten-um-Neonazi-Waffenkoffer-Was-wusste-der-Verfassungsschutz

2) http://www.spiegel.de/panorama/justiz/dresden-gruppe-freital-verurteilt-so-lief-der-letzte-prozesstag-a-1196692.html

(das Eingangszitat stammt vom Staatsschutz-Polizisten und Antifa-Förderer Rolf Merbitz)

Zwölf Uhr mittags (von Parlograph)

Veröffentlicht am 

No victims is counterrevolutionary, meint American Everyman, ein linker Blogger und ehemaliger Youtuber. Ehemalig, weil das Unternehmen den Kanal voll hatte und selbigen löschte. Das Google Gottes läßt es schwer Jauche regnen auf Gerechte und Ungerechte und sperrt No-victim-Konspirateure und Gladiojäger gleichermaßen. Das nur am Rande, denn um Zensuropfer soll es nicht gehen, sondern um Terroropfer.

No victims zu sagen, kommt nicht nur links einer Lepraerkrankung gleich, auch für den rechten Islamkritiker hört hier der Spaß auf. Für Staat und Untertanen ist das Verhöhnung der Opfer, für freiheitliche Aufklärer debil, für Nervenärzte Dissonanzstörung. Die einzigen absichtslosen Einwände gegen Fake-Geschrei entspringen einer geistig gesunden Abneigung gegen alles Monotone und sind ästhetischer Natur. Aber der Vorwurf trifft den Boten, denn auch vermeintlich smarter Staatsterror, der sich ja selbst als Terrorabwehr versteht, kann stumpfsinnig sein wie GEZ-Fernsehen.

Wie es scheint, haben sich No-victims-Aussätzige eine gewisse Gleichgültigkeit gegen alle Kränkung zugelegt, obwohl „No victims“ natürlich nicht „keine Opfer“ meint, sondern eben nur nicht jene im Scheinwerferlicht, aber die im Orchestergraben.

Ob für Jedermann die Antithese, reale Opfer seien revolutionär oder gut für die Revolution, dialektisch in Ordnung geht? Das real existierende Gemeinwesen in Thüringen stützt sie für die Uwes vom NSU: Dort gibt es heute einen Ministerpräsidenten, der bei NVA-Kampftaucher Menzel wohlige Erinnerungen an die Zukunft wecken dürfte.

No-victims-Konspirologen halten bei ihrer dreisten Skepsis sicher auch unsere Demokratie für Theater und statt eines freien Spiels demokratischer Kräfte wittern sie womöglich einen Kuhhandel um jene NSU-Affäre und die erste Arbeiter- und Bauernregierung in Thüringen nach dem Anschluß. Dann träfe Jedermanns Antithese immer noch zu, vorausgesetzt natürlich, es handelt sich bei Mundlos und Böhnhardt um reale Opfer, suizidal oder durch Fremdeinwirkung.

Wenn zwei das Gleiche sagen

An dieser Realität zu rütteln, hieße freilich, Rechtsmedizinerin Mall zu verdächtigen, sie habe sich an einer geschmacklosen Inszenierung beteiligt, während sie längst unter verschärfter Beobachtung des Journalisten Lemmer stand.1) Der eingebettete DPA-Korrespondent beim Münchner NSU-Stadl hatte damals aus unbekannten Gründen ein obsessives Interesse an der Professorin entwickelt, die er als inkompetente Institutswachtel investigativ fertigmachte und zwar lange vor ihrem Gedächtnisverlust im Thüringer NSU-Ausschuß. Leider läßt ihn dieser Killerinstinkt in München seit Jahren im Stich.

Ganz verzichten mag man auch in Aufklärerkreisen nicht auf Malls Hilfe bei einer Leichenrochade. Da es unter Hobbyermittlern als ausgemacht gilt, daß die Uwes durch Dritte zu Tode gebracht wurden, vulgo ermordet, darf die vergessliche Rechtsmedizinerin an der Verschwörung hypothetisch und unwidersprochen mitwirken.

Wirklich greifbar ist ohnehin erst das Geschehen am 4. November selbst: Der akribischen Arbeit des vormaligen AK-NSU-Mitgliedes Hegr2) und seiner Auswertung der Stregdaer Knallgeräusche ist es zu danken, daß an einer Konspiration der Gothaer Polizeieinsatzleitung bis hinunter zur Eisenacher Polizei, Kripo und Feuerwehr kaum noch Zweifel möglich sind. Die Vorwürfe: Verabredung und Begehung von Verdeckungsstraftaten und Vereitelung von Aufklärung und Strafverfolgung von Kapitalverbrechen.

Daß Polizeichef Menzel nicht auf eigene Faust gehandelt hätte, sondern mit Wissen und Zustimmung seines Ministers Geibert von der CDU, ist selbstverständlich. Mit dabei: wahrscheinlich Justizminister Poppenhäger von der SPD (heute Inneres) – schon um Weiteres ressortübergreifend zu beherrschen. Bei einer Größenordnung der Vorfälle in Stregda und Zwickau dürfte die Thüringer Staatskanzlei ebenso informiert gewesen sein wie die sächsische und damit auch Sicherheitsbehörden und Gremien des Bundes. Eine Involvierung des BKA war mit dem angeblichen Fund der Dienstwaffe/n Kiesewetters und/oder Arnolds zu erwarten.

Allerdings: Kenntnis und Absegnen eines inszenierten Banküberfalls mit anschließender Selbsttötung, „Knallgeräuschen“, Fahrzeugbrand, Leichen und Waffenfunden oberhalb von Menzels Befugnissen macht einen nachträglichen Ad-Hoc-NSU trotz improvisierten Gesamteindrucks unwahrscheinlich. Grund für die Abstimmungspannen: Es gab keine Generalprobe im Neuland.

Im Tode endet alle Feindschaft

Das Ableben von Rechtsextremisten mag den Ermittlungseifer gelernter DDR-Polizisten nicht unbedingt anstacheln, aber am 4. November 2011, 12 Uhr mittags konnte eigentlich niemand wissen, wer da im Wohnmobil Knallgeräusche von sich gab und es bleibt zugleich „dissonant“, Menzel und Genossen alles Pflichtgefühl abzusprechen und die Beteiligung an einem Doppelmord anzuheften. Denn immerhin lebte man auch in der DDR jahrzehntelang in tiefstem Frieden und sah das behördlich als Erfolg wachsamer und moralisch überlegener Sicherheitsorgane.

Was uns zu der lange verdrängten Frage führt, welcher Menschenschlag zwei Toten post mortem mit großkalibrigem Nahschuß die Köpfe sprengen würde. Aufschneider wie Menzel oder ABV-Polizisten wie Mayer und Seeland? Hm.

Unsere historische Verantwortung verlangt zwar, deutschen Staatsdienern jede erdenkliche Abscheulichkeit zuzutrauen trotz tausend Jahren christlicher und zivilisatorischer Zähmung, die aus ihnen die indolentesten Kreaturen auf Gottes Erde machten, indes richtet sich jener angebliche Sadismus heutzutage höchstens nach innen. Selbst gelegentlich prügelnde Polizisten bewahren immer noch eine erhebliche berufsethische Fallhöhe zur bizarren Leichenschändung an den Uwes.

Keine große Sache so was, Augen zu und durch? Ein paar Anforderungen gab es schon: Der Schütze mußte nicht nur bereitwillig und verschwiegen sein, sondern auch effizient beim Umgang mit der Pumpgun (was bei den Projektilrückständen in Böhnhardts Gehirn nicht klappte, wenn auch ohne weitere Folgen). Und er mußte eine – nennen wir es mal sittlich konditionierte Scheu vor Toten, früher Pietät, überwinden, um eine Verdeckungsstraftat für andere zu begehen. Nicht jedermanns Ding.

State of the Art freiheitlicher Aufklärung ist ungefähr die These, die nachträgliche Sauerei sollte Kleinkaliberprojektile auf geeignete Weise entfernen, weil sie den/die Täter verraten würden, also vorzugsweise mordende Mitarbeiter der Gräflichen Behörde, die zu schützen waren. Freilich hinterlassen diese Killerbeamten auch eine Erklärungslücke: Warum sollten sie überhaupt Dienstwaffen verwenden? Bleibt noch die Absicht, die Gesichter der Toten zu entstellen, um eine visuelle Identifizierung zu erschweren. Auch da wollen Aufwand und Nutzen nicht zusammenpassen. Wirklich Sinn hätte das nur für Fotoaufnahmen. Der Adressat wäre dann die Prozeßöffentlichkeit.

Aber die Postmortem-Schießerei ist auch mit praktischen Problemen verbunden. Schon den „ersten Tod“ spurlos aus der Behördenbürokratie zu tilgen, ist keine Kleinigkeit; die Leichen mußten entführt, abgeschirmt „bearbeitet“ und zwischengelagert werden. Ohne Behördenzugang ausgeschlossen und mit fast unmöglich. Nur: Wer macht so was? Die schwäbischen Pietisten? Ein Kommando aus Stasirentnern? Der Hauptmann von Köpenick oder die Brunnenbauer der Bundeswehr? Ist das noch real oder schon der Tiefe Staat, der grundsätzlich zu allem fähig sein soll außer zu einer Simulation?

Wer selbst über Jahre die These eines inszenierten Bankraubes und Suizides mitten in Deutschland des 21. Jahrhunderts vertritt, kann nicht gleichzeitig No-victim-VT’s in die Reptiloidenecke stellen. Das ist vielleicht revolutionär oder auch opportunistisch, aber in jedem Falle inkonsistent, weil es letztlich nur um Varianten desselben Staatsterrors geht, und deshalb auch ein bißchen billig.

1) http://www.bitterlemmer.net/wp/?s=mall&submit=Suchen

2) http://friedensblick.de/24283/glaubwuerdigkeitsanalyse-der-zeugenaussagen-im-thueringer-nsu-untersuchungsausschuss-betreffend-tatort-stregda/

Das grosse #NSU Quiz

Ein Gastbeitrag von Jürgen Elsässer 😉

Geben Sie es zu, Sie wissen bereits bei Frage 1 die Antwort nicht, denn Sie haben das COMPACT-EDITION NSU gerade nicht zur Hand. Können Sie hier bestellen: https://www.compact-online.de/whistleblower-fatalist-empfielt-compact-edition-nsu-die-geheimakten/

Und bei Frage 2 sind Sie unschlüssig, denn tote NSU-Zeugen, gab es die wirklich? Corelli? Oder doch eher beim Heilbronn-Komplex?

Kleine Hilfestellung von NZ NZ:

Das ist doch mal eine interessante These:

Christ war der einzige Zeuge, den man beseitigt hat. Dem Heilig hat man die Krokus Geschichte erzählt, ihn umgelegt, um alles auf Krokus zu lenken: Gleicher Tot von Christ und Heilig = gleiche Handschrift. Aber ich denke, sie kannten sich nicht!

Und warum der KOR Hönig mit seiner LKA Stuttgart Truppe SOFORT nach Gotha aufbrach, das dürfte ebenfalls klar sein:

Wahrscheinlich hat man sich noch gewundert, dass die Polizeiwaffen aufgetaucht waren, obwohl sie im Panzerschrank waren? Müsste man mal Koch, Nordgauer und Kindermann fragen, wie es wirklich war?

Das ist wirklich klasse!

Kindermann, was haste denn so dabei gehabt, als du da in Zwickau eingeflogen wurdest?

Ob es da dereinst Sterbebett-Geständnisse geben wird?

Nächste Quizfragen bitte…

Erwarten Sie bei Fragen 3 und 4 keinerlei Hilfe… das müssen Sie ganz alleine hinbekommen…

Wie jetzt, Beate Zschäpe verschwand am 2.11.2011, und war 6 Tage unterwegs bis zum 8.11.2011? Das sagte sie jedenfalls dem KHM Andre Poitschke aus Zwickau, der sie in Jena abholte.

Wer war denn dann in Zwickau am 4.11.2011, und gab die Katzenkörbe bei der Nachbarin ab?

 

Hmmm… warum wohl gibt es keinerlei Anrufdaten in beiden Eminger-Handys? Warum wurden die nie rekonstruiert?

Mal den Elsässer fragen 😉

Oder war es doch ganz anders, Fräulein Mork?

Tierbefreiung, Surfen nach PETA, Biobauern, war da was?

Das Video: https://www.bitchute.com/video/2h0m6Qcbebja/

Also sagen wir mal so: Zschäpe war es ziemlich sicher nicht. Mal die Nachbarn fragen…

Den Rest der Fragen und die Auflösung gibt es im aktuellen Compact Heft.

@Riemenkarl im Interview zu Heilbronn: Nichts ist geklärt, total verpfuschte Ermittlungen

Angesichts der News, „kein FBI in Heilbronn“, siehe vorigen Blogbeitrag, wurde es Zeit, den Komplex Heilbronn ein wenig zu analysieren.

Haben wir gemacht:

Nachlesen kann man das Ganze hier:   http://arbeitskreis-n.su/blog/category/heilbronn/page/2/

Beginnend hier:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2017/12/18/polizistenmord-heilbronn-ordner-53-die-heroin-spur-1-4-russen-mmp/

Dann folgt:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2017/12/22/polizistenmord-heilbronn-die-heroinspur-die-heilig-spur-das-zeugensterben-wie-geht-es-weiter/

Nicht schlapp machen!

http://arbeitskreis-n.su/blog/2018/01/08/moeglicher-tatablauf-2-spurenkomplex-1317chico-die-zigeuner-spur-1/

Nach diesen 4 Teilen folgt dann die Spekulation:

Nochmal 4 Teile:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2018/02/02/was-waere-wenn-spekulationen-zu-heilbronn-und-den-beweisen-vom-november-2011-teil-4/

All das haben wir angerissen im Video.

Heimatschutz muss er noch lesen… der Riemenkarl. Dann macht er weiter…

WAS WÄRE WENN… SPEKULATIONEN ZU HEILBRONN UND DEN BEWEISEN VOM NOVEMBER 2011, TEIL 4

Eine Serie von @Riemenkarl

.

last but not least…

Die Jogginghose mit Kiesewetter-Blut und dem angeblichen Träger Uwe Mundlos.

Was wäre wenn…

die Blutjogginghose eine heiße Spur ist und Uwe Mundlos einer der Schützen war der auf Michele Kiesewetter schoss, oder er zumindest als Tatbeteiligter in unmittelbarer Nähe des Schützen war?

Einer der wenigen „Beweise“ welche die Täterschaft des NSUs am Mord der Polizistin von Heilbronn darlegen soll. Aufgefunden mehrere Tage nach dem Auffliegen des NSU, in der völlig ausgebrannten Wohnung in Zwickau – total unversehrt im Katzenzimmer der Wohnung liegend.

Nur so viel: Die Hose steht auf schwachen Beinen (…was für ein SCHENKEL-Klopfer!)

Offiziell wird behauptet, dass die mit Blut kontaminierte Jogginghose zum Tatzeitpunkt Uwe Mundlos trug. Verkündet wurde diese Aussage neun Monate nach dem angeblichen Auffinden in Zwickau. Asserviert wurde der Fund dieser angeblichen Blut-Jogginghose, im völlig zerstörten Zwickauer Haus damals anscheinend aber nicht.

Augenscheinlich fand man auf der vier Jahre ungewaschenen Jogginghose (ab dem Zeitpunkt des Mordes bis zum Auffinden) verdächtige Anhaftungen, die sich später als Blutspritzer herausstellen sollten. Die festgestellten Blutspuren stammten zweifelsfrei von Michele Kiesewetter, die sich nach dem Schuss auf der Hose festgesetzt haben sollen.

Wie entstehen solche typischen Blutspritzer?

Durch die Untersuchung der Hose wurde ausschließlich von Blutspritzern ausgegangen. Hierbei wurde aufgrund des Spurenbildes von den ermittelnden Beamten geschlussfolgert, dass sich Uwe Mundlos in unmittelbarer Nähe des Schützen befunden haben soll, nicht aber selbst der Schütze war der auf Michele Kiesewetter schoss.

siehe:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/10/02/laendle-aktuell-wehner-und-das-bka-machen-die-blutjogginghose-kaputt/

 

Die Bundesanwaltschaft hingegen ist jedoch davon überzeugt, dass Uwe Mundlos einer der Schützen war, wie auch immer sie dies begründet (habe dazu keine Hinweise gefunden).

Bei der Entstehung von solchen Blutspritzern muss man jedoch zumindest davon ausgehen, dass eine geringe Distanz vom Täter zum Opfer vorhanden sein muss. Die Heilbronner Ermittler stellten jedoch aufgrund der Spurenlage am BMW und an den Opfern fest, dass es keine relativen Nahschüsse gegeben haben kann. Somit können die Blutspritzer dem zu Folge nicht durch einen Nahschuss auf die Jogginghose gekommen sein.

Der Jogginghosen-Träger Uwe Mundlos (?)

Bei dieser angeblichen Tatkleidung gibt es jedoch noch mehrere Probleme. So ist das geringste Problem in dieser Erzählung, dass die Hose die falsche Konfektionsgröße hat als wie sie Uwe Mundlos für gewöhnlich trug. Auf der Asservatenliste zu Zwickau vom 08.11.2011 ist diese Jogginghose nicht vermerkt. Auf einem BKA-Gutachten vom 06.02.2012, taucht diese Monate später nach der Durchsuchung in Zwickau und Stregda, wiederum zum ersten Mal als Asservat auf. Vermerkt mit dem Auffindeort in der Zwickauer Wohnung. Offiziell wird die Blutjogginghose im August 2012 als Beweisstück bestätigt.

Die gefundene Jogginghose wurde umfänglich auf Spuren untersucht. Daraufhin fand man nicht nur das Kiesewetter-Blut, aber jedoch keine durch Tragen verursachte DNA-Spuren von Uwe Mundlos. Durch einen DNA-Abgleich an der Hose konnte der angebliche Träger Uwe Mundlos ermittelt werden. Aber nicht an der Hose selber, sondern nur anhand von zwei benutzten Taschentüchern in der Hosentasche. Völlig unvermeidliche DNA oder Hautabriebspuren im Inneren wie am äußeren der Hose, die durch das normale Tragen entstehen und die auch durch mehrfaches Waschen nicht zu beseitigen sind, konnten nicht nachgewiesen werden. Über gefundene Spuren von anderen Personen oder Vorbesitzern ist mir an dieser Stelle dazu nichts bekannt. Dazu findet sich auch nichts in den Akten.

Wie kam jedoch das Blut auf die Hose?

Wenn es keinen Träger der Hose gab und es auch keine Nahschüsse gegeben hat, dann muss das Blut anderweitig auf die Hose gekommen sein.

Man kommt an dieser Stelle auf Ideen die nichts mit dem eigentlichen Tatablauf zu tun haben.

Eine wahrscheinliche Möglichkeit könnte sein, dass das Blut nachgeliefert und platziert wurde. Genau kann und wird das niemand beantworten, darf aber vorsichtig vermutet werden. Eben dies tut auch -in aller Vorsicht- der Kriminologe Professor Feltes in der ARD-Doku… es riecht ein wenig nach Manipulation.

eigentlich stinkt es bestialisch…

Allemal stehen die oben erwähnten Fakten im Raum, die da zusammenfassend gegen eine Mundlos-Tatbeteiligung und die verwendete Jogginghose sprechen. Die Aussage der Heilbronner Ermittler, dass es keine Nahschüsse gab und somit die Blutspuren nicht durch einen Nahschuss hätten entstehen können, ist schon recht vielsagend. Ebenfalls die geringe Menge von Mundlos-DNA erscheint seltsam, die nur durch zwei benutzte Taschentücher und nicht durch gewöhnliche Tragespuren nachgewiesen wurden. Hinzu kommt das knapp vier Monate spätere Bemerken dieses Beweisstückes, welches die Täterschaft von Uwe Mundlos stützen soll. Kein einziger Furz in der Hose, völlig DNA-frei, das riecht nach Beweisfälschung.

Alles in Allem ein sehr mysteriöses Indiz, worin mehr Unklarheiten als einwandfreie Antworten enthalten sind.

Waren die „ersten“ in Eisenach und Zwickau gefundenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände Dummies?

Wie die Überschrift schon verrät stellen wir uns hier die Frage, ob die aufgefundenen Beweisstücke zunächst unecht gewesen sind und ob diese später durch die Echten ersetzt wurden? Wir haben in den vorangegangenen Texten dargestellt, dass es viele Ungereimtheiten zum Auffinden und in der Verifizierung der Waffen und Ausrüstungsgegenstände gibt.

Diese Tatsache lässt erahnen, dass die in den ersten Stunden und Tagen „gefundenen“ Gegenstände womöglich schlichtweg keine Echten waren. Anhand des Ablaufes, durch das Finden, durch die Ungereimtheiten in der Dokumentation zur Verifizierung der Echtheit und den Zeitpunkten der Präsentationen der Gegenstände, könnte man hierbei eine kurzfristig geplante Aktion vermuten.

An dieser Stelle verweise ich auf die vorangegangenen Texte in den KapitelnDas wirre Auffinde-Debakel im Wohnmobil und in Zwickau“ und „Die angeblichen Tatwaffen“. Die darin aufgeführten Fakten sind für diese kommende Spekulation daher wichtig.

Wenn man nun das Auffinde-Chaos, das Erscheinen des LKA-Stuttgart in Gotha, Zwickau und Eisenach mit all seinen in den Folgetagen geschehenen Handlungen berücksichtig, erscheint die Geschichte in einem anderen Licht. Grundsätzlich stellt sich erst einmal die Frage, was Baden-Württembergische Beamte an einem Tatort in Eisenach und Zwickau zu suchen haben, wo doch dafür die jeweiligen Länder LKAs und Polizeibehörden, also Thüringen und Sachsen, zuständig sind? Es wurden in Zwickau und Eisenach angeblich die Tatwaffen und Polizeigegenstände im Fall Heilbronn gefunden. Soweit so gut. Hätte eine einfache Meldung über die brisanten Gegenstände an die Beamten in Stuttgart – welche es natürlich auch gab- nicht ausgereicht und man die Dinge einfach ihren Lauf hätte nehmen lassen? Hier lässt es in der Summe der Dinge einen tieferen Sinn vermuten, dass Stuttgarter Beamte in den folgenden Tagen ab dem 05.11.2011, anwesend waren.

Die gefundenen Polizeigegenstände und Tatwaffen

Die gefundenen Polizeiwaffen, Ausrüstungsgegenstände und Tatwaffen sind die Hinweise zum NSU schlechthin. Aber haben diese gefundenen Beweise auch etwas für sich? Wir bleiben einmal bei unserer Gedankenspielerei und Erkenntnis, dass diese nicht echt waren und spinnen diese Phantasie ein wenig weiter und setzen an Spekulationen noch eins drauf.

Die Geschichte fängt hierbei an, dass Michael Menzel am 04.11.2011 eine Pistole bekannt gab die in Fahndung steht. Dies wurde auch nach Stuttgart gemeldet, worauf die Stuttgarter LKA-Beamten sich auf Kiesewetters Waffe festlegten. Daraufhin machten sich Beamte vom LKA-Stuttgart auf den Weg nach Gotha.

Anmerkung:

Ab hier könnte man vermuten, dass die Dinge – geprägt durch die Unklarheiten zum Fall Heilbronn – ihren eigenen Lauf nahmen.

Das LKA Stuttgart war ab dem 05.11.2011 in Gotha und in Zwickau, noch vor dem Auffinden der 1. Waffe dort in der Wohnung, in Persona KHK Kurt Kindermann, dem Phantombildmaler:

Siehe:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2016/02/03/nsu-ausschuss-sachsen-lka-stuttgart-am-5-11-per-hubschrauber-eingeflogen-was-war-denn-so-dringend/

Anmerkung:

Voraus-Kommando für Tat- und Dienstwaffen?

Ab diesem Zeitpunkt fand man nach und nach Gegenstände die mit der Tat in Heilbronn in Verbindung gebracht wurden. Beide Polizeiwaffen wurden am 07.11.2011 hochamtlich als gefunden und identifiziert gemeldet. Die Handschließe erfolgte am 08.11.2011. Die beiden in Zwickau gefundenen angeblichen Tatwaffen wurden am 05.11.2011 (Radom VIS) und am 08. oder 09.11.2011 (Tokarev TT33) gefunden.

Aufgrund der in den anderen Kapiteln dargestellten Geschehnisse betreffend der Aussagen, Wiedersprüche und dem Auffinde-Chaos ab dem 04. bzw. 05.11.2011, ist es stark an zu zweifeln, dass man wirklich echte Waffen und Ausrüstungsgegenstände gefunden hat. Wegen des knappen Zeitfensters ab dem 04.11.2011 bis zur „vollständigen“ Untersuchung im Wohnmobil und in Zwickau, lässt es vermuten, dass während des „Auffindens“ Gegenstände und Waffen zwar vermerkt wurden, die anhand ihrer vielen Widersprüche und mangelnder Auffinde-Fotos jedoch wahrscheinlich nicht echt waren.

Man hat womöglich in den ersten Tagen irgendwelche ins Schema zur Tat in Heilbronn passenden Waffen und Ausrüstungsgegenstände platziert, um in den darauffolgenden Stunden und Tagen, Hinweise und Beweise für die Tatbeteiligung des NSU an Heilbronn zu untermauern.

Anders gesagt: Man wollte einen noch immer nicht aufgeklärten Mord entsorgen und man tat alles, was die Behauptung mit „Beweisen“ bekräftigen sollte.

Wie könnte dieser angenommene Bluff nun gelaufen sein?

Man muss hierbei davon ausgehen, dass man kurz nach Eintreffen der Stuttgarter Beamten Dummies platziert hat, um die unaufgeklärte Tat von Heilbronn zu entsorgen.

Als die beiden Uwes in Stregda aufgefunden wurden, hat man zunächst einen Zusammenhang mit einem Banküberfall am Vormittag des 04.11.2011 gesehen. Zu diesem Zeitpunkt kannte man das Mysterium des NSU (offiziell) noch nicht. Als dann die Meldung von PD Menzel über die in Fahndung stehende Pistole in Stuttgart ankam, nahmen die Dinge ihren Lauf. Falsch abgelesen, wie bei den Patronen, was auch immer…

Hierauf schlossen die Beamten vom LKA-Stuttgart, dass es sich um eine Waffe handeln muss, die im Zusammenhang mit der Tat in Heilbronn steht. Angeblich die geraubte Pistole von Michele Kiesewetter.

Anmerkung:

Menzel sagte am 07.11.2011 auf der Pressekonferenz, dass dies sehr wahrscheinlich die Waffe von Frau Kiesewetter sei. Interessant hierbei ist, dass die Kollegen von Menzel eine gegenteilige Behauptung aufstellen. Demnach soll zuerst die Waffe im Bad gefunden und als Martin Arnolds Waffe identifiziert worden sein, laut den Beamten vor Ort Knobloch und Köllner. Laut Köllner(TLKA) und Michel (TLKA) soll diese (Bad-)Waffe noch vor dem Abtransport des Wohnmobils in Stregda entnommen worden sein. Die Waffe von Kiesewetter sei erst um 23:11Uhr in der Abschlepphalle entnommen und identifiziert worden.

Hypothese:

Nachdem (oder vielleicht schon weit vor dem 04.11.2011) bekannt wurde, dass es eine Pistole gab die in Fahndung stand und mit der Tat von Heilbronn in Verbindung gebracht wurde, hat man versucht diesen unaufgeklärten Mord zu entsorgen. Man sah die Gelegenheit. Man geriet aber womöglich in höchste Anspannung, da man die echten Gegenstände nicht zur Verfügung hatte und diese dementsprechend nachliefern musste. In diesem Moment (oder auch einige Zeit vor dem 04.11.2011) hat man vielleicht versucht dementsprechende „Beweisstücke“ bereit zu stellen und diese für eine Präsentation in Zwickau und Eisenach zu benutzen. Vielleicht liefen zu dieser Zeit einige Aktionen, um die Nachbeschaffung von den echten Tätern zu organisieren. Was auch zum damaligen Zeitpunkt für noch nicht vorhandene Gegenstände sprechen würde, wäre wiederum die chaotische und unklare Dokumentation des späteren Auffindens und Auswertens. Man hat hierfür beispielsweise irgendeine Tokarev und Radom genommen, die ebenfalls als mögliche Tatwaffen eingegrenzt waren, um diese anschließend in Zwickau zu deponieren. Ein zeitlicher Versatz in der Auffindung beider „Tat“- Waffen, könnte hierbei auch durch eine verzögerte Beschaffung und Deponierung erklärt werden. Auch der Zustand der Waffen, die durch Hitze verursachte Beschädigung könnte man aus dem Standpunkt der Initiatoren neutral werten. Man könnte nicht sagen, dass dies die Tatwaffen wären, aber man könnte auch nicht das Gegenteil behaupten. In diesem Moment wird man womöglich noch nicht die echten Polizeigegenstände gehabt und im Hintergrund nach entsprechenden Möglichkeiten geforscht haben („Chico“ / Heroin-Deal).

Die Stuttgarter Beamten trafen daraufhin am Morgen des 05.11.2011 in Gotha und in Zwickau ein. Die ersten „Auffinde“- Fotos aus dem Wohnmobil, zeigen lediglich jeweils eine H&KP-2000 ohne erkennbare Details die auf die jeweiligen vorherigen Besitzer hinweisen könnten. Ein Zuvor in Stregda geschossenes Foto zeigt eine völlig verschmorte und auf dem Tisch liegende Pistole mit aufgeplatztem Magazin.

Anmerkung:

Man beachte hierbei die Lichtverhältnisse der Tatortfotos von den Waffen. Diese Fotos wurden einmal bei Tageslicht in Stregda (Beispiel: Waffe auf dem Tisch) und einmal in einer anderen Umgebung, vermutlich in der Abschlepphalle, bei ausgeleuchteter Umgebung aufgenommen(Beispiel: Waffe im Bad). Somit nach aller Wahrscheinlichkeit nach zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen! Tageslicht bevor die Stuttgarter Beamten vor Ort waren und bei künstlichem Licht nachdem sie vor Ort waren!

Hypothese:

Nachdem man auf dem Weg nach Gotha war, konnte man womöglich schon eine der Tatwaffen zu Verfügung gehabt haben. In diesem Fall die Radom VIS, die auch am 05.11.2011 gefunden wurde. Am Morgen in Eisenach angekommen und nachdem die Waffe (P-10 ?)am Tag zuvor aus dem Bad entnommen wurde (und die verschmorte Waffe auf dem Tisch wahrscheinlich noch nicht identifiziert wurde) konnte man nun eine (eigene Dienst-)H&K P-2000 auf dem Badezimmer-Boden präsentieren und (ohne die Seriennummer erkennen zu können!) abfotografieren. Die Bad-Waffe P-10 störte. Sie passt nicht in die Erzählung zu zwei gefundenen Polizeidienstwaffen. Diese musste im Nachhinein unauffällig in einem Karton aus dem Wohnmobil getragen und ausgetauscht werden.

Anmerkung:

Ein schönes Beispiel dafür ist die angebliche Dienstwaffe Martin Arnolds, die zunächst drei Mal vom auffindenden Beamten Hoffmann als P10 benannt wurde und später dann –nach Eintreffen des LKA-Stuttgart- zur H&K P-2000 mutierte. Am Rande: Die Beamten vom LKA-Stuttgart haben als Dienstwaffen eine H&K P-2000. Die Thüringer haben als Dienstwaffen die P10… ein Schelm der Böses dabei denkt…

Zwischenzeitlich hat man die Informationslage versucht dementsprechend ein zu richten, dass man auf allen Ebenen bekannt geben konnte, Martin Arnolds und Michele Kiesewetters Waffen wurden im Wohnmobil gefunden. Im Nachgang hat man für die dementsprechende Nummerierung auf den Waffen gesorgt um dadurch auch die Aktenlage klarer erscheinen zu lassen. Hierbei gibt es nur das jeweilige Foto, welches die Seriennummer auf dem Schlitten zeigt. Dieses Teil könnte nach beschafft und dementsprechend beigefügt worden sein. Auch hier wieder ein Punkt für die undeutliche und zeitverzögerte Dokumentation. In der Zwischenzeit hat man sich um die Handschließe und um die Tokarev gekümmert. Beide wurden in Zwickau deponiert, nachdem die Wohnung jedoch schon von Schutt ausgeräumt war. Die Tokarev fand man im Schutthaufen, wie auch die Ceska 83 SD, am 08. oder 09. 11.2011. Beide Tatwaffen waren durch die Hitze stark gezeichnet, aber vom BKA wurden trotz alledem DNA Spuren gesichert – die später nicht weiter berücksichtigt wurden, welche aber das LKA-Labor in Dresden übersehen hatte, wenigstens die 2 DNAs auf der Radom!

Die Handschließe die zunächst am 04.11.2011 im Wohnmobil und anschließend am 05.11.2011 in Zwickau gefunden wurde. Im Anschluss sind all diese Gegenstände in den Akten vermerkt worden. Der Rest ist Geschichte.

Fakten sind:

All die untersuchten Gegenstände beinhalten jede Menge Widersprüche und Unklarheiten. Die Untersuchungsergebnisse und die darin enthaltenen Details sprechen für sich. Ebenfalls die gegensätzlichen Aussagen zum Auffinden im Wohnmobil erklären einiges.

Also was hätte man eventuell nun in den Folgetagen nach dem 04.11.2011 machen können?

Die widersprüchlichen Beweise nutzte man wahrscheinlich innerhalb des Zeitraumes unmittelbar nachdem man beschloss, dass der NSU an der Tat in Heilbronn beteiligt gewesen sein soll. Man hatte ja zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich auch nichts anderes zur Verfügung. Auch in der Zeit als das BKA (Eingang angeblich 10.11.2011) die gefundenen Gegenstände erhielt lässt es vermuten, dass dies noch die „zuerst“ gefundenen Gegenstände gewesen zu sein scheinen. Ausnahme könnte hierbei die Handschließe sein, die am 18.11.2011 erstmals als asserviert auftaucht. Somit diese dann auch vermutlich erst beim BKA eintraf.

Anmerkung:

Das BKA bekam die „Polizeiwaffen“, zusammen mit allen anderen im Wohnmobil gefundenen Waffen, am 06.11.2011 zur Untersuchung übersandt. Die Handschließe könnte aufgrund des späten Asservierungsdatum entweder die „Echte“ oder eine Nachgemachte gewesen sein.

Was wäre jetzt am besten gewesen?

Man musste die echten Waffen und Ausrüstungsgegenstände haben, um die erzählte NSU-These zu untermauern. Und dies möglichst zeitnah am 04.11.2011. Je später desto schlechter für die Glaubhaftigkeit. Hier hat man wieder den Punkt, an dem der Deal zwischen der V-Person aus dem Heroin-Deal oder alternativ aus der „Chico“-Spur wieder Sinn macht. Durch die Verbindung zu den möglichen „echten“ Tätern hätte man die Waffen und restlichen Gegenstände nachbeschaffen können. In der Zeit des ersten Auffindens der Gegenstände, vom 04.11.2011 bis zum 09.11.2011, besteht ein Zeitfenster von mehreren Tagen. In diesem Zeitfenster hätte man einige echte Gegenstände nachbeschaffen können.

Jedoch scheidet die Beschaffung der echten Gegenstände, zumindest in dem kurzen Zeitfenster nach dem 04.11.2011 eigentlich aus. Die Auswertungsergebnisse scheinen viel zu ungenau, widersprüchlich und hin gemauschelt, als das man nach näherer Betrachtung von deren Echtheit überzeugt sein könnte. Dementsprechend weißt dies eher auf die unechten Gegenstände hin, als das man die Echten zum damaligen Zeitpunkt zur Verfügung gehabt hatte. Auch wenn es nach dieser Zeit eine Nachbeschaffung gegeben haben sollte, dann hätte man eigentlich nur noch bedingt davon profitiert. Denn, die Auswertungsergebnisse der „Dummies“ waren nun vorhanden und man hat mit deren Aktenlage fortwährend gearbeitet. Zwangsläufig bis weit ins Jahr 2012. Auch hätte man die dementsprechenden echten Gegenstände ohne Zögern und ohne Furcht vor Enttarnung –auch viele Monate später nach dem 04.11.2011- noch stolz präsentiert. Vielleicht suchte man freilich auch eifrig und zeitnah nach den besagten Gegenständen. Denkbar ist das allemal. Aber ebenso gut ist es möglich, dass man diese nicht fand. Auch die Diebe welche sich bei den Heilbronner Polizisten bereichert haben könnten noch immer völlig unbekannte Personen sein. Ebenso wie die eigentlichen Schützen und deren Tatwaffen.

Man kann aber sicherlich behaupten, dass die echten Waffen und Polizeigegenstände allemal die Rettung in den ersten Tagen nach dem 04.11.2011 bedeutet hätten. Demnach hätte man garantiert keine bessere Ausgangsbasis gehabt haben können und man hätte die Geschichte nahezu bedenkenlos so erzählt wie man es brauchte. Vor allen Dingen glaubhafter. Woran man ebenfalls erkennen könnte, dass dies ein im Hintergrund geplanter und schlecht durchgeführter Plot war, sieht man an den unterschiedlichen Aussagen der ersten auffindenden Beamten. Am Beispiel PD Menzel:

Er gab an (vielleicht auf Geheiß? Man bedenke die Aussage von Bodo Ramelow: MAD und BND standen sich gegenseitig auf den Füßen), dass Kiesewetters Waffe am Nachmittag des 04.11.2011 identifiziert wurde und seine Kollegin Michel (Chefin der Tatortgruppe) sagte, diese sei erst spät Abends zugeordnet gewesen. Neben der Beamtin Michel sagen das genauso noch zwei weitere Polizisten aus.

Überall findet man diese Widersprüchlichkeiten, nicht nur in den Aussagen, sondern auch im nüchternen Papier. In den Akten. In den Gerichtsaussagen. Es zieht sich durch, das Chaos der 2 sich gegenseitig ausschliessenden Dienstwaffenfinde-Versionen Gotha und Stuttgart.

Im Endeffekt konnten selbst die Heilbronner Ringfahndungsergebnisse und die Blutjogginghose all diese Sachen nicht in einem günstigeren Licht erscheinen lassen.

Schlussfolgerung:

Können die Spurenkomplexe von Heilbronn etwas mit den aufgefundenen Gegenständen in Stregda und Zwickau zu tun haben? Was spricht also dafür, dass es einen Deal gegeben haben könnte? Eigentlich eher wenig. Sollte der Gedankengang über die Nachbeschafften Polizeigegenstände – zu welchem Zeitpunkt auch immer – etwas für sich haben, dann wären die echten Gegenstände auch präsentiert worden. Somit scheidet diese Denkrichtung eigentlich aus.

Andererseits sprechen die Widersprüche bei Landeswappen, Anzahl der Waffennumern in den BKA-Gutachten (1 statt 3) etc. dafür, dass der Deal nach dem 4.11.2011 erst noch hastig abgeschlossen werden musste, sei es mit den Sinti- und Roma-Funktionären, sei es mit dem einsitzenden Mörder der NSU-Russenmafia.

Eine Verstrickung der Behörden, genauer gesagt eine Vertuschung von aktenkundigen Tatsachen hingegen, scheint durch diese aufgeführten Darstellungen dafür aber eher wahrscheinlicher. Nicht zuletzt wird diese Unterstellung beispielsweise durch ominöse Indizien wie durch die Blutjogginghose erhärtet. Ein Beweisstück welches eigentlich keines ist.

Man kann gerade an solchen Beispielen erkennen, dass man von allen Seiten Beweise präsentiert bekommt, die eigentlich keine handfeste Grundlage in sich haben. Auch wie hier schon mehrfach Gebetsmühlenartig erwähnt wurde, sind die zweifelsfreien Zuordnungen der Ausrüstungsgegenstände und Waffen derart ungenau formuliert, sodass nicht zweifelsfrei gesagt werden kann dass die gefundenen Gegenstände echt sind und damit eine Verstrickung des NSU zu Heilbronn evident machen.

Es ist zu fragen, ab wann die Waffen denn echt waren, falls sie denn jemals echt waren. Am 4.11., oder am 5.11., oder eher später im Jahr 2011?

Die einzig denkbaren und möglichen Verbindungen, von einem Deal zwischen der V-Person aus dem Komplex Heroin-Deal oder der Verbindung zu „Chico“ und den Landfahrern, scheint in Anbetracht der oben analysierten Tatsachen ebenfalls eher unwahrscheinlich. Zugegeben, vorstellen kann man es sich vielleicht, dass es einen Deal gab und die Waffen und Ausrüstungsgegenstände nachbeschafft wurden.

Was wäre denn aber dann die logische Schlussfolgerung daraus gewesen?

Sollten die nachbeschafften echten Waffen und Ausrüstungsgegenstände, zu welchem Zeitpunkt auch immer vorhanden gewesen sein, dann hätte man diese unter Garantie trophäenartig und vor allem zeitnah am 04.11.2011 präsentiert.

Ob nachbeschafft durch einen Deal oder durch die Tatbeteiligung des NSU, es wäre dann folgendes Resultat der Fall gewesen:

Nichts hätte für die Behörden in jedem Fall besser sein können, als der Öffentlichkeit die echten Gegenstände zu präsentieren, um dadurch jede aufkommenden Unklarheiten beseitigen zu können. Nie und nimmer wäre dadurch auch nur der leiseste Zweifel in der Öffentlichkeit hochgekocht, dass der NSU nichts mit Heilbronn zu tun hat. Man hätte sich an jedes Detail geklammert um seine Version noch stabiler darstellen zu können! Alternativ hätte man diese Nachbeschaffen können. Aber der Grund für die Präsentation eines handfesten Beweises ist oben erläutert. Die echten nachbeschafften Gegenstände zu präsentieren, hätte nur dann richtig Sinn gemacht, wenn dies zeitnahe am oder nach dem 04.11.2011 geschehen wäre.

Das Einzige, was die NSU-Theorie zu Heilbronn zumindest auf schwachen Beinen zu stützen scheint, ist die „Echtheit“ der angeblichen Tatwaffe Tokarev TT-30. Der Beweis hierfür ist das äußerst knapp formulierte Untersuchungsergebnis des BKAs. Hierin wird erwähnt, dass Übereinstimmungen der Waffe zu der am Tatort gefundenen Hülse Individualspuren vorliegen. Eine nähere Erläuterung dieser Individualspuren und eine Begründung woran festgemacht wird, dass es jene Tatwaffe ist finden sich nicht in den Akten. Das BKA war überzeugt, dass dies die Tatwaffe Arnold war.

Im Umkehrschluss:

Für eine Nachbeschaffung der echten Gegenstände spricht wenig, für die Tatbeteiligung des NSUs aber eigentlich auch nichts.

Trotz aller Spekulation zu der Nachbeschaffung: Es könnte an den jeweiligen Spurenkomplexen zu Heilbronn in vielerlei Hinsicht etwas dran sein. Da in diesen beiden Komplexen nichts ausermittelt wurde kann man hierbei auch nichts wirklich ausschließen. Sollte etwas dran sein, dann verwundert es einen nicht, dass man aus gegenwärtiger Sicht die jeweiligen Spurenkomplexe ab dem 04.11.2011 nicht weiter bearbeitet hat.

Hier wird durch unsere Gedankenspielerei noch ein weiterer Punkt deutlich:

Allemal klingt die Vermutung über die wahrscheinlich noch immer fehlenden (und nicht präsentierten) und echten Tatwaffen, Polizeiwaffen und Ausrüstungsgegenstände plausibler, als das was über Stregda und Zwickau dargestellt wird.

Man sieht in diesen Texten steckt ein Maß an Spekulation. Jedoch Spekulation die sich aus Ermittlungsergebnissen und möglichen Querverbindungen ergeben hat. Eine Kleinigkeit wird jedoch bei aller Phantasie vermutlich deutlicher:

Unterm Strich gesehen scheinen die beiden ermittelten Spurenkomplexe „Chico“ und Heroin-Deal, in Anbetracht der oben dargestellten „Beweise“, definitiv näher an der Realität als eine Verstrickung des NSU zu der Tat in Heilbronn.

Trotz vieler Hinweise und Spuren wurde der Spurenkomplex „Chico“ offiziell am 13.07.2010 eingestellt. Den Spurenkomplex zum Heroin-Deal verfolgte man länger. Gerade wichtige Ermittlungen brachen abrupt am 04.11.2011 ab.

Ab hier nehmen wir das rein…

Man wollte die Komplexe damals nicht und heute erst recht nicht. Warum man diese nicht wollte, das muss jeder für sich beantworten. Allemal passen die Komplexe nicht zum NSU. Auch das Wohnmobil aus Chemnitz bei der Ringfahndung nach dem Mord ist absolut unglaubhaft, hin ermittelt, nachgefunden, her gemauschelt.

http://friedensblick.de/8450/kiesewetter-mord-das-geluege-um-den-nsu-wohnwagen/

alles nur Schwindel?

http://friedensblick.de/20815/polizei-ermittlungspanne-kennzeichen-von-nsu-wohnmobil-c-pw-87-fehlerhaft-abgespeichert/

 

Man befindet sich eigentlich wieder am Anfang vom Ende der Ermittlungen zu Heilbronn und somit gleichzeitig auch an dem Punkt die Tatbeteiligung des NSU an der Mordserie und am Heilbronner Polizistenmord ernsthaft zu hinterfragen. Kein gutes Bild, das „unser aller Rechtsstaat samt der ihn tragenden Eliten und Medien“ da abgibt.

ENDE

WAS WÄRE WENN… SPEKULATIONEN ZU HEILBRONN UND DEN BEWEISEN VOM NOVEMBER 2011, TEIL 3

Eine Serie von @Riemenkarl

.

Passt recht gut zum Thema dieser Serie: Manipulierte Ermittlungen in Heilbronn ab dem Mordtag 2007:

So ähnlich blogten wir das schon 2015:

Die Daten aus beiden Handys fließen zusammen, desweiteren werden „passende“ SMS-Nachrichten von der Soko selbst getextet, siehe … http://friedensblick.de/22990/heilbronner-polizistenmord-erfand-sonderkomission-sms-ueberfallener-polizisten-kiesewetter-und-arnold/

Dass da innerhalb der Soko Parkplatz sabotiert wurde, das weiss die Soko Parkplatz seit 2010 (!!) und geblogt wurde das 2014:

http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/08/25/heilbronn-die-sabotage-der-ermittlungen-von-anfang-an-jaccuse/

Es spricht sich also langsam aber sicher herum… mit nur wenigen Jahren Verspätung? Wie schön!

Das alles hat auch sehr viel zu tun mit dem, was @Riemenkarl hier anzumerken hat.

TEIL 3

Weiter geht´s mit dem Spurenkomplex 1317. Die „Chico-Spur“.

Was wäre wenn…

an der „Chico-Spur“ was dran ist?

Ohne anfangs zu viel verraten zu wollen, aber in diesem Spurenkomplex wird recht ähnlich vorgegangen wie es bei dem Spurenkomplex Heroin-Deal der Fall ist. Wir bedienen uns hierbei derselben Analysemethode wie es im Kapitel „Das wirre Auffinde-Debakel im Wohnmobil und in Zwickau“ dargestellt ist. Die Kenntnis aus diesem Kapitel sollte man hierbei gedanklich miteinander verknüpfen.

Aussagen und Hinweise über die Täterschaft von „Chico“ an dem Mord von Michele Kiesewetter gab es genügend. Auch die Identifizierung von Martin Arnold scheint eine gewisse Brisanz zu haben. Das Problem dieser Spur scheint zu sein, dass es um alles oder nichts geht. Sehr viele konkrete Hinweise sind vorhanden, die nicht ausermittelt wurden, um die Tatbeteiligung zu bekräften oder zu entschärfen. Deshalb ist es nach wie vor völlig unklar ob an dieser Spur etwas dran ist. Wir spinnen den Gedanken mal weiter und nehmen einfach einmal an, dass darin ein Wahrheitsgehalt steckt.

Hierzu sind wieder die Blogbeiträge zum Spurenkomplex „Chico“ wichtig.

Tathypothese

„Chico“ soll sich am Tattag auf der Theresienwiese aufgehalten haben. Das sagten nicht nur diverse Informanten aus, sondern auch konkret beschuldigten ihn Mitglieder der Familie Heilig. Zudem wurde nachdem die Ermittlungen in diesem Spurenkomplex eingestellt wurden, Anfang/Mitte 2012, „Chico“ angeblich auf einer Kameraaufnahme identifiziert. Außerdem stellte man während dieser Zeit fest, dass eine seiner französischen Prepaid-Karten die er bei Rip-Deals verwendete, am Tattag auf der Theresienwiese eingeloggt gewesen sein soll.

Ferner wird von einer V-Person beschrieben, dass an jenem Tag ein einzelner Wohnwagen (o.ä. rollbare Unterkunft) sich abseits von den Anderen und nahe der Trafostation befunden haben soll. In diesem Wohnwagen soll nach Angaben einer V-Person, eine Rip-Deal Rechnung zwischen „Chico“ und einer weiteren Person (Russe?) beglichen worden sein. Während dieser Handlung (je nach Darstellungen der Zigeuner und den V-Personen variieren die Gründe seiner Anwesenheit) wurden die Beteiligten von dem herannahenden Streifenwagen gestört, woraufhin die Täter einen Angriff auf die Polizisten durchführten.

Also gehen wir davon aus, dass „Chico“ einer der Täter ist und er sich mit einem weiteren Täter von hinten an den BMW heran schlich. „Chico“ hat dann von der Beifahrerseite aus auf Martin Arnold geschossen, der diesen später auch als einen der Schützen identifiziert hatte.

Wie geht es jetzt nun nach der Tat weiter?

Hierzu bedienen wir uns ein wenig der Spekulation und der Ermittlungen am Tatort.

Nach der Tat werden die Täter höchst wahrscheinlich auf schnellstem Wege geflohen sein.

Hierbei ist völlig unklar, ob die (wahren) Täter auch gleichzeitig die Waffen und Ausrüstungsgegenstände entnommen haben.

Die Ermittler nahmen in dieser Hypothese bis Ende 2010 an, dass die Täter auch gleichzeitig die Waffendiebe gewesen sein sollen. Dadurch, dass man an dieser Schlussfolgerung lange Zeit festhielt, wurden potenzielle „echte“ Täter nicht berücksichtigt. Man fand von den jeweiligen in den Spurenkomplexen verdächtigten Personen („Chico“ und Heroin-Auto) keine DNA-Spuren an den Opfern, woraufhin man die überprüften Personen höchst wahrscheinlich als Schützen bzw. Täter ausgeschlossen hat. Die Schützen müssen jedoch nicht gleichzeitig die Waffendiebe gewesen sein, per DNA-Test und dieser Annahme konnte (durfte) man niemanden ausschließen!

Anmerkung:

Nachdem man erst im Frühjahr 2009 eine DNA-Probe von „Chico“ zum Abgleich ausgehändigt bekam, stellte man Anfang 2010 Kollegen (die keinen Dienst hatten) auf der Opferbekleidung der beiden Polizisten fest. Ebenfalls fand man geringe Mengen von nicht auswertbaren DNA-Spuren. Chico oder andere mit der Tat in Verbindung verdächtigte Personen fand man hingegen nicht. Im Sommer 2010 wurden die Ermittlungen gegen „Chico“ daraufhin eingestellt. Der Hauptgrund hierfür ist vermutlich, dass man damals davon ausging, „Chico“ sei sowohl der Täter als auch der Waffen- und Ausrüstungsdieb gewesen.

Fest steht, dass es (offiziell) ab den Schüssen bis zum Auffinden der Polizisten, ein „schwarzes Loch“ von circa zehn bis zwölf Minuten gegeben hat. Was in dieser Zeit am Tatort geschehen ist bleibt bislang völlig offen. Ebenso gut könnten in dieser Zeit auch völlig andere Personen die Waffen und Ausrüstungsgegenstände entwendet haben. Denn an den Opfern wurden DNA-Spuren gefunden, die laut Aktenlage, vermutlich aufgrund ihrer Unbrauchbarkeit nicht zugeordnet werden konnten.

Bleiben wir an diesem Punkt – „Chico“ wurde an den Opferbekleidungen nicht festgestellt. Gehen wir also davon aus, dass er und seine Begleitung die Ausrüstungsgegenstände und Waffen nicht entnommen haben. Wer könnte es aber dann gewesen sein?

Hier gibt es ein großes Problem welches sich in der Polizeitaktik an jenem Tag deutlich macht. In Heilbronn wurde unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat eine Ringfahndung ausgerufen. Ungefähr hundert Polizeibeamte fuhren zur Theresienwiese und in den näheren Umkreis. Nahezu jedes Auto wurde in Heilbronn durchsucht und etliche Personen wurden kontrolliert. In Heilbronn herrschte ein Verkehrschaos aufgrund der Polizeipräsenz und den Kontrollmaßnahmen. Was man jedoch nicht derart akribisch unter die Lupe nahm war das nähere Tatortumfeld.

Konkret: Die nur wenige Meter vom Tatort entfernten Schausteller und ihre Wagen.

Bei den Schaustellern wurden lediglich die Personalien der Anwesenden festgestellt. Befragt oder zur Tat vernommen wurden sie jedoch nicht. Ebenfalls wurden die Schaustellerwagen nicht durchsucht worin sich brisante Gegenstände hätten finden lassen können, die eventuell mit der Tat in Zusammenhang gebracht hätten werden können. Ein unverzeihlicher Fehler.

Auch der Verbleib von den Tatwaffen ist in dieser Tathypothese völlig unklar. Ob sich „Chico“ und seine Mittäter sich von ihnen unmittelbar nach der Tat entledigt haben ist nicht bekannt. Denkbar wäre dies aber durchaus. Vielleicht sogar ebenfalls in Tatortnähe. Mit viel Phantasie sogar in einem sehr nahe gelegenen (fahrbaren) Rückzugspunkt.

Was wäre wenn…

also beispielsweise „Chico“ und seine Begleitung nur Schützen gewesen wären und die Waffendiebe unter Umständen unter den Landfahrern zu suchen wären?

Spinnen wir den Gedanken einmal weiter und bleiben bei der Tathypothese und der Beteiligung „Chicos“.

Die Schüsse und die Tat können aufgrund der Nähe zum Tatort unmöglich von den 165 anwesenden Schaustellern unbemerkt geblieben sein. Irgendjemand von ihnen muss etwas beobachtet und mitbekommen haben. Und seien es nur irgendwelche Vorgänge in der unmittelbaren Nachtatphase. Möglicherweise hat aber auch einer von ihnen jemanden gesehen der davon lief. Vielleicht sogar „Chico“ selber, so wie V-Personen und Mitglieder der Familie Heilig diesen später mit der Tat in Verbindung brachten. Vielleicht aber auch andere brisante Beobachtungen die bis heute keine Erwähnung finden.

Anmerkung:

Fakten sind: Die Familie Heilig beschuldigt „Chico“ der Tat. Die Schausteller müssten, aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zum Tatort, unter Garantie etwas von der Tat mitbekommen haben.

Was geschah also in dem schwarzen Loch von vor der Tat bis zum Auffinden des Zeugen Schmidt? Licht ins Dunkel könnten eben jene 165 Schausteller bringen.

In diesem Zeitfenster könnten sich also Waffendiebe, deren DNA völlig unbekannt zu sein scheint, an den Polizisten zu schaffen gemacht haben.

Anmerkung:

Die Opferbekleidung wurde auf DNA untersucht. Nach Aktenlage wurden hierbei auch DNA-Spuren gefunden, die nicht brauchbar waren und dementsprechend nicht abgeglichen werden konnten. Ob diese Spuren aufgrund ihrer Verunreinigung wirklich keiner Person zugeordnet werden kann, ist ebenso unklar wie die Möglichkeit, dass diese Spuren von einer Person stammen könnten welche die Waffen gestohlen hat. Aus den Akten geht dieser Punkt nicht deutlich hervor, sodass man dies genauer eingrenzen könnte. Anzunehmen ist aber dennoch, dass diese unbrauchbaren Spuren von einer Person stammen könnten, welche die Waffen gestohlen hat. Denn Fakt ist: Die Waffen und Ausrüstungsgegenstände wurden entwendet und es muss sich jemand daran zu schaffen gemacht haben. Am Rande ist zu erwähnen, dass im Zuge der Überprüfung auch Kollegen auf der Opferbekleidung (Gürtel und Uniform) festgestellt wurden, die an diesem Tag keinen Dienst hatten.Das war Mitte 2011 der brisante Stand im Heilbronner Kollegen-DNA-Krimi

siehe: https://twitter.com/NSU_Leaks/status/957945851426623488

https://sicherungsblog.wordpress.com/2017/04/25/ard-24-4-2017-tod-einer-polizistin-mehr-darf-nicht/

Die (eventuell in Tatortnähe ansässigen) Unbekannten, hätten dann ebenfalls die entwendeten Gegenstände in die nähere Umgebung (oder an einen völlig anderen Ort), sprich in einen Schaustellerwagen oder ähnliches in Tatortnähe befindliche Unterkunft, verbringen können.

Warum also ausgerechnet die Landfahrer verdächtigen?

Die zur Tatzeit und unmittelbar danach flüchtenden und blutverschmierten osteuropäischen Männer wurden allesamt ohne Waffen und Ausrüstungsgegenstände gesehen. Natürlich kann es nach wie vor unbekannte Personen geben, die mit der Tat etwas zu tun haben und deren DNA ebenso unbekannt ist wie sie selber.

Wir erinnern uns hierbei an nicht auswertbare Spuren an den Opferbekleidungen. Auch unbekannte potenzielle Schützen könnten rein theoretisch die Waffen entnommen haben, was jedoch nicht zwangsläufig der Fall gewesen sein muss. Für das Zeitfenster von zehn bis fünfzehn Minuten hat man keinerlei Kenntnis über eventuell am Tatort anwesende Personen. Hier können natürlich auch völlig unbeteiligte die Waffen und Ausrüstungsgegenstände entnommen haben. Man weiß es einfach nicht. Deshalb bleibt hier alles recht spekulativ, auch eine Ausrüstungsentnahme durch die auf der Theresienwiese anwesende Personen. Man sollte diesen Punkt jedoch ins Kalkül ziehen.

Was jedoch naheliegen könnte und auch vermutet hätte werden müssen, wären jene Personen als Zeugen, Tatbeteiligte und/oder Ausrüstungsdiebe zu verdächtigen, die in unmittelbarer Tatortnähe ansässig waren. Hiermit hätte man auch in jedem Fall die Landfahrer und ihre fahrbaren Unterkünfte in Betracht ziehen müssen, die allesamt nicht kontrolliert wurden. Vielleicht hätten sich sogar darin die Tatwaffen befinden können. Auch das man einen der Schaustellerwagen als ersten Rückzugspunkt nach der Tat genutzt haben könnte und sich in diesem Zeitraum der Tatwaffen hätte entledigen können. Zumindest hätte man diese Personen allemal als Zeugen heranziehen müssen, was nicht geschah. Alleine aus dieser Tatsache heraus ist es schon ein Skandal als solcher.

Aber zurück zur Gedankenspielerei:

Nur wo liegt das Motiv als Schausteller die Gegenstände zu rauben? Vielleicht aus reiner Diebeslust? Um etwas gegen „Chico“ in der Hand zu haben? Wir erinnern uns hierbei an die Anschuldigungen ausgehend von der Familie Heilig gegenüber „Chicos“. An diesem Punkt sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Aber beschränken wir uns auf das wesentliche und nehmen einmal an, die Gegenstände wären – auf welchem Weg auch immer- bei den Schaustellern gelandet.

Vielleicht hätten diese anschließend ihren Weg nach Zwickau und Stregda finden können, bzw. später schlussendlich zum BKA. Wie die Waffen und Ausrüstungsgegenstände dann ihren Weg aus einem Schaustellerwagen zu den Behörden hätten finden können ist ebenfalls spekulativ.

Eine mögliche Verbindung könnte man über familiäre Beziehungen, zu Zentralräten bis hin zu Amtsträgern in den Behörden Baden-Württembergs vermuten. Jedoch, es ist reine Spekulation.

Anmerkung:

Auch der theatralisch mediale Auftritt des Zentralrates der Sinti und Roma in Deutschland könnte man in dieser Denkrichtung in einem anderen Licht sehen. Darin beschuldigte er die ermittelnden Beamten einen Generalverdacht gegen Minderheiten zu erheben. Wie man diese Aussage in dieser Geschichte deuten soll ist fraglich. Hier sei jedoch nochmals erwähnt, dass die Tatbeschuldigung von Zigeunern gegen einen Zigeuner erhoben wurde. Ob diese Stellungnahme eine Art „Präventivmaßname“ war um irgendeinen Tatverdacht ab zu wenden ist unklar und völlig spekulativ.

Die vorhandenen „Beweise“ der Tatbeteiligung des NSUs, hätte man anschließend wunderbar und logisch nachvollziehbar der Öffentlichkeit präsentiert.

Zugegeben, ein harter Sprung von einem Schaustellerwagen zu Stregda und Zwickau. Aber aufgrund der Überzahl von Unklarheiten greift man wo man auch hin fasst immer wieder in Watte. Daher die Spekulation.

Schlussfolgerung

Auch in dieser Tathypothese und dem Werdegang der Gegenstände ist wieder ein enormer Teil an Spekulation vorhanden. Spekulation die sich aufgrund von nicht ausermittelten Denkrichtungen und Ermittlungsfehlern begründet. Man hat in diesen Fällen schlussendlich zu viele Punkte denen man nicht genau genug nachgegangen ist.

Fehler die in den ersten Stunden geschahen und manche die sich noch Wochen und Monate hinaus zogen. Vieles dieser Spekulation ist eben auch darin begründet, dass die Landfahrer und ihre Unterkünfte völlig unberücksichtigt von den Ermittlern geblieben sind, obwohl man diese zum damaligen Zeitpunkt zumindest als Zeugen hätte befragen müssen!

Bei der eben aufgestellten Hypothese gibt es jedoch einige Punkte, die diese Gedankenspielerei als unwahrscheinlich darstellt. Wenn entwendete Waffen und Ausrüstungsgegenstände bei den Landfahrern gelandet sein könnten, gibt es hier wieder ein großes Problem – die Echtheit der Gegenstände. Selbst wenn die später verfügbaren Polizeiwaffen und die Handschließe echt gewesen wären und dem BKA zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2012 vorgelegen hätten, dann hätte man auch hier keine Gelegenheit ausgelassen um die Beweise mit all ihren Details der Öffentlichkeit zu unterbreiten. Ebenfalls hätte eine genauere Untersuchung, Dokumentation und Asservierung der Gegenstände ein eindeutiges Bild der Zuordnung ergeben, welches alle Unklarheiten und Zweifel beseitig hätte. Ebenfalls fehlt in der Liste der Gegenstände auch noch ein Ersatzmagazin mit 13 Schuss Polizei-Einsatz-Patronen, welches nicht in Zwickau oder Stregda aufgefunden wurde.

Der NSU beendete vor Allem die Fahndung im Kollegenkreis, 6 offene DNA-Spuren am Tatort. Plus die Belt Keeper, natürlich. Den DNA-Kollegen-Krimi… den Soko-Chef Schäffer 2009 gestartet hatte.

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/09/05/der-dna-polizisten-krimi-von-heilbronn-2011-den-der-nsu-abrupt-stoppte/

Es ist nicht zuletzt im Fall Heilbronn zu wenig ausermittelt worden, sodass man das eine oder das andere ausschließen kann. Dieser Fakt bezieht sich daher auch auf die gefundenen Polizeigegenstände. Weder die Tatbeteiligung von „Chico“, anderen Waffendieben oder sonstigen Tätern sind zweifelsfrei bewiesen, noch die Tatbeteiligung des NSU.

Wir befinden uns wieder im Jahr 2009. Eben an jenem Punkt wo es viele nicht ausermittelte Spuren gab und diese dennoch Ende 2011 zu den Akten gelegt wurden.

Ende Teil 3

.

Merksatz:

Rassismus innerhalb der Polizei ist dann, wenn „biodeutsche Ermittler“ Beschuldigungen nachgehen, die von Zigeunern gegen Zigeuner erhoben werden, wie hier im Fall Zigeunersippe Heilig, oder die von Türken und Kurden gegen Türken und Kurden erhoben werden, in den Dönermord-Fällen.

Hoch lebe der Schuldkult gegen die Deutschen!

http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/10/05/die-ursachen-der-nichtaufklarung-warum-der-hexenprozess-fortgefuhrt-wird/

WAS WÄRE WENN… SPEKULATIONEN ZU HEILBRONN UND DEN BEWEISEN VOM NOVEMBER 2011, TEIL 2

Eine Serie von @Riemenkarl

.

Teil 1 sollten sie gründlich studiert haben: http://arbeitskreis-n.su/blog/2018/01/30/was-waere-wenn-spekulationen-zu-heilbronn-und-den-beweisen-vom-november-2011-teil-1/

Teil 2:

Eine Beschaffung der Polizeiwaffen auf anderen Wegen?

Was eine Tatbeteiligung des NSU an dem Fall Heilbronn ebenfalls unwahrscheinlich macht ist eine Annahme vom LKA-Stuttgart. Hier wird vermutet, dass die gefundenen angeblichen Heilbronner Dienstpistolen auch über Dritte (verm. durch einen Kauf des NSU-Trios) beschafft worden sein könnten und so ihren Weg zum NSU gefunden haben.

http://arbeitskreis-n.su/blog/2016/06/18/lka-stuttgart-uwes-koennen-dienstwaffen-auch-gekauft-haben-8-11-2011/

Die Vermutung wird vom LKA-Stuttgart dadurch begründet, dass zunächst kein Zusammenhang zwischen dem NSU und der Tat in Heilbronn vermutet wurde. Diese Meldung wurde am 08.11.2011 über die DPA in allen möglichen Leitmedien berichtet. Hierbei schließt das eine das andere automatisch aus. Die Uwes haben demnach die Dienstpistolen nicht in Heilbronn entwendet, soviel kann man sagen. Die Meldung suggeriert dadurch außerdem, dass die Waffendiebe andere gewesen sein müssen.

Anmerkung:

Diese Vermutung vom LKA-Stuttgart klingt völlig logisch. Denn wenn man die Ermittlungsrichtungen in den beiden Spurenkomplexen kennt, dann leuchtet es einem ein wieso die plötzlich auftauchende „Rolle“ des NSU so gar nicht in die zuvor ermittelten Denkrichtungen passt!

Man sollte sich aber auch fragen, wie diese Meldung zu Stande gekommen sein soll, welcher tiefere Sinn steckt hinter dem Inhalt? Wie sollte man so früh schon darüber Bescheid wissen, dass diese Waffen gekauft worden sein könnten? Warum sah man keinen Zusammenhang zwischen dem NSU und Heilbronn? ->Weil es ihn vermutlich niemals gab???

Aber noch etwas fällt hierbei auf. Die mit den restlichen Gegenständen in Heilbronn entwendete Handschelle, findet in diesem Bericht überhaupt keine Erwähnung. Zudem wurde diese Handschelle jedoch angeblich schon am 05.11.2011 im Wandtresor der Wohnung gemeinsam mit der 2. Waffe in Zwickau hochamtlich gefunden.

Ebenfalls fehlt die Erwähnung der gefundenen Radom VIS, gefunden angeblich ganz am Anfang, laut Auffindprotokoll schon am 5.11.2011, die angeblich eine der Tatwaffen in Heilbronn gewesen sein soll, wovon das LKA-Stuttgart anscheinend zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste, dass diese Gegenstände ebenfalls beim NSU gelandet (worden) sein sollen.

Menzel verkündete am 07.11.2011, dass sieben Waffen gefunden worden sein sollen. Hierbei vergisst er die zweite Dienstwaffe zu erwähnen, die durch das LKA-Stuttgart am selben Tag nach gemeldet wird.

Anmerkung:

Hier wird deutlich, dass verschiedene Dienststellen, unterschiedliche Kenntnisse über vermeintlich gefundene Gegenstände zu wiederum unterschiedlichen Zeiten vorlagen. Daher ließe sich das wirre melden und nachmelden von aufgefundenen Gegenständen erklären. Wie kann es ein, dass Beamte der Soko Parkplatz ab dem Morgen des 5.11.2011 in Zwickau und in Gotha zugegen waren, fortlaufend nach Stuttgart meldeten, aber vom Fund der Mordwaffe Radom und der Handschellen Kiesewetters angeblich nichts mitbekamen? 

Lka Stuttgart-Beamte reisten schon 5.11. von Gotha nach Zwickau, konkret die Hauptkomissare Hemme und Rinderknecht, wie konnten sie nichts von der Mordwaffe Kiesewetters und ihren Handschellen wissen, so dass der LKA Stuttgart-Sprecher Haug am 8.11.2011 von gekauften Dienstwaffen faseln konnte, während sein Generalstaatsanwalt Pflieger zur selben Zeit die vergessene 8. Womo-Waffe (Dienstwaffe Arnold) nachmeldete?

Merkt denn niemand, wie grotesk die gesamte Erzählung ist?

Wie soll diese Meldung nun in die Geschichte passen?

Ob an einer Beschaffung der Dienstwaffen über dritte Personen zum NSU-Trio etwas dran ist, wie das LKA-Stuttgart zunächst vermutete, scheint eher unwahrscheinlich. 

Lässt sich hieraus eine Verbindung ziehen, zu den beiden Spurenkomplexen „Chico“ und „Heroin-Auto“ und eine damit verbundene (nach-) Beschaffung der Gegenstände? Auch dieser Ausgangspunkt scheint eher unwahrscheinlich. Denn es scheint völlig unklar zu sein ob dies auch wirklich jene in Heilbronn geraubten Polizei-Dienstwaffen sind. Wir erinnern uns hierbei wieder an die mangelhafte Dokumentation und zweifelsfreie Zuordnung.

Fatalist hat da was klarzustellen…:

Anmerkung: Nachbeschaffung, Ersetzung der provisorischen Dienstwaffen, das ist eine These im Blog gewesen: Die Schlitten passten, der Rest passte (zunächst) nicht.

Siehe: 

Die Dienstwaffen sind Fakes, mit nur 1 Seriennummer statt derer 3 im BKA-Gutachten kann man nicht davon ausgehen, dass sie „echt“ sind. Nachgemachte Schlitten, so lautet die beste These dazu, und mitgebracht am 5.11.2011 vom LKA Stuttgart nach Gotha. Da waren die Leichen aber schon weg. Deshalb keine Fingerabdrücke der Uwes drauf…

Und später dann ausgetauscht, jedoch leider (oder zum Glück) ist das BKA so herrlich schlampig:

Und so herrlich konsequent schlampig noch dazu:

Dieselben „Fehler“ in beiden BKA-Dienstwaffengutachten: Nur eine statt 3 Waffennummern, aber jede doppelte Beschriftung wird erwähnt!

Das muss doch auffallen, dass da nachoptimiert worden sein muss…

fatalist Ende, Riemenkarl macht weiter.

Gerade in dieses enge Zeitfenster von wenigen Tagen, kurz nach dem 04.11.2011, wäre es perfekt gewesen die echten Gegenstände präsentieren zu können und diese auch dementsprechend medial zu verbreiten. Zumal die Erwähnung der Handschelle völlig fehlt, die aber doch ebenfalls am 05.11.2011 schon verfügbar war. Von dem Reizgasspray und der Taschenlampe –beide ohne eingravierte BFE-Nummern- mal abgesehen. Die gesamte Darstellung, sowie der Artikel über eine Beschaffung über Dritte zum NSU-Trio, wollen nicht in die Großerzählung hinein passen. Auch hier sind zu viele Widersprüche enthalten die zu einander zu unstimmig sind.

Anmerkung:

Wenn an dieser Erzählung, abgesehen von der Mutmaßung die Polizeiwaffen seien gekauft worden etwas dran sein sollte, dann hätte die Meldung anders lauten müssen. Hierbei hätten die offiziell Tage zuvor gefundenen Gegenstände (Handschelle in Zwickau, Mordwaffe Radom) in irgendeiner Form Erwähnung finden müssen. Man sparte die Wander-Handschelle aus. Gerade jener Ausrüstungsgegenstand, der mit dem Mord in Heilbronn, den entwendeten Polizeidienstwaffen und restlichen Gegenständen unmittelbar in Zusammenhang gesehen werden muss.

Was ist mit eventuell vorhandenen Humanspuren an den Polizei-Waffen?

Zu guter Letzt ist noch zu erwähnen, dass auch an beiden angeblichen Heilbronner Dienstwaffen, keine Fingerabdrücke oder DNA von Böhnhard, Mundlos oder Zschäpe gefunden wurde.

Die nicht vorhandenen DNA-Spuren und Fingerabdrücke betreffen ebenfalls alle anderen im Wohnmobil und in Zwickau gefundenen Waffen und Munitionsteile. Die DNA die man von Böhnhard und Mundlos an den anderen Waffen im Wohnmobil fand, lassen sich jedoch ganz logisch durch die Verunreinigung von Blut erklären und nicht dadurch, dass die Waffen in irgendeiner Form von beiden benutzt wurden. Fingerabdrücke fand man ebenfalls nicht. Auch nicht an der angeblichen Selbstmordwaffe Pumpgun Winchester.

Unterm Strich gesehen scheint das angebliche Auffinden der entwendeten Heilbronner Dienstwaffen sehr unglaubwürdig. Oder anders gedacht:

Was wäre wenn…

…man die im Wohnmobil auf dem Tisch gefundene Allerwelts-H&K-Pistole und dementsprechend später hinermittelte Dienstwaffe, mit dem völlig verkohlten Schaft und dem verhältnismäßig neu wirkenden Schlitten, der nochmals erwähnten mangelhaften Dokumentation der Seriennummern etc., der Öffentlichkeit als gefundene Kiesewetter-Waffe verkauft hat?

Und wenn die angebliche Dienstwaffe von Martin Arnold, die vom finder KOK Hoffmann als P-10 angegeben und einen Tag nach dem Auffinden als H&K P-2000 erkannt und nebulös fotodokumentarisch registriert wurde, nicht die ist die sie eigentlich sein sollte? Auch hierzu ist die genaue Verifizierung absolut fragwürdig. Hier ist dieselbe mangelhafte Dokumentation wie bei der angeblichen Dienstwaffe von Kiesewetter zu finden.

Siehe die Merkwürdigkeiten der doppelten Entladung:

ging 2014 an den Bundestag, wurde selbstverständlich niemals thematisiert. viel zu gefährlich?

Oder konkreter:

Wenn die gefundenen Heilbronner Dienstwaffen im Wohnmobil gar keine sind,

dann scheint der logische Umkehrschluss, in der Erzählung der V-Person zum Heroin-Deal und die mögliche Verbindung zu „Chico“, dass die echten Dienstwaffen Arnolds und Kiesewetters noch immer irgendwo nicht aufgefunden liegen könnten. Oder alternativ: Man könnte später diese „unklaren“ Waffen nach Beschaffung von Mittelsmännern der Spurenkomplexe ausgetauscht haben? Auch dies muss bezweifelt werden.

fatalist fragt: „Warum muss das bezweifelt werden?“

und verweist auf sein Lieblingsfoto:

Romani Rose, Adolf Heilig, Jörg Geibert (v.l.)

@Riemenkarl, wofür bedankte sich Thüringens Innenminister Geibert bei den beiden Prachtexemplaren? Etwa für die Beschaffung gewisser Dinge bei den 165 nichtshörern, nichtssehern und nichtssagern am 25.4.2007 auf der Theresienwiese?

fatalist hat es halt, das „auf den Nerv-Gen“…

weiter im Text:

Ob die Heroin-Story oder die „Chico“-Spur einen Wahrheitsgehalt haben ist schlichtweg nicht ausermittelt. Es sei aber nochmals erwähnt, dass die Beamten diese Spuren ernsthaft verfolgten. Selbst wenn das Knastlatein und die Spur zu den Landfahrern nicht stimmen sollten, so scheinen die Dienstwaffen und Ausrüstungsgegenstände, Anhand der zweifelhaft belegten Echtheit, noch immer verschwunden.

Anmerkung:

Zudem ist als kleiner Einwurf zu erwähnen, dass ein gefülltes 13-Schuss Magazin einer H&K P-2000 mit Polizeimunition, am 15.01.2008 von einem Zeugen in einer Straßenbahn im Raum Pforzheim gefunden wurde. Dieses Magazin konnte nicht zugeordnet werden. Brauchbare DNA und Fingerabdrücke fand man nicht.

Denn wenn man die echten Waffen hätte, dann wäre folgendes mit Sicherheit der Fall gewesen…

Hätte man die echten Waffen und Ausrüstungsgegenstände gehabt, so hätte man diese unter Garantie bei jeder passenden Gelegenheit, mit allen nötigen Details zur Untermauerung ihrer Echtheit der Öffentlichkeit mit Stolz präsentiert!

.

Die Rolle der Handschließe von Michelle Kiesewetter

Zu den offiziell aufgefundenen Gegenständen zählte auch die Handschließe von Michele Kiesewetter. Hier soll ein weiterer Beweis deutlich gemacht werden, welcher die Tatbeteiligung des NSU darlegen soll.

  1. Die Handschelle, die zunächst angeblich am 04.11.2011 im Wohnmobil gewesen sein sollen, die dann aber angeblich nachweislich am 6.11.2011 zusammen mit der 2. Waffe (Spur 21 bzw. W02) in der ausgebrannten Zwickauer Wohnung im Wandtresor aufgefunden wurde, spielt ebenfalls eine interessante Rolle. Die Handschelle wurde nach dem Auffinden im Womo Eisenach mit den Daten von INPOL in Gotha am Abend des 4.11.2011 abgefragt, woraus sich angeblich heraus stellte, dass es Kiesewetters und Arnolds Handschellen seien.
  2. Jedoch fehlte aber nur Kiesewetters Handschelle. Die Medien berichteten zunächst dementsprechend, dass die Dienstwaffen und Handschellen von Michele Kiesewetter und Martin Arnold im Wohnmobil gefunden wurden. Mal wurde diese im Brandschutt und mal im Wandtresor der Wohnung in Zwickau gefunden. „Wanderhandschelle“…

Vorweg ist zu erwähnen, dass auf der in Zwickau gefundenen Handschließe sich keine DNA von Mundlos, Böhnhardt oder Zschäpe befand, dafür aber eine DNA die man unter anderem auch auf Bargeldbanderolen im Wohnmobil gefunden hat. Diese zunächst unbekannte DNA konnte später einem Tatortberechtigten zugeordnet werden, welcher auch während der Spurensicherung im Wohnmobil tätig war. Diese Verbindung weist auf Tatortberechtigte hin, die sowohl im Womo als auch in Zwickau nach Spuren suchten, man landet dann bei Manfred Nordgauer, LKA stuttgartder ausweislich der Akten und gemäss eigenen Aussagen an beiden Tatorten im Einsatz war.

Hier zu bewundern: https://twitter.com/NSU_Leaks/status/957945851426623488

Mit Video! https://sicherungsblog.wordpress.com/2017/04/25/ard-24-4-2017-tod-einer-polizistin-mehr-darf-nicht/

Nordgauer war Nazihirn-Kehrwöchler im Womo Eisenach am 5.11.2011 und Schuttwaffensieber in Zwickau ab 7.11.2011, ersiebte also fotolos die Ceska-Dönermordwaffe und die Tokarev (Mordanschlag Arnold) etc. pp.

 

Hochamtlich soll die Handschließe, am 05.11.2011 im offenen Schlafzimmer-Wandtresor der Zwickauer Wohnung gefunden worden sein. Zur Auffindesituation der Handschließe – wozu es kein Auffinde-Foto gibt – machte KHM Lenk später folgende Aussage:

Die Nummer der Handfessel habe ich dann an die Leitstelle der Polizeidirektion Zwickau durchgegeben. Dort wurde mir dann in den Abendstunden mitgeteilt, dass diese Handfessel zur bundesweiten Fahndung steht, aber der Polizistin Kiesewetter zugeordnet werden kann.“

Anmerkung:

Seltsam ist hierbei, dass die Handschließe erst am 18.11.2011 asserviert wurde.

Ob es schlussendlich die Handschelle von Kiesewetter war ist unklar. Laut INPOL-Abfrage soll sie es gewesen sein. Feststellen lässt sich dies durch die Marke und Typenbezeichnung, sowie die eingeschlagene Registriernummer. Ein Auffindefoto vom könnte Klarheit schaffen.

Hier ist das Protokoll. Brandhauptmeister Lenk fand im Wandtresor auch angeblich die Handschliesse Kiesewetters, am 5.11.2011, die 1 Tag zuvor noch im Womo gefunden worden war, lach:

 

Angenommen…

Die Handschließe ist echt, so könnte der Deal mit der VP bezüglich des gescheiterten Heroindeals, oder alternativ die Spur zu „Chico“, zunächst wieder einen Sinn ergeben.

Hierbei wären wiederum die ermittelten und unbrauchbaren DNA-Spuren auf der Opferkleidung der beiden Polizisten entscheidend. Sofern diese überhaupt hätten zugeordnet werden können. Da die Ermittler fehlerhafter weise bis Mitte 2010 davon ausgingen, dass die Schützen auch gleichzeitig die Waffendiebe gewesen waren, schloss man eventuelle Täter dementsprechend aus. Hinzu kommt, dass die Handschließe an verschiedenen Tagen an verschiedenen Orten gefunden wurde. Ebenfalls ist die unbekannte DNA-Spur, des später ermittelten „Tatortberechtigten“ sehr ominös.

Davon einmal abgesehen, wenn man jedoch die echten Ausrüstungsgegenstände gehabt hätte, dann hätte man auch hier garantiert die originale Handschließe stolz mit all ihren Details der Öffentlichkeit präsentiert. Ebenfalls wäre die Dokumentation in den Akten dementsprechend genau und zweifelsfrei um ihre Echtheit zu untermauern. Genauso wie es mit den restlichen „echten“ Gegenständen zu erwarten wäre.

Also liegt es wahrscheinlich nicht fern, dass der logische Umkehrschluss sein könnte:

Die Original Handschließe ist noch immer nicht aufgefunden worden und/oder eine nachgemachte wurde nach-asserviert.

Um alle Unklarheiten und Eventualitäten aus zu schließen wäre hierbei wichtig, welche Handschließe es ist und wie diese ihren Weg dorthin fand.

Anmerkung:

Wie lässt es sich erklären, dass die DNA eines Tatortberechtigten an zwei unterschiedliche Tatorte gelangt und gleichzeitig die Handschelle scheinbar von einem Ort zum anderen wanderte?

Ebenfalls erscheint die dreizehn Tage spätere und mangelhafte Dokumentation der Handschelle, nach dem angeblichen Auffinden am 05.11.2011, in einem seltsamen Licht. Auch sollte man in dem Zusammenhang den einzigen Beweis der Echtheit der Handschließe, die INPOL-Auswertung hinterfragen. Bekräftigen oder ausräumen würde dieses Indiz auch ein eindeutiges Auffinde-Foto und eine einwandfreie Dokumentation.

Man stellt auch hierbei immer wieder fest, dass zu viele Unklarheiten den klaren Antworten gegenüber die Mehrheit bilden.

Die angeblichen Tatwaffen von Heilbronn

Was wäre wenn…

der Deal mit der Heroin-Schmuggel-VP, oder alternativ über ein Deal durch die „Chico“-Spur, von statten gegangen wäre und auch die Mordwaffen mit beinhaltet hätte?

Michele Kiesewetter wurde mit einer Waffe Radom VIS des Kalibers 9x19mm Luger erschossen. Auf Martin Arnold wurde mit einer Waffe Tokarev Kaliber 7,62x25mm geschossen. Das ergaben die Ermittlungen am Tatort in Heilbronn. Die Kaliber stimmen mit den gefundenen Waffen in der ausgebrannten Zwickauer Wohnung überein. Aus den Munitionsfunden allein kann man jedoch nicht direkt auf den verwendeten Waffentyp schließen. Mehr dazu später weiter unten.

Nun fand man am 05.11.2011 die Radom VIS in der Wohnung, und am 8. oder am 09.11. (-> widersprüchliche Dokumentation) nach dem Auffliegen des NSU die andere Tatwaffe Tokarev im Brandschutt der Zwickauer Wohnung. Jeweils eine Tokarev TT-33 7,62x25mm, die angebliche Tatwaffe mit der auf Martin Arnold geschossen wurde und eine Radom VIS 9x19mm Luger, die angebliche Mordwaffe Kiesewetters, am 05.11.2011 aufgefunden.

Das erste Problem findet sich schon direkt beim Auffinden der Waffen. Diese sind nahezu nicht dokumentiert. Es fehlen Auffindefotos, die Uhrzeiten, durch wen gefunden, wo genau gefunden, etc. Eigentlich alles was dazu wichtig ist um diese Waffen klar dokumentieren zu können.

Beide Waffen wurden zunächst am 08.11.2011 vom LKA in Dresden auf DNA und Fingerabdrücke untersucht. Hierbei fand man keine Spuren. Alle in Zwickau aufgefundenen Waffen treffen am 10.11.2011 beim BKA zur weiteren Untersuchung ein. Die angeblichen Tatwaffen von Heilbronn wurden am selben Tag nochmals auf Humanspuren untersucht, woraufhin man auf der Radom zwei und auf der Tokarev eine unbekannte DNA gefunden hatte, die aber später keine weitere Beachtung fand.

alles schon 2014 geleakt: http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/10/11/die-waffen-mauscheleien-des-bka-in-zwickau-stand-10-11-2011/

.

Die DNA-Analyseergebnisse der beiden Heilbronner Mordwaffen wurden zurückgezogen und als nicht bewertbar deklariert. Fingerabdrücke fand man nur auf der Radom. Jedoch waren diese Benutzungsuntypische Fingerabdrücke. Es befand sich lediglich ein Fingerabdruck auf dem Abzug der Waffe. Sonst nirgendwo. Der Verursacher dieses Fingerabdruckes ist unbekannt.

Anmerkung:

Zu erwähnen ist noch, dass auf beiden Waffen nicht die DNA der Uwes gefunden wurde. Ob es die DNA der wahren Mörder waren, also die Personen in der Erzählung der VP des Heroin-Deals, oder jemand anderes, das steht ungeklärt im Raum. Welche unbekannte DNA nun auf den Waffen war wird ein Rätsel bleiben, da man diese anschließend aus dem Rennen nahm.

Weitere Untersuchungen der angeblichen Tatwaffen

Die Heilbronner Ermittler grenzten lediglich anhand der festgestellten Kaliber die jeweilig möglich passenden Tatwaffen ein. Ob die in Zwickau gefundenen Waffen auch die Tatwaffen sind ist daher zunächst erst einmal fraglich. Die Ermittler stellten für jedes Kaliber jeweils mehrere mögliche bei der Tat verwendeten Waffentypen in Frage. Darunter befanden sich auch als mögliche Tatwaffen eine Radom 9x19mm Luger und eine Tokarev 6,62x26mm, eben jene Waffentypen die auch in Zwickau gefunden wurden.

Erklärung der Untersuchung am Beispiel der gefundenen Radom-Pistole

Der Zustand der gefundenen Radom Pistole wird wie folgt beschrieben. Beim Auffinden stellte man fest, dass die Griffschalen fehlen, das Magazin durch die Einwirkung der hohen Temperaturen und das Zünden von Munition aufgeplatzt war, der Hahn gespannt und sich eine verfeuerte Patrone verklemmt in der Patronenkammer befunden habe. Ferner fehlten der Magazinboden, die Magazinfeder und der Zubringer.

Aufgrund des aufgefundenen Zustandes war die Pistole nicht funktionsfähig.

Anmerkung:

Zu welchem Zeitpunkt sie funktionsfähig war, bzw. wann die fehlenden Teile entfernt wurden ist nicht klar. Heißt also ergo, es ist unklar bis wann und ob sie funktionsfähig gewesen ist. Hierbei muss zweifelsfrei sicher sein ob die Pistole zum Tatzeitpunkt überhaupt funktionsfähig war.

Durch die Einwirkung von hohen Temperaturen verloren Schließfeder und Spannfeder ihre Kraft. Diese Teile wurden für einen Beschusstest ersetzt um die Funktion gewährleisten zu können. Bei einem Beschusstest wurden Übereinstimmungen von „Individualspuren“ mit der Tatmunition festgestellt.

Anmerkung:

Was jedoch mit Individualspuren gemeint ist geht aus dem Gutachten nicht hervor. Ebenfalls wird nicht näher erklärt wie diese Übereinstimmung zu Stande kommt und was genau damit gemeint ist. Einzelheiten werden hierbei nicht näher beschrieben, wodurch plausibel gemacht wird, dass die gefundene Waffe auch die Tatwaffe ist.

Der Abgleich von Tatmunition mit einer tatverdächtigen Waffe

Um eine Waffe mit der Tatmunition ab zu gleichen gibt es mehrere Merkmale. Die Waffe hinterlässt an der Hülse ihre Spuren die sich durch Kratzer oder Marken äußern. Beim Abfeuern trifft der Schlagbolzen auf das Zündhütchen der Patrone. Dieser hinterlässt eine unverkennbare Marke der eine ähnliche Genauigkeit eines Fingerabdruckes hat. Beim Auswerfen werden an der Hülse Kratzspuren durch Teile des Nehmers und der Patronenkammer hinterlassen. Diese sind ebenfalls der Waffe recht genau zu zuordnen. Auch durch die Magazinlippen und den Zubringer des Magazins werden Kratzspuren hinterlassen. Der Zubringer wurde beim BKA jedoch aufgrund des Brandschadens getauscht, wodurch dieser als Beweismittel ausscheidet. Ebenfalls spielt der Lauf eine Rolle. Dieser hinterlässt am Projektil feine Kratzspuren die man ebenfalls zuordnen kann. Hierbei sollte das abgefeuerte Projektil jedoch möglichst beschädigungsfrei sein um dies feststellen zu können. Man kann sagen, je unbeschädigter das Projektil ist umso genauer kann man dieses mit dem Lauf der Waffe abgleichen.

Bei einer durch hohe Temperatur beschädigte Waffe gibt es jedoch ein großes Problem. All diese aufgezählten Merkmale zur Identifizierung einer Tatwaffe werden verändert. Durch die enorme Hitzeeinwirkung verzieht sich das Metall, es verändert seine Werkstoffeigenschaften und es bildet durch die Verbrennung Rußspuren wodurch auch die Oberfläche des Materials verändert wird.

Kurzum, die Merkmale zur Identifizierung einer Tatwaffe werden je nach Beschädigungsgrad verfälscht wenn nicht gar komplett vernichtet, sodass eine einwandfreie Zuordnung nicht mehr möglich ist.

Bei der vorgefundenen Waffe geht man von einer starken Hitzeeinwirkung aus. Dementsprechend sollte man annehmen, dass die möglichen vorhandenen Spuren gar unbrauchbar geworden sind.

Anmerkung:

In diesem Zusammenhang sollte man sich auch die Frage stellen, wie bei einer enormen Hitzeeinwirkung auf einer Waffe noch DNA überleben kann.

Am Beispiel der Tokarev

Auch die gefundenen Tokarev weist eine ähnlich starke Beschädigung durch Hitzeeinwirkung auf. Die Untersuchung und das daraus folgende Ergebnis sehen bei der Tokarev ähnlich aus sowie es bei der Radom-Pistole dargestellt ist. Auch an dieser Waffe wurden vom LKA in Dresden zunächst keine DNA-Spuren oder Fingerabdrücke festgestellt. Vom BKA wurden auch hier wie bei der Radom später DNA-Spuren festgestellt, die aber ebenfalls am 11.11.2011 als unbrauchbar deklariert wurden.

Die Tokarev wurde nicht nur augenscheinlich in Betracht genommen, sondern zusätzlich auch beschossen. Während der Funktionsüberprüfung stellte man fest, dass der Schlitten beim Zurückziehen klemmte und nicht wieder in seine Ursprungsposition nach vorne verriegelte.

Bei den Untersuchungsergebnissen wird ebenfalls erwähnt, dass Übereinstimmungen der Waffe zu der am Tatort gefundenen Hülse Individualspuren vorliegen.

Anmerkung:

Auch hier fehlt eine genauere Erläuterung welche (Individual-)Spuren übereinstimmen, um genau erklären zu können, wie beide Gegenstände zu einander passen. Ebenfalls wird hierbei nicht aufgeführt, welche metallischen Teile der Waffe an der Hülse selbst ihre Spuren hinterlassen haben sollen. Durch diese vage Erläuterung kann man nicht daraus ersehen, ob dies eine der Tatwaffen von Heilbronn war. Warum wurde die DNA-Spur als unbrauchbar deklariert? Wollte man diese nicht haben? Kannte man die DNA-Spur?

Dennoch war sich das BKA in seinem Bericht sicher, dass dies eine der Tatwaffen in Heilbronn gewesen sei. Erklärt wird diese Erkenntnis dadurch, dass die aufgefundene Hülse in Heilbronn mit der Tokarev verschossen wurde. Näheres ist dazu nicht erläutert worden. Details zu Erklärung finden sich nicht in diesem Bericht.

Schlussfolgerung zu den Tatwaffen

Die „Tatwaffen“ könnten durch einen Deal durch die VP nachbeschafft worden sein, müssen es aber nicht. In der angenommenen Hypothese könnte es herein passen, dass die Tokarev durch den besagten Deal zwischen Mittelsmänner und Behörden organisiert wurde. Denn sollte es stimmen, dass dies die richtige Tokarev ist mit der auf Martin Arnold geschossen wurde, dann könnte der Deal eventuell einen Sinn ergeben. Plausibel scheint es zunächst auch einmal deswegen, weil das BKA sagte, dass dies die Tatwaffe war mit der auf Martin Arnold geschossen wurde. Dennoch ist dies wegen der mangelhaften Dokumentation und Erläuterung anzuzweifeln. Hier fehlen einfach die überzeugenden Erklärungen, dass dies zweifelsfrei jene Tatwaffe war. Es fehlen die klaren und überzeugenden Fakten. Es fehlen die Standards kriminalistischer Tatortarbeit, wozu die Fotos der Findung gehören.

Was jedoch ebenfalls gegen die VP-Nachbeschaffungs-Hypothese spricht sind die fehlenden anderen „Beweise“, die eine Nachbeschaffung der restlichen echten Gegenstände plausibel machen könnte. Nicht zuletzt sieht man anhand der Widersprüche und unklar dargelegten Ergebnisse der Waffen- und Ausrüstungsgutachten, das zu Recht Zweifel an der Echtheit aller vorliegenden Beweise angebracht sind. Gerade Aufgrund der unklaren Formulierungen des BKAs bezüglich der Waffengutachten und den mysteriösen als unwichtig erklärten DNA-Spuren, sollte man diese Indizien in Frage stellen.

Auch hier wieder: Wenn all die dargestellten Beweise zur Täterschaft des NSU in Heilbronn echt und zweifelsfrei beweisbar gewesen sind, dann hätte man diese unter Garantie mit all ihren Details und Beweisen der Öffentlichkeit präsentiert. Ebenso hätte man die Forensische Untersuchung der Tatwaffen besser darstellen müssen, wenn zweifelsfrei klar wären, dass dies jene Tatwaffen von Heilbronn gewesen seien. Oder alternativ hätte man einräumen müssen, dass eine exakte und zweifelsfreie Zuordnung aufgrund der Beschädigung nicht möglich ist. Insofern bleiben jedoch nur Behauptungen und ungeklärte Fragen übrig, die durch schwammig ermittelte Ergebnisse gestützt werden.

Die gefundenen Tatwaffen Heilbronn können daher auch einen völlig anderen Weg genommen haben um in die Zwickauer Wohnung bzw. in den Schutthaufen gelangt zu sein. Dazu müssen diese nicht einmal die Tatwaffen selber gewesen sein. Alles sollte hierbei in Frage gestellt werden was als Beweise zur Täterschaft gilt.

Ende Teil 2